Erklärt
Software im Auto: Garantie, Grenzen und versteckte Kosten
Während Hersteller sicherheitsrelevante Programme meist zehn bis fünfzehn Jahre pflegen, laufen Infotainment und vernetzte Dienste oft nur wenige Jahre kostenlos – danach werden diese zum kostenpflichtigen Extra.
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Wie lange das Navi funktioniert, hängt von Herstellergarantien und Softwareabos ab.
PD
Leserfrage: Wenn ich heute ein neues Auto kaufe, ist es mit Betriebssystem und jeder Menge anderer Software bestückt. Für wie lange garantieren die Autohersteller die Aufdatierung der Programme?
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Einen verbindlichen Zeitraum für alle Software-Updates garantieren die Automobilhersteller den Kunden im Kaufvertrag in der Regel nicht. Während etwa Smartphone-Hersteller mittlerweile fünf bis sieben Jahre Update-Garantie geben, halten sich Autobauer bei vertraglichen Garantieversprechen bedeckt. In der Praxis muss man jedoch zwischen drei verschiedenen Arten von Updates unterscheiden:
Sicherheitskritische Updates
Nach der EU-Digitalrichtlinie sowie strengen Uno-Regularien (Unece-Normen R155 und R156) sind Hersteller verpflichtet, Software-Sicherheitslücken zu schliessen und das Fahrzeug während seiner Betriebszeit verkehrssicher zu halten. Die Hersteller setzen den erwarteten und damit garantierten Zeitraum auf zehn bis fünfzehn Jahre fest.
Solche Updates sind immer kostenlos und betreffen Steuergeräte, Bremsen, Batteriemanagement, Airbags oder den Schutz vor Hackerangriffen. Wichtig: Erhält ein Auto keine notwendigen Updates, verliert es im schlimmsten Fall gar die Betriebserlaubnis.
Infotainment- und Online-Dienste
Für Live-Verkehrsdienste, Sprachassistenten und Apps sind je nach Hersteller Updates während zwei bis sieben Jahren seit Erstzulassung des Fahrzeugs im Kaufpreis enthalten. Nach Ablauf der Garantie muss der Nutzer bei bestimmten Herstellern monatliche oder jährliche Abonnements abschliessen.
Funktionsupgrades
Meist wird die Software für das Betriebssystem über die Cloud aufdatiert. Dies geschieht in der Regel, solange die jeweilige Modellgeneration produziert wird. Ob ein Fahrzeug neue Funktionen per Update erhält, also etwa ein verbessertes Autopilotsystem, neue Menu-Designs oder integrierte KI-Assistenten, hängt stark von der im Fahrzeug verbauten Hardware (Prozessoren, Arbeitsspeicher) ab. Je neuer der Wagen ist, desto umfangreicher können solche Updates sein. Neueste Fahrzeuge, die softwaredefiniert sind, verfügen über leistungsfähige Prozessoren und grosse Arbeitsspeicher.
Doch selbst Fahrzeuge, die auf dem neusten Stand der Entwicklung sind, altern. Wenn man davon ausgeht, dass Autos im Schnitt zehn bis fünfzehn Jahre im Verkehr bleiben, kann es zu einer Art Hardware-Überforderung mit immer neuer Software kommen. Dann stösst der Bordrechner an seine Grenzen, weshalb unter Umständen neuere Softwareversionen für ältere Baujahre nicht mehr freigegeben werden.
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Die gute Nachricht ist: Autokäufer müssen keine Angst haben, dass ihr Fahrzeug nach wenigen Jahren wegen fehlender Sicherheitsupdates unbrauchbar wird. Die Sicherheit wird vom Hersteller gepflegt, insbesondere auch gegen Cyberkriminalität.
Wenn es aber um vernetzte Dienste geht – man spricht im Jargon von Konnektivität –, müssen Käufer damit rechnen, dass nach drei bis fünf Jahren jährliche Abogebühren anfallen. Für eine Echtzeit-Stauüberwachung im Navigationssystem, Musikstreaming oder gewisse Apps verlangen manche Autohersteller nach Ablauf einer Gratisfrist Benutzungsgebühren.
Am besten informieren sich Kunden vor dem Kauf gezielt über Nutzungspakete und deren anfallende Kosten. Diese finden sich meist nicht im Kauf- oder Leasingvertrag.




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