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Kultur | RP ONLINE · Aug 27, 2026

Jubiläum beim Aeolus-Bläserwettbewerb: Internationale Strahlkraft

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Wolfram Goertz · RP ONLINE

Jubiläum beim Aeolus-Bläserwettbewerb Internationale Strahlkraft

27.08.2026 · 11:52 Uhr

Die Posaunistin Sophie Bright, Aeolus-Preisträgerin im Jahr 2023.

Die Posaunistin Sophie Bright, Aeolus-Preisträgerin im Jahr 2023.

Foto: RSH/Susanne Diesner

Düsseldorf · Der Düsseldorfer Aeolus-Bläserwettbewerb zählt zu den weltweit wichtigsten seiner Art. Nun wird er 20 Jahre alt. Diesmal treten 206 Musiker mit Trompete, Posaune und Tuba an.

Wer hätte das damals gedacht! Sie begannen als Unbekannte in der gut sortierten Welt der internationalen Musikwettbewerbe, hatten aber ein exzellentes Konzept, bereits für den ersten Durchgang eine überaus prominente Jury – und irgendein Schlaukopf lieferte auch den Namen: Aeolus, der Gott der Winde. Für einen Bläserwettbewerb konnte es fast keinen besseren Fürsprecher geben.

Das ist genau 20 Jahre her, weswegen der Aeolus-Wettbewerb jetzt Jubiläum feiert. Seit seiner Gründung hat er sich zu einer der weltweit wichtigsten Plattformen für junge Bläsersolistinnen und -solisten entwickelt. Vom 8. bis 13. September treffen sich in Düsseldorf 206 Nachwuchsmusiker aus 36 Ländern, um sich in den Instrumenten Posaune, Trompete und Tuba miteinander zu messen.

Seit 2011 gehört der Aeolus-Wettbewerb zur „World Federation of International Music Competitions“ in Genf und damit zu einem exklusiven Kreis bedeutender internationaler Musikwettbewerbe. Ehemalige Gewinner spielen heute in Spitzenorchestern wie den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern oder dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam. Viele von ihnen lehren inzwischen als Professorinnen und Professoren an renommierten Musikhochschulen.

Ein bemerkenswerter Trend der letzten Jahre setzt sich 2026 fort: Zum zweiten Mal in Folge stammen die meisten Bewerbungen aus China. Von den 206 Anmeldungen entfallen 38 auf China und 31 auf Deutschland. Während zwischen 2006 und 2023 regelmäßig rund ein Fünftel bis ein Viertel aller Bewerbungen aus Deutschland kam und lediglich fünf bis sechs Prozent aus China, hat sich dieses Verhältnis inzwischen deutlich verändert.

Die internationale Strahlkraft hat auch mit der Jury zu tun. Zu ihren prominentesten Mitgliedern zählen Ian Bousfield (früherer Soloposaunist der Wiener Philharmoniker und des London Symphony Orchestra), der Trompeter Matthias Höfs (künstlerischer Leiter von German Brass) sowie Alexander von Puttkamer, seit 2007 Solotubist der Berliner Philharmoniker. Alle Wertungsvorspiele finden ab 8. September im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf statt. Sie sind öffentlich zugänglich, der Eintritt ist frei.

Den Höhepunkt bildet das öffentliche Preisträgerkonzert am Sonntag, 13. September, um 11 Uhr in der Tonhalle. Auf dem Programm stehen das Konzert f-Moll für Trompete und Orchester von Oskar Böhme, das Concerto für Posaune von Ferdinand David und das Tuba-Konzert von Ralph Vaughan Williams. Tickets sind bei der Tonhalle erhältlich. Kyrian Friedenberg ist der 26-jährige amerikanisch-kanadische Dirigent des Preisträgerwettbewerbs. 2022 hat er den Neeme-Järvi-Wettbewerb gewonnen und wurde 2024 mit dem von der Solti Foundation vergebenen Award ausgezeichnet.

Das Konzert wird vom Deutschlandfunk aufgezeichnet und am 20. September um 21.05 Uhr als „Konzertdokument der Woche“ ausgestrahlt. Darüber hinaus wird das Finale weltweit per Livestream übertragen und anschließend dauerhaft online verfügbar sein. Der Wettbewerb vergibt Preisgelder in Höhe von insgesamt 60.000 Euro, darunter auch einen Publikumspreis.

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