👋 Hey everyone,
📊 bisher haben sich die Märkte angesichts der Tragweite des Konflikts noch recht okay-ish gehalten. Die Wall Street recht robust, Europa, die Emerging Markets und Gold und Silber weniger. Hier rappelt es schon ordentlich in der Kiste.
⚠️ Jetzt spitzt es sich zu:
• Knapp vier Wochen dauert der Krieg, die so sicher kaum eingeplant waren. Dem Markt schwant, dass es länger dauern könnte – und dass sich die USA und Israel in einen unkalkulierbaren Krieg verrannt haben könnten.
• Vergleichen wir den Irankrieg einmal auf einer oberflächlichen Ebene mit den anderen geopolitischen Worst Cases der vergangenen Dekaden: dem Ölpreis-Schock von 1973/74, dem ebenfalls ein Krieg im Nahen Osten vorausging, dem Irakkrieg 1991 und 2003 und 9/11. Alle geopolitischen Makro-Events haben Rezessionen und Bärenmärkte getriggert.
• Das Ausmaß des Irankriegs erscheint mir unterdessen wie ein dystopisches Szenario, das selbst für Homeland und Teheran zu weit hergeholt gewesen wäre. Wir erleben hier jeden Tag noch vor wenigen Jahren völlig unvorstellbare Gefechte und Einschläge, für die wir durch den Katastrophen-Loop der letzten Jahre mit Ukraine-Krieg, Covid und Social-Media-/AI-Wahnsinn schon völlig abgestumpft zu sein scheinen.
🌍 Aber nur einmal heruntergebrochen auf das, was auf dem Spiel steht:
• Verknappung der Öl- und Energieversorgung der Weltwirtschaft in einem Umfang von bis zu 20 Prozent
• Implikationen für Handel und Lieferketten
• Zerstörung von Ökonomie und Infrastruktur auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte
• Eskalierendes Pulverfass Naher Osten auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte
• Verschiebung der geopolitischen Kräfte: Ende der Ära des Westens vs. Chinas Aufstieg
• Wild Card zudem: Was macht Russland daraus?
🤯 I mean: WTF! Ich will das Wording des Panikraums Twitter vom „WW III“ nicht 1:1 wiedergeben – aber an eine solche Eskalationsspirale wie in den letzten Wochen kann ich mich in meiner Lebenszeit kaum erinnern.
🧨 Und dieses toxische Gemenge nehme man nun und füge es zu einer sich eintrübenden Weltwirtschaftslage, Private-Credit-Exzessen, der potenziellen AI-Disruption des Arbeitsmarkts und einem seit 17 Jahren laufenden, erschöpften Bullenmarkt hinzu.
😬 Bei mir kommen dieser Tage schlagartig einige wenig gute Assoziationen auf.
🎬 Die erste: der ikonische Jeremy-Irons-Moment in Margin Call, als er in der Nacht des Untergangs sagt: „My job is to listen to the music — and right now, I don’t hear a sound.“
🦠 Und dann die Tage und Wochen vor dem Corona-Crash. Ich konnte im Februar 2020 nicht glauben, dass der Markt so wenig auf das neue Killervirus aus China reagierte, obwohl sich dort bereits alles im Lockdown-Modus befand – bis er es dann doch tat. Und zwar mit dem heftigsten Ausverkauf auf Vier-Wochen-Sicht. Minus 35 (sic!) Prozent in den Leitindizes in nur vier Wochen. Wow!
🏦 Die große Finanzkrise lief ähnlich an. Auch 2008 haben wir das ganze Jahr über schon sehr bedenkliche Vibes am Markt vernommen – angefangen mit der Bear-Stearns-Pleite im März 2008. Bis zum Lehman-Meltdown dauerte es jedoch noch einmal sechs Monate.
❓ Und jetzt? Ich kann mir nicht helfen, aber die Gemengelage ist so toxisch, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass wir 2026 noch einmal so davonkommen wie 2025 nach dem Liberation Day – also mit einem Selloff und dann sieben Monaten in der Folge steigenden Kursen.
⛽ Selbst wenn es in den nächsten Tagen oder Wochen eine schnelle Lösung geben sollte, ist buchstäblich schon so viel Erde verbrannt worden, dass ich nicht sehe, wie die Weltwirtschaft einer Rezession entgehen sollte. Stagflation dürfte das Wort der nächsten Monate werden – und der Blick zurück auf die Ölkrisen der 70er-Jahre häufiger.
📚 Wiederholt sich Geschichte, müssten sich Anleger auf ganz andere Abverkäufe als zuletzt einstellen – 17 Jahre Bullenmarkt haben den Blick für die mögliche Tiefe von Bärenmärkten vernebelt.
📉 Die Vergleiche der Geschichte sind schmerzhaft:
• 35 bis 40 Prozent gingen im Corona-Crash 2020 verloren
• 50 bis 55 Prozent im Lehman-Crash 2008/09
• 48 bis 50 Prozent im kumulierten Dotcom-/9/11-/Irak-Kriegs-Crash
• 48 Prozent in der ersten Ölkrise von 1973/74
🕰️ Es ist unmöglich zu sagen, ob mit dem aktuellen Sell-off der Abverkauf in Richtung eines solchen Crashs bereits begonnen hat. Aber früher oder später werden wir solche Bärenmärkte wieder sehen.
🎢 17 Jahre kannten die Kurse in Krisen vor allem eine Richtung: nach oben. Gut möglich, dass das Pendel nun in eine andere Richtung ausschlägt. Yikes! Oder in den Worten von Queens Jahrhundert-Hit Bohemian Rhapsody:
Mama, just killed a man
Put a gun against his head
Pulled my trigger, now he’s dead
Mama, life had just begun
But now I’ve gone and thrown it all away
Mama, ooh, didn’t mean to make you cry
If I’m not back again this time tomorrow
Carry on, carry on as if nothing really matters
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