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Lass mal BESSER reden. · Dec 18, 2025

Die AfD ist stark – aber sie ist nicht das Problem.

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Dana Buchzik · Lass mal BESSER reden.

Die AfD ist in Umfragen weiterhin die stärkste Partei Deutschlands. Es gibt viele Möglichkeiten, darüber zu sprechen, was das für uns als Gesellschaft bedeutet. Aber jede Version dieser Deutungen braucht Respekt für die Komplexität von Radikalisierung.

Ich bin in einer demokratiefeindlichen Sekte aufgewachsen und habe von klein auf erlebt, auf wie viele Weisen Politik und Gesellschaft beim Thema Radikalisierung scheitern: Lehrer*innen lernen im Studium nicht, wie sie Kinder und Jugendliche dazu empowern können, Manipulation zu erkennen; Fachkräfte in Jugendämtern sind selten geschult, Kindeswohlgefährdung im Kontext von Radikalisierung einzuordnen.

Redaktionen interessierten sich für die systemischen Aspekte von (De-)Radikalisierung mehrheitlich erst ab 2014 und 2015 – im Zuge islamistischer Anschläge also, während rechtsextremistische Gewalttäter oft vorschnell als Einzelfälle und einsame Wölfe verharmlost wurden. Die Politik wiederum reagierte auf Radikalisierung vor allem, wenn sie sich nicht mehr ignorieren ließ (z.B. nach Attentaten), und dann meist nach dem gleichen Schema: Mehr Befugnisse für den Verfassungsschutz.

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Wir brauchen ein parteiübergreifendes Verständnis dafür, dass es keinen radikalen oder extremistischen „Typ“ gibt, sondern Radikalisierung grundsätzlich jeden Menschen betreffen kann. Dass Überwachung nicht die einzige Antwort auf Radikalisierung sein darf, sondern dass auf allen gesellschaftlichen Ebenen fundierte Präventions- und Deradikalisierungsstrategien erforderlich sind. Dass sich radikale Akteure nicht „inhaltlich stellen“ lassen, weil radikale Überzeugungen auf Emotionen basieren und entsprechend mit Fakten nicht angreifbar sind. Wir brauchen einen Abschied von Wahlplakat-Rhetorik und eine glaubhafte Vermittlung von Kompetenz, Sicherheit und demokratischen Werten – als Alltagspraxis.

Nachhaltige demokratische Überzeugungsarbeit bedeutet Beziehungsarbeit. Gute Antworten und Strategien finden sich längst in der psychologischen und soziologischen Forschung. Auf dieser Basis habe ich mit Blick auf das Wahljahr 26 ein Kommunikationsprogramm entwickelt, das Reaktanz ab- und Vertrauen (wieder) aufbaut. Ich arbeite mit politischen Akteur*innen in Berlin und Hamburg zusammen, mit einer Kombination aus Theorie (Erkenntnisse der internationalen Radikalisierungsforschung; Unterschiede im Demokratieverständnis im deutschen Osten vs. Westen) und Praxis (Trainings für Haustürwahlkampf und Infostände). Bist du parteipolitisch aktiv und denkst, dieser Ansatz könnte auch für euch hilfreich sein? Schreib mir gern.

Am Sonntag geht’s hier mit Abgrenzungshacks für Weihnachtskonflikte weiter 🤝

Read the original on danabuchzik.substack.com

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