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Kultur | RP ONLINE · Aug 26, 2026

„Queen der Countrymusik“: Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben – „Die Traurigkeit ist mit uns, aber nicht mit Dolly“

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Lia Newger, Petrina Engelke, Alexa Becker · RP ONLINE

„Queen der Countrymusik“ Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben – es war Krebs

26.08.2026 · 06:25 Uhr

Update | Nashville · Dolly Parton, eine der größten Countrysängerinnen aller Zeiten, ist gestorben. Sie verkaufte mehr als 100 Millionen Platten und stand häufiger an der Spitze der Charts als jede andere Countrymusikerin. Zu ihren Ehren ließ Trump die US-Flagge auf allen öffentlichen Gebäuden für eine Woche auf halbmast setzen.

Die USA und Fans auf der ganzen Welt trauern um die „Königin der Countrymusik“: Die US-Sängerin Dolly Parton ist nach Angaben ihrer Familie am Dienstag im Alter von 80 Jahren in Nashville gestorben. Bekannt wurde sie mit Hits wie „Jolene“ und der Ballade „I Will Always Love You“, die in der Version von Whitney Houston zu einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten wurde.

Dolly Partons Neffe Bryan Seaver verkündete den Tod seiner Tante in einem Video, das in Online-Netzwerken millionenfach aufgerufen wurde. Er würdigte sie darin als große Musikerin und Vorbild für mehrere Generationen. Dolly Parton habe nicht nur für zahlreiche Musikerinnen und Musiker, sondern für „Träumerinnen und Träumer aus allen Lebensbereichen Türen geöffnet“, sagte er.

Die Nachricht von Partons Tod verbreitete sich in den USA in Windeseile und ließ das tief gespaltene Land für einen Moment innehalten. Präsident Donald Trump nannte Parton „eine der größten Countrysängerinnen aller Zeiten“. Zu ihren Ehren ließ er die US-Flagge auf allen öffentlichen Gebäuden für eine Woche auf halbmast setzen. Das Empire State Building in New York sollte am Abend pink angestrahlt werden.

Auch Politiker der Demokraten würdigten die Sängerin, die sich unter anderem als Wohltäterin und Unterstützerin der LGBTQ-Gemeinschaft einen Namen gemacht hatte. Ex-Präsident Bill Clinton erklärte, Parton sei einzigartig gewesen.

Die Akademie für Countrymusik pries Partons „unverwechselbare Stimme, ihre unvergesslichen Songs, ihre Großzügigkeit und ihre überlebensgroße Ausstrahlung“. Country-Star Kacey Musgraves schrieb im Onlinedienst X, die Welt fühle sich nach dem Tod ihres Vorbilds „plötzlich viel weniger glitzernd an“. US-Schauspielerin Jane Fonda, die 1980 mit Parton in der Komödie „Warum eigentlich ... bringen wir den Chef nicht um?“ mitgespielt hatte, würdigte Parton als „verspieltes Südstaaten-Mädchen“ und schillernde Persönlichkeit.

Wie das Magazin „People“ unter Berufung auf Partons Team berichtete, starb die Sängerin nach einem „kurzen Kampf gegen den Krebs“. Sie war demnach erst am Freitag in eine Krebsklinik eingeliefert worden. Im Frühjahr und im vergangenen Herbst hatte sie eine Reihe von Konzerten in Las Vegas wegen Gesundheitsproblemen absagen müssen.

Im Laufe ihrer über 60-jährigen Karriere veröffentlichte die Sängerin fast 50 Studioalben und verkaufte mehr als 100 Millionen Platten. Sie stand häufiger an der Spitze der Charts als jede andere Countrymusikerin.

Der Erfolg war der Sängerin nicht in die Wiege gelegt worden: Dolly Rebecca Parton wurde am 19. Januar 1946 im ländlichen Sevierville im US-Bundesstaat Tennessee geboren und wuchs als viertes von zwölf Kindern in Armut auf. Bereits im Alter von zehn Jahren schrieb sie erste Songs und gab mit 13 Jahren ihr erstes Konzert.

Nach ihrem Highschool-Abschluss zog Parton nach Nashville, in die Hauptstadt der Country-Musik. Dort machte sie rasch Karriere und gehörte dank ihrer Teilnahme an einer Fernsehshow im Alter von 21 Jahren bereits zu den bekanntesten Persönlichkeiten der US-Musikszene.

Parton wurde mit zehn Grammys und zehn Preisen der Country-Akademie ausgezeichnet, zwei ihrer Songs wurden für Oscars nominiert. Bereits 1999 wurde Parton in die Country Music Hall of Fame aufgenommen, 2022 dann auch in die Rock 'n Roll Hall of Fame. Hier finden Sie eine Übersicht über ihre größten Hits.

Auch als Unternehmerin war Parton erfolgreich: Ihr eigener Freizeitpark namens Dollywood lockt jährlich Millionen von Besuchern nach Pigeon Forge in Tennessee. Zudem gründete sie einen Radiosender, Produktionsfirmen und Restaurants und schrieb gemeinsam mit dem Autor James Patterson den Bestseller „Run, Rose, Run“.

Auch als Philanthropin machte Parton Schlagzeilen. Die Entwicklung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna unterstützte sie mit einer Spende über eine Million Dollar (rund 830.000 Euro), ein von ihr betriebenes Leseförderprogramm verteilte weltweit rund 100 Millionen Bücher an bedürftige Kinder.

Eigene Kinder hatte Parton nicht. In einem Interview sagte sie einmal, stattdessen müssten ihre Songs im Alter für sie sorgen. Ihr Ehemann Carl Dean hielt sich stets im Hintergrund abseits des Rampenlichts, bevor er 2025 nach mehr als 58 Jahren Ehe starb.

Die Sängerin Miley Cyrus nannte den Tod ihrer Patentante einen „verheerenden Tag für die Menschheit“. Es gebe „so viele böse Menschen auf dieser Welt, und ausgerechnet ein reines Herz wie Dolly Parton mussten wir verlieren“, schrieb Cyrus auf X.

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