Glitzerlicht und Flaggen auf halbmast Fans und Wegbegleiter von Dolly Parton trauern in Tennessee
27.08.2026 · 15:07 Uhr
Nashville/Los Angeles/Washington · Fans in aller Welt trauern um Dolly Parton, darunter Film- und Country-Stars. An Gedenkorten legen Menschen Blumen nieder und hinterlassen persönliche Nachrichten und Erinnerungen zu Ehren der Country-Legende.
Weltweite Trauer und emotionale Tribute nach dem Tod von Dolly Parton: Sie galt als „Königin der Countrymusik“. Die US-Countrylegende starb im Alter von 80 Jahren, wie ihre Familie am Dienstag mitteilte. Bekannt wurde sie mit Hits wie „Jolene“ und der Ballade „I Will Always Love You“, die in der Version von Whitney Houston zu einem der erfolgreichsten Hits aller Zeiten wurde.
Parton, die bei ihren Auftritten mit ihren langen Fingernägeln auf mit Schmucksteinen verzierten Banjos und Gitarren spielte, war auch eine großzügige Philanthropin und erfolgreiche Geschäftsfrau. Aber für Millionen war sie schlicht „Dolly“ - eine Mischung aus Südstaaten-Charme, Humor und Glamour. Sie galt als feministisches Vorbild, weil sie in einer von Männern dominierten Unterhaltungsbranche die Zügel ihrer Karriere in der Hand hielt, ihre Songs eigenständig schrieb, die Rechte an ihren Werken besaß und ihre Finanzen kontrollierte.
Die Nachricht von Partons Tod verbreitete sich in den USA in Windeseile. Die Sängerin Miley Cyrus, ein Patenkind von Parton, nannte den Tod ihrer Patentante einen „verheerenden Tag für die Menschheit“. Es gebe „so viele böse Menschen auf dieser Welt, und ausgerechnet ein reines Herz wie Dolly Parton mussten wir verlieren“, schrieb Cyrus auf X.
Trauerbeflaggung für eine Woche in den USA
US-Präsident Donald Trump ließ die Fahnen im ganzen Land für eine Woche auf halbmast setzen. „Ruhe in Frieden, Dolly!“, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Ihren Tod nannte er einen „wahren Verlust für Millionen von Menschen“.
Kurz nach Bekanntwerden von Partons Tod schrieb der Minderheitenführer im US-Senat, der Demokrat Chuck Schumer: „Dolly Parton wurde in jeder Ecke unserer Nation geliebt.“ Schumer sprach von einem epischen Verlust und nannte die Gründerin eines Leseprogramms für Kinder eine „Macht des Guten“.
Zu Ehren der verstorbenen Künstlerin tauchte das Empire State Building in New York die Spitze des Gebäudes am Abend in glitzerndes, rosa Licht, wie die Betreiber mitteilten. Auf Partons Sternenplakette auf Hollywoods „Walk of Fame“ wurden Blumensträuße abgelegt. 1984 war die Sängerin dort gemeinsam mit Sylvester Stallone, ihrem Co-Star aus der Musicalromanze „Rhinestone“ verewigt worden.
Oscar-Akademie schreibt Emotionales über Parton
Auch die Oscar-Akademie erinnerte in einem emotionalen Tribut an die Sängerin. „Nur wenige Stars konnten eine Filmleinwand so zum Leuchten bringen, durch ein Lied eine Geschichte erzählen oder so einen Weg in unsere Herzen finden wie Dolly Parton“.
Die „Jolene“-Sängerin, die zweimal mit ihren Songs für einen Oscar nominiert war und in mehreren Filmen mitspielte, darunter „Magnolien aus Stahl“, hatte im vorigen November für ihr soziales Engagement einen Ehren-Oscar erhalten. Die Grammy-Preisträgerin engagierte sich mit ihrer Dollywood-Stiftung unter anderem für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Zudem hatte sie sich als Wohltäterin und Unterstützerin der LGBTQ-Gemeinschaft einen Namen gemacht. Auch die Entwicklung des Corona-Impfstoffs der Firma Moderna hatte Parton sie mit einer Spende über eine Million Dollar (rund 830.000 Euro) unterstützt.
Popstars von Elton John bis Kacey Musgraves - „Schockiert und am Boden zerstört“
Popstar Elton John schrieb in einer Instagram-Story: „Schockiert und am Boden zerstört, von Dollys Tod zu hören. Eine gigantische Künstlerin - einzigartig und unersetzlich, mit dem gütigsten Herz“.
Country-Stars mehrerer Generationen meldeten sich zu Wort. Reba McEntire dankte Parton auf Instagram „für all die wunderbaren Dinge, die du hier auf der Erde für uns getan hast“. Sie habe so viel mit ihrem „riesigen, riesigen Herzen“ gegeben. „Es wird niemals wieder jemanden wie dich geben“. Grammy-Preisträgerin Kacey Musgraves trauerte auf der Plattform X: „Dolly. Das tut wirklich weh“. Die Welt sei plötzlich viel weniger funkelnd, schrieb die Sängerin. Sie sei die Beste der Besten gewesen, zollte US-Sänger Lance Bass auf Instagram Tribut. „Wir werden dich immer lieben, Dolly!“.
Filmstars zollen Parton Tribut
Schauspielerin Lily Tomlin, die mit Parton die Hit-Komödie „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“ (1980) drehte, schrieb auf Instagram fassungslos: „Keine Worte“ - zu einem gebrochenen Herzen. Oscar-Preisträgerin Jamie Lee Curtis würdigte Partons Mut, sich stets weiterzuentwickeln. Sie sei ein großartiges Vorbild für uns alle, schrieb die Schauspielerin auf Instagram.
Millionen Menschen würden trauern, schrieb Oscar-Preisträgerin Jane Fonda in einem emotionalen Instagram-Tribut. „Dolly wird immer bei uns sein, weil sie so präsent, so stark, so großzügig und verspielt war, dass sie für immer in all unsere Leben und Herzen eingewoben ist.“
Kindheit in Armut
Geboren wurde Dolly Rebecca Parton am 19. Januar 1946 im US-Bundesstaat Tennessee in einer kleinen Holzhütte. Die Eltern und ihre insgesamt zwölf Kinder lebten in Armut. In der Kirche und zu Hause wurde viel Musik gemacht und gesungen. Dabei zeigte sich schnell das Talent von Parton.
Schon mit zehn Jahren trat sie in örtlichen Fernseh- und Radioshows auf. Als Teenager Dolly sang sie in der berühmten „Grand Ole Opry“-Show in Nashville. Nach dem Schulabschluss 1964 zog Parton ganz nach Nashville und begann ein Leben als Songwriterin und Musikerin. Ihre erste Single schaffte es 1967 nur auf Platz 24 der Country-Charts. Es folgten viele weitere Hits, darunter „Jolene“ und „Nine to Five“ - und das Liebeslied „I Will Always Love You“, das später auch Whitney Houston großen Erfolg einbrachte.
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