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Sarah Julia Hartmann · Sep 11, 2024

Ein Blick zurück, ein Schritt nach vorn

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Sarah Julia Hartmann · Sarah Julia Hartmann

Manchmal lohnt es sich, innezuhalten und zurückzublicken. Der folgende Blogpost entstand im Dezember 2021, mitten in einer Zeit der Reflexion und des persönlichen Wachstums. Es war der kürzeste Tag des Jahres, die Wintersonnenwende, und auch innerlich stand ich an einem Wendepunkt. Damals dachte ich viel über Ängste, Mut und den Prozess der persönlichen Entwicklung nach – Themen, die auch heute noch sehr präsent in meinem Leben sind.

Während ich diesen Blogpost noch einmal lese, fällt mir auf, wie relevant die Gedanken von damals auch heute noch sind. Auch wenn sich seither vieles verändert hat – ich mich verändert habe – ist das Gefühl des ständigen Lernens und Wachsens geblieben. Der Weg, den ich 2021 beschrieben habe, ist noch lange nicht zu Ende. Aber ich habe ihn weiter beschritten und dabei einiges gelernt.

Deshalb möchte ich diesen Blogpost jetzt mit euch teilen. Als Startpunkt, als Erinnerung daran, dass der Prozess des Wachstums Zeit braucht – und dass Mut und Stärke in vielen verschiedenen Formen zu uns kommen können. Möge dieser Beitrag euch inspirieren, auch euren eigenen Weg mit Zuversicht zu gehen.

Dieses Bild vom 21. Dezember 2021 habe ich gerade auf meinem Handy gefunden und ich finde, dass es ganz gut zu den Überlegungen in meinem Blogbeitrag passt.

Hier bin ich nun. Ich sitze in meinem Bett. Das Glas Rotwein neben mir auf meinem Nachttisch. Es ist Dienstag, der 21. Dezember, 21:32Uhr, um genau zu sein. Es ist der Tag mit den wenigsten Sonnenstunden. Der „kürzeste Tag“ des Jahres. Winteranfang in der nördlichen Hemisphäre.

Ich hatte mir zum Ziel gesetzt einen Blogpost zu schreiben. Die Deadline ist heute um Mitternacht. Du darfst gerne raten, wann ich mit dem ersten Wort begonnen habe. Jep. Richtig erraten – vor ein paar Minuten - last minute.

Und dann startet auch schon direkt mein Gedankenkarusell, abwertende Worte mir gegenüber: „Wow, du hattest 5 Tage, um diesen Blogpost zu schreiben. Und was machst du mal wieder? Genau, alles last minute.“ „Warum mache ich das immer und immer wieder?“, „Was hält mich davon ab auch einmal früher zu starten?“, Oder „Hast du vor etwas Angst?“, „Angst vorm Versagen?“, „Angst gesehen zu werden?“, „Angst vor Erfolg?“, „Angst vor WASSS??“, schreit es in meinem Kopf. Und dann wird es irgendwie direkt auch wieder ruhiger.

Die beruhigende Stimme sagt: „Okay, ich glaube, ich muss einfach starten. Die Angst, welche auch immer es sein mag, fühlen und es dennoch einfach machen. „Feel the fear and do it Anyway.“ wie der Titel des Buches von Susan Jeffers lautet, dessen Inhalte ich auch jetzt gerade wieder fühle. Ein Buch, das mir immer mal wieder in die Hände fällt. Vielleicht wäre es mal wieder Zeit.

Okay, zurück zum Blogpost. Ich wollte also meinen ersten Blogpost über das Thema meines eigenen Bullshits schreiben.

Was mein eigener Bullshit ist?

Auf die Reise mich von meinem eigenen Bullshit zu lösen, habe ich mich vor einiger Zeit begeben. Seither bin ich dran. Tag ein Tag aus. 24 Stunden 7 Tage die Woche. Der Bullshit schläft nie. Wobei, das ist auch nicht ganz wahr. Ich nutze Schlaf als eine kleine Flucht vor meinem eigenen Bullshit. Klappt mal weniger, mal mehr. Mein Bullshit macht sich unter anderem durch die unterschiedlichsten Stimmen in meinem Kopf bemerkbar. Da ist immer eine Riesenkonferenz mit einer Million von Main Stage Speakern, die alle darum kämpfen gehört zu werden. Einige Podiumsgäste versuchen mir meine Wahrheit zu sagen, andere wollen mich beschützen und erzählen mir gewohnte, vermeintlich sichere, alte Geschichten. Doch da gibt es auch die Stimmen, die mir die größte Scheiße auf Erden verkaufen wollen. Eines haben aber all die Stimmen gemeinsam. Sie alle wollen einfach nur gehört und viel wichtiger auch mal gefühlt werden.

Glaube ich, dass wir unseren eigenen Bullshit je komplett loslassen werden? Nein. Glaube ich, dass es dennoch wert ist, Arbeit reinzustecken, sich von dem Bullshit zu befreien? Ja, auf jeden Fall.

Wenn ich über mein vergangenes Jahr bewusst nachdenke, merke ich erst wie sehr ich mich verändert habe. Ich sehe wie weit ich auf meiner Reise schon gekommen bin. Ich kann wirklich für mich sagen, dass ich sehr stolz auf mich bin. Die Person, zu der ich in diesem Jahr geworden bin. Von welchen Mengen an Bullshithaufen ich mich schon gelöst habe. Und dennoch sind da diese destruktiven Gedanken und Stimmen in meinem Kopf. Da ist zum Beispiel diese eine ungeduldige Stimmen, die sich immer dann meldet, wenn ich mich selber für etwas feiern möchte, das ich erreichte. Die andere Stimme, die mir mitteilt, dass ich diese ganzen Schritte auch schon viel früher hätte gehen können. Die Stimmen, die darüber urteilen, wie schnell oder eher langsam ich auf meiner eigenen Lebensreise und in meinem Fortschritt bin.

Wie ich mit solchen Situationen umgehe?

Meine derzeitige Strategie besteht darin, diese Stimmen wahrzunehmen und ihnen genau zuzuhören. Ich versuche, diese Teile von mir einzuladen und ihnen Anerkennung und Aufmerksamkeit zu schenken. Ich versuche, sie zu sehen und zu hören. Reflektiere, was ich gehört habe und sanft zu mir zu sein. Aber auch diese Stimmen zu stoppen und klare Grenzen zu setzen. Doch das ist nur die halbe Arbeit. Ich versuche auch für einen Moment die Stimmen leiser werden zu lassen und mich voll auf meinen Körper zu konzentrieren. Wo spüre ich etwas in meinem Körper? Was spüre ich da? Wie intensiv ist die Körperempfindung und darf diese auch für einen Moment sein?

In den Momenten, in denen ich es schaffe im Hier und Jetzt zu sein, mit meiner Aufmerksamkeit und meinem Bewusstsein voll und ganz da zu sein, fällt es mir leichter mein Leben zu navigieren. Ich kann auswählen und entscheiden, ob ich das glaube, was ich höre und danach handle oder ob ich etwas Neues, vielleicht Unbekanntes, ausprobieren möchte. Zum Beispiel aktiv inneren Stimmen zuzuhören, die mich anfeuern und unterstützen und ihnen mindestens genauso viel Aufmerksamkeit schenken wie den anderen. Ich weiß, dass ich eine starke Persönlichkeit habe. Ich habe mich bisher immer selbst aus den tiefsten Löchern selber wieder heraus gekämpft.

Dennoch glaube ich, dass es da unter anderem noch etwas anderes braucht, um ein zufriedenes Leben zu führen. Mut.

Aber was ist der Unterschied zwischen Stärke und Mut?

Als ich vor Jahren in meiner Yogalehrerausbildung nach einem Gedicht suchte, das ich bei unserer Abschlusszeremonie mit der Gruppe teilen wollte, stieß ich auf ein Gedicht mit dem Titel „The Difference between Strength and Courage“ von David L. Griffith. Vieles hat mich damals berührt und tut es immer noch, daher möchte ich es hier gerne teilen:

The Difference Between Strength and Courage
by David L. Griffith

It takes strength to be firm,
It takes courage to be gentle.

It takes strength to stand guard,
It takes courage to let down your guard.

It takes strength to conquer,
It takes courage to surrender.

It takes strength to be certain,
It takes courage to have doubt.

It takes strength to fit in,
It takes courage to stand out.

It takes strength to feel a friend’s pain,
It takes courage to feel your own pain.

It takes strength to hide your own pains,
It takes courage to show them.

It takes strength to endure abuse,
It takes courage to stop it.

It takes strength to stand alone,
It takes courage to lean on another.

It takes strength to love,
It takes courage to be loved.

It takes strength to survive,
It takes courage to live.

Mutig zu sein bedeutet, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen und mehr dem Herzen zu vertrauen anstatt dem Kopf. Es ist ein Ort, an dem wir uns unserer Verletzlichkeit stellen und die Angst durch Mitgefühl und Liebe überwinden.

Ich bin auf meinem Weg. Und möchte dich ermutigen, in dein Licht zu treten, indem du auch mutiger bist. Es ist eine Reise mit Höhen und Tiefen. Es ist ein Prozess.

Hell yes! Lass uns dem Prozess vertrauen.

Nochmal an die Jahreszeiten denkend. Obwohl heute Wintersonnenwende (21.Dez.) ist und es bedeutet, dass der Winter beginnt. Bedeutet es auch, dass wir nach und nach wieder mehr Sonnenlicht bekommen. Ab heute wird es wieder heller!

Also: Der beste Zeitpunkt, um mutiger zu werden, ist genau jetzt!

Habt einen schönen Tag und genießt es, heute etwas mutiger zu sein als gestern.

Sending you all lots of love,

Sarah

Als Coach für NI Neurosystemische Integration®, ganzheitlich-integrative Traumaarbeit begleite ich einfühlsam vergangene Wunden, bringe Hoffnung in die Gegenwart und unterstütze dich auf dem Weg zur inneren Transformation. Indem wir ein Bewusstsein für Traumata und deren Auswirkungen entwickeln, kannst du das Leben mit mehr Mitgefühl und Leichtigkeit angehen und es in seiner vollen Tiefe annehmen. Schau auf meiner Webseite vorbei, um zu erfahren, wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann. Kontaktiere mich gerne!

Read the original on sarahjuliahartmann.substack.com

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