Anlagebetrüger auf Social Media agieren immer dreister: Wie man fragwürdige Angebote zu Aktien, Finanzprodukten und Kryptowährungen erkennt
Dubiose Finanzmarktakteure setzen immer ausgeklügeltere Methoden ein, um Sparer auf ihre Plattformen zu locken. Bei folgenden Warnsignalen sollte man stutzig werden.
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Betrüger nutzen Social-Media-Werbung, um Anleger in die Falle zu locken.
Illustration Ida Götz / NZZ
«Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird», hat André Kostolany einst gesagt. «Ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.»
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Auch Jahrzehnte nach dem Tod des legendären Börsen- und Finanzexperten gibt es noch immer viele Sparer und Anleger, die seinen Rat nicht befolgen und weiterhin vom raschen, mühelosen Wohlstand träumen. Diese Faszination spielt Akteuren in die Hände, die Sparern und Anlegern ihr Geld abknöpfen wollen.
Fake-Werbung mit Prominenten
Viele von ihnen nutzen dazu Werbung auf Social-Media-Plattformen. Darin versprechen sie beispielsweise einen «Flash-Bonus» oder «100 Prozent Rendite in drei Monaten», die besonders perfiden unter ihnen setzen sogar auf Fake-Werbung mit Prominenten – und zwar ohne deren Einverständnis. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) wirken die angeblichen Videoaufnahmen von bekannten Persönlichkeiten dabei oft täuschend echt. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) warnt denn auch vor «geklonten Websites». Diese Fälschungen unterscheiden sich kaum von den echten Auftritten von Unternehmen.
Klickt man die entsprechenden Angebote an, landet man oft auf fragwürdigen Finanzplattformen oder wird zur Angabe von persönlichen Daten aufgefordert. Bei den dazugehörigen Geldanlagen – sofern es diese überhaupt gibt – werden den Anlegern zwar oft Traumrenditen versprochen, in Wahrheit riskieren sie aber nicht selten den Totalverlust ihres Kapitals. Derweil sind die Betrüger oft schwer zu belangen, handeln sie doch von fernen Standorten aus.
Umso wichtiger ist es, unseriöse Angebote im Internet rasch zu erkennen und sich von ihnen fernzuhalten. Sparer und Anleger sollten unbedingt folgende Warnsignale beachten.
«Geheimtipps» als Alarmzeichen
Zunächst einmal sollte man stutzig werden, wenn ein Angebot hohe Renditen bei geringem Risiko oder garantierte Erträge verspricht. Auch der Verweis auf angebliche «Geheimtipps» – beispielsweise zu Aktien, Edelmetallen, Devisen oder Kryptowährungen – ist immer ein Warnzeichen. Dasselbe gilt, wenn man zu einem Anbieter einer Geldanlage keine ausreichenden Informationen im Internet findet. Oft ist nicht einmal klar, wer hinter einem Angebot steht.
Seriöse Anbieter sind zudem bei der Finma registriert. Ist dies hingegen nicht der Fall, ist Vorsicht geboten. Auf der Website der Behörde kann man gezielt danach suchen, ob eine Person, ein Finanzprodukt oder ein Unternehmen eine entsprechende Bewilligung erhalten hat. Die Finma warnt auch vor bestimmten Anbietern und führt eine entsprechende Liste.
Hat man indessen den Fehler gemacht, die E-Mail-Adresse oder die Telefonnummer dubiosen Akteuren zu geben, folgen oft unerwünschte Kontaktaufnahmen. Manche Betrüger fordern sogar dazu auf, einen Fernzugriff auf den Computer zuzulassen, um etwa bei Anlageentscheiden oder der Installation zu helfen. Dem sollte man niemals folgen. Dasselbe gilt für Aufforderungen, für die Kommunikation in Chatgruppen und auf Messenger-Apps zu wechseln.
Oft fordern Betrüger die Anleger am Anfang dazu auf, nur einen kleinen Betrag wie beispielsweise 250 Franken zu überweisen. Später folgen dann aber immer weitere Aufforderungen, mehr Geld zu investieren. Ein Warnzeichen ist es auch, wenn ein Anbieter Zeitdruck aufbaut und auf rasche Anlageentscheide drängt.
Laut den Verbraucherzentralen in Deutschland simulieren manche Fake-Plattformen auch, dass sich das investierte Kapital angeblich vermehrt hat. Die Kurse und Erträge seien aber nur simuliert.
Problematisch wird es zumeist dann, wenn man sich sein Geld wieder auszahlen lassen will. Um Vertrauen zu schaffen, kann es indessen sogar sein, dass die Anbieter dies bei kleineren Beträgen am Anfang zulassen. Bei grösseren Summen gewähren die Betrüger dies dann aber nicht mehr. So wird immer klarer, dass das Geld verloren ist – und in den allermeisten Fällen auch nicht wiederkommt.
Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»




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