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Wirtschaft – News, Hintergründe und Analysen | NZZ Nachrichten · Aug 20, 2026

KURZMELDUNGEN - Wirtschaft: Roche baut Produktion in den USA weiter aus

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NZZ-Redaktion · Neue Zürcher Zeitung

Kurzmeldungen

Wirtschaft: Valora-CEO Michael Mueller tritt ab +++ Anthropic erreicht Erfolg im Streit mit dem Pentagon

Die neuesten Meldungen.

NZZ-RedaktionAktualisiert


Illustration Simon Tanner / NZZ / Neue Zürcher Zeitung

Führungswechsel bei Valora: CEO Michael Mueller verlässt das Unternehmen

ehj. Michael Mueller ist seit 2012 bei der Valora Gruppe tätig, seit 2014 als CEO. Das Unternehmen wird er per Ende Oktober auf eigenen Wunsch verlassen, wie Valora am Freitag (28. 8.) mitteilte. Er sei überzeugt, dass Valora bestens aufgestellt sei, um auch künftig erfolgreich zu sein, schreibt das Unternehmen im Namen von Mueller.

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Die Valora ist ein international tätiges Schweizer Handelsunternehmen mit Sitz in Muttenz. Mueller habe das Geschäft in Europa weiter ausgebaut, die Expansion zentraler Formate vorangetrieben und die Integration in die Femsa-Gruppe erfolgreich gestaltet, schreibt das Unternehmen. Trotz einem «anspruchsvollen Marktumfeld» habe Valora das operative Geschäftsergebnis 2025 verbessert.

Muellers Funktion wird ab November Roger Vogt übernehmen, zusätzlich zu seiner heutigen Funktion als CEO Retail und Food Service die Valora Gruppe. Die Nachfolgeregelung werde für «Kontinuität sorgen, während während die künftige Organisations- und Führungsstruktur finalisiert wird.» Vogt verantwortete zuvor die Zusammenführung der zuvor getrennten Geschäftseinheiten.

In den USA hat Anthropic im Streit mit dem Pentagon einen Etappensieg erreicht

(dpa) Die KI-Firma Anthropic hat einen wichtigen Etappensieg in ihrem Streit mit dem Pentagon über die Verwendung Künstlicher Intelligenz im Militär errungen. Eine kalifornische Richterin entschied, dass die Einstufung von Anthropic als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit durch das amerikanische Verteidigungsministerium nicht gerechtfertigt war und aufgehoben werden muss.

Auslöser für den Konflikt war das Beharren von Anthropic darauf, dass KI-Modelle des Unternehmens nicht zur Massenüberwachung von Amerikanern sowie in autonomen Waffensystemen genutzt werden dürfen. Das Verteidigungsministerium fordert hingegen die Rechte für «jede rechtmässige Nutzung» ein und betont, dass kein Unternehmen der Regierung Vorschriften machen könne. Die Richterin kam zu dem Schluss, dass die Einstufung als Lieferketten-Risiko nur auf dem Wunsch basierte, ein Exempel zu statuieren, weil Anthropic die Regierung kritisiert hatte – und nicht auf einer begründeten Befürchtung, dass die Firma ihr KI-Modell tatsächlich sabotieren würde. Sie hatte bereits im Frühjahr die Umsetzung der Regierungs-Entscheidung blockiert.

Eine Einstufung als Lieferketten-Risiko hat für ein Unternehmen weitreichende Konsequenzen über die Nutzung im Militär hinaus. So hatte Präsident Donald Trump angeordnet, dass alle amerikanischen Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen. Zudem hiess es von Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass auch alle Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen zu Anthropic kappen müssten, wenn sie das US-Militär beliefern wollten.

Zunächst war nicht bekannt, ob die Regierung plant, gegen die Entscheidung der Richterin in Berufung zu gehen. Die Richterin betonte, dass das Verteidigungsministerium nicht Anthropic-Software nutzen müsse, sondern stattdessen auf Technologie anderer KI-Unternehmen umsteigen könne, solange dies rechtlich einwandfrei geschehe.

SpaceX will 100 Milliarden Dollar in neuen Weltraumbahnhof stecken

Louisianas Gouverneur Jeff Landry gibt am Dienstag in Abbeville, Louisiana, eine Vereinbarung zum Bau mit Space X zum Bau eines Weltraumbahnhofs bekannt.

Louisianas Gouverneur Jeff Landry gibt am Dienstag in Abbeville, Louisiana, eine Vereinbarung zum Bau mit Space X zum Bau eines Weltraumbahnhofs bekannt.

Gerald Herbert / AP

(dpa) Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk will im Gliedstaat Louisiana einen riesigen neuen Weltraumbahnhof bauen. Das Unternehmen werde rund 100 Milliarden Dollar in den Standort im Vermilion Parish an der Golfküste investieren, teilten SpaceX und die Wirtschaftsförderung des Gliedstaates mit. Es soll die grösste Startanlage des Unternehmens und «der Welt» werden, hiess es.

Der Standort soll demnach fünf Startkomplexe umfassen, von denen jeder über zwei Startrampen verfügt. SpaceX schrieb, der Weltraumbahnhof werde das Ziel von «Tausenden Flügen» pro Jahr unterstützen und die kommerzielle Raumfahrt vorantreiben. Der Bau soll demnach 2027 beginnen, erste Starship-Raketen könnten 2029 von dort starten. Die Riesen-Rakete Starship absolviert aktuell noch Testflüge. SpaceX betreibt bereits seinen zentralen Starship-Standort in Texas.

SpaceX verfolgt laut eigenen Angaben langfristig das Ziel, mit vollständig wiederverwendbaren Raketen regelmässige Flüge zum Mond und zum Mars zu ermöglichen und eine dauerhafte menschliche Präsenz auf anderen Himmelskörpern aufzubauen.

Raiffeisen baut trotz Gewinnsprung bis zu 180 Stellen ab

ela. Raiffeisen Schweiz will bis zu 180 Stellen abbauen. Mehr als die Hälfte davon soll über natürliche Fluktuation, den Verzicht auf die Besetzung offener Stellen, weniger externe Arbeitskräfte und Frühpensionierungen wegfallen. Wie die Bank am Mittwoch (26. 8.) mitteilt, sollen damit 2027 Kosten von rund 60 Millionen Franken eingespart werden.

Der Stellenabbau erfolgt trotz guter Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr steigerte die Raiffeisen-Gruppe ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 18,9 Prozent auf 659,3 Millionen Franken. Der Geschäftsertrag nahm um 7,6 Prozent auf 2,04 Milliarden Franken zu. Sowohl das Zinsgeschäft als auch das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft legten deutlich zu. Zudem wuchsen Kundenausleihungen und -einlagen.

Rheinmetall wechselt Führung der Luftverteidigungssparte

Oliver Dürr verlässt Rheinmetall. Aufnahme von 2016.

Oliver Dürr verlässt Rheinmetall. Aufnahme von 2016.

Dominic Steinmann / NZZ-Photographen-Team

ela. Bei Rheinmetall kommt es zu einem Führungswechsel in der Luftverteidigungssparte. Oliver Dürr verlässt den Konzern per 1. Oktober, wie «militär aktuell» am Dienstag (25. 8.) berichtete. Neuer Leiter der Division Air Defence wird Roman Köhne. Dürr stand fünf Jahre an der Spitze der Rheinmetall Air Defence AG und führte seit knapp drei Jahren zusätzlich die Division. In seine Amtszeit fiel ein deutlicher Ausbau der Luftverteidigungsaktivitäten des Konzerns.

ifo-Geschäftsklima steigt

mfi. Die Zeichen für eine Belebung der deutschen Wirtschaft mehren sich. Der Geschäftsklimaindex des Münchner ifo Instituts, ein viel beachtete Frühindikator für die deutsche Konjunktur, ist im August um 2,1 Punkte auf 88,8 Zähler gesprungen. Es war bereits der vierte Anstieg in Folge. Die vom ifo Institut befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre derzeitige Lage als auch die Aussichten für die nächsten Monate deutlich besser als zuvor. Dabei hellte sich die Stimmung sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Handel, in der Bauwirtschaft und im Dienstleistungssektor auf.

Die deutsche Wirtschaft habe sich trotz dem erneuten Energiepreisanstieg erholt, sagte Clemens Fuest, der Präsident des ifo Instituts. Bankvolkswirte zeigen sich ebenfalls zuversichtlich. Der Rückenwind durch höhere Staatsausgaben für Rüstung und Infrastruktur werde in den nächsten Quartalen zunehmen, sagte Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank.

Die bessere Stimmung der Unternehmen spreche dafür, dass die negativen Auswirkungen durch die extreme Trockenheit und die höheren Energiepreise die Wirtschaft im dritten Quartal weniger belasten als angenommen. Der Commerzbank-Chefökonom hat seine Wachstumsprognose für dieses Jahr daher auf ein Prozent angehoben. Die überraschend guten Konjunkturdaten stellten sogar ein Aufwärtsrisiko für die Prognose dar, sagte Krämer.

Porsche verkauft Beratungstochter MHP

(dpa) Porsche verkauft seine Management- und IT-Beratung MHP. Es sei ein Vertrag unterzeichnet worden, der den Verkauf von MHP an Tata Consultancy Services (TCS) vorsieht, wie das Unternehmen in Stuttgart am Montag (24. 8.) mitteilte. Bei der Fokussierung auf sein Kerngeschäft mache man damit einen weiteren grossen Schritt.

MHP hat seinen Unternehmenssitz in Ludwigsburg bei Stuttgart und ist bislang eine 100-prozentige Porsche-Tochter. Die Behörden müssen der vollständigen Übernahme noch zustimmen. Zum Kaufpreis machten Porsche und TCS keine Angaben. TCS bietet den Angaben nach IT-Dienstleistungen, Beratung und Technologielösungen an und ist Teil des indischen Mischkonzerns Tata Group.

Porsche ist sei 1998 an MHP beteiligt, vor gut zweieinhalb Jahren erfolgte die vollständige Übernahme. Die rund 300 Kunden des Beratungsunternehmens kommen aus der Auto- und Fertigungsindustrie, aber auch aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Verteidigung sowie aus dem öffentlichen Sektor. MHP berät vor allem zu Strategiethemen und IT-Transformationen. 2025 machte das Unternehmen, das mehr als 4500 Mitarbeiter beschäftigt, einen Umsatz von ungefähr 743 Millionen Euro. Mitteilung

Tesla ruft fast drei Millionen Autos in China zurück

(dpa) Tesla ruft in China knapp drei Millionen Elektroautos wegen Sicherheitsproblemen mit versenkbaren Türgriffen zurück. Hintergrund der Rückrufaktion sind laut Angaben der chinesischen Marktaufsichtsbehörde vom Freitag (21. 8.) die mechanischen Notentriegelungsgriffe in einigen Tesla-Modellen, die nicht deutlich genug zu erkennen seien. Laut Medienberichten handelt es sich um die bisher grösste Rückrufaktion eines Autoherstellers in China. Betroffen sind sowohl in China produzierte als auch importierte Tesla-Fahrzeuge.

Der von Tech-Milliardär Elon Musk gegründete E-Auto-Produzent Tesla hat die Technik versenkbarer Türgriffe, die elektrisch ein- und ausgefahren werden, weltweit bekannt gemacht. Bricht die Stromversorgung nach einem Unfall ab, funktionieren die elektrischen Türöffner nicht mehr, weshalb Insassen dann mechanische Türöffner betätigen müssen. Die sind nach Darstellung der chinesischen Behörden aber nicht immer deutlich genug gekennzeichnet.

Tesla will die nun vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen - und mit Hilfe eines Updates dafür sorgen, dass sich die Fenster der Autos nach einem Unfall öffnen lassen.

Apple legt erstmals Gewinn und Steuerzahlungen in der EU offen

(dpa) Apple hat im Rahmen neuer Transparenzvorschriften der Europäischen Union erstmals offengelegt, wie viel Gewinn und Steuern der US-Konzern in den einzelnen Mitgliedstaaten verbucht. Aus einem Bericht für das Ende September 2025 abgeschlossene vergangene Geschäftsjahr geht hervor, dass Apple in Deutschland bei einem Vorsteuergewinn von rund 209 Millionen US-Dollar Ertragssteuern in Höhe von 153,5 Millionen Dollar zahlte.

Der Gesamtumsatz der deutschen Geschäftseinheiten von Apple belief sich laut dem Bericht auf 2,72 Milliarden Dollar. Bundesweit beschäftigte das Unternehmen 4.089 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon mehr als 2.000 Ingenieure am «European Silicon Design Center» in München, Apples grösstem Entwicklungsstandort in Europa.

In der Gesamtbilanz für die EU sticht vor allem Irland hervor: Dort wies Apple für das abgelaufene Geschäftsjahr tatsächlich gezahlte Steuern in Höhe von 17,08 Milliarden Dollar aus. Der Konzern begründet diese enorme Summe im Bericht explizit mit der Auflösung des Treuhandkontos infolge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH).

Apple hatte im September 2024 einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Hintergrund waren Steuervergünstigungen, die Apple in Irland lange gewährt worden waren. Die EU-Kommission hielt dieses Vorgehen für wettbewerbsverzerrend und forderte Apple auf, insgesamt 13 Milliarden Euro Steuern plus Zinsen zu zahlen.

US-Tochtergesellschaft von Roche baut Produktion in den USA aus

cog. Genentech, die US-Tochtergesellschaft von Roche, investiert rund 750 Millionen US-Dollar in eine neue Anlage zur Abfüllung und Fertigstellung von Medizinprodukten auf ihrem Campus in Hillsboro im Gliedstaat Oregon. Dies teilte Roche am Donnerstag (20. 8.) mit. Die Investition bringe neue durchgehende «Geräteabfüllkapazitäten» und erweitere die Kapazitäten, «um die zukünftige Pipeline innovativer Medikamente von Roche und Genentech zu unterstützen.»

Damit gibt Roche neue Details zu seinen allgemeinen Ausbauplänen in den USA bekannt. Der Konzert hatte bereits im April 2025 angekündigt, künftig in den USA 50 Milliarden Dollar zu investieren. Dazu baut der Konzern ein neues Produktionswerk in Holly Springs im Gliedstaat North Carolina. Das Werk soll 2029 mit 500 Beschäftigten in Betrieb gehen und sich der Fertigung von Spritzen primär zur Behandlung von Fettleibigkeit widmen.

Die neue Anlage in Hillsboro werde die Herstellung «fortschrittlicher Verabreichungsgeräte für Arzneimittel» unterstützen, schreibt Roche. Dazu gehörten vorgefüllte Spritzen und Autoinjektoren. Roche und Genentech besitzen laut der Mitteilung in den USA derzeit 13 Produktionsstandorte, 15 Forschungs- und Entwicklungsstandorte sowie rund 25 000 Mitarbeitende an 24 Standorten in acht Gliedstaaten.

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