RSS Amplifier

Zukunftsforum Wienerwald · Apr 29, 2026

Wenn der Tank und auch das Börserl leer sind!

0
Sign in to vote or save

This page did not load. You can still read it on the original site — the toolbar below keeps your place in the directory.

Österreichs Hauptproblem scheint derzeit der angestiegene Ölpreis zu sein, Auswirkungen unseres fossil getriebenen "schneller-höher-weiter" jedoch nicht. Ein paar Punkte dazu im heutigen Newsletter

“Das sagt der Hausverstand…”

Weil es gerade zum Thema so gut passt, möchte ich Euch am Anfang eine kurze Anekdote erzählen: Ich war zuletzt bei einem Supermarkt - der mit dem “Hausverstand” und dem gelben Schriftzug - einkaufen.
An der Kasse habe ich dann eine Rechnung von € 38,80 mit € 40,- Papiergutscheinen bezahlt. Ein normales Rückgeld konnte ich nicht bekommen, sondern bekam eine Gutschrift auf einer neuen Plastik-Card über € 1,20. Damit habe ich also gleich gratis meine Wochenration an Mikroplastik geschenkt bekommen. Ehrlich gesagt ist das alles für mich in der Situation viel zu schnell gegangen, um außer blöd dreinzuschauen irgendwas dagegen machen zu können.

Was in Zeiten einer scheinbaren Ölpreiskrise, dem ohnehin zu hohen Einwegplastik-Verbrauch und dem damit verbundenen Plastikmüll, der von Politik und Werbung so oft strapazierte “Hausverstand” dazu sagt, weiß ich nicht. Der Preis für Erdöl, aus dem viele Kunststoffe produziert werden, scheint jedoch noch billig genug zu sein, um sich keine Gedanken über den Plastikkartenverbrauch für € 1,20 Rückgeld machen zu müssen.

Danke fürs Lesen von Zukunftsforum Wienerwald! Abonnieren Sie kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen.

Österreich ist unter den Top 20 der Welt…

…zumindest beim Verbrauch seiner Ressourcen, die ihm in einer gerechten Welt zustehen würden. Am 2. April haben wir den österreichischen “Overshoot Day” (auch als “Erschöpfungstag” bezeichnet) “gefeiert” und sind damit weltweit auf Platz 16. Seitdem ist also unser Börserl an Ressourcen für dieses Jahr leer und wir leben davon, dass wir mehr konsumieren, produzieren und wegwerfen, als uns zustehen würde. Seit dem 3. April beuten wir die natürlichen Ressourcen wesentlich stärker aus, als sie sich regenerieren und nachwachsen können und überlassen die Schulden durch das “Leben auf viel zu großem Fuß(abdruck)” unseren Kindern bzw. anderen Ländern, die weniger konsumieren, als ihnen zustehen würde.

Die Auswirkungen unseres Lebensstils

Um begrenzte Ressourcen, wie Erdöl oder Trinkwasser, entstehen Konflikte und es werden sogar Kriege geführt. Dies führt nicht nur zu unmittelbaren schrecklichen Tragödien sondern auch zu enormen langfristigen Umweltschäden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung.

Aktuelle Beispiele aus dem Iran und Persischen Golf sowie aus dem Schwarzen Meer zeigen die langfristigen Auswirkungen auf die Natur und damit auch auf die Gesundheit und Lebensgrundlagen der Menschen. Im Schwarzen Meer sind zum Beispiel Delfinarten als “Spitzenprädatoren” vom Aussterben bedroht, wodurch auch ganze Ökosysteme vor dem Kollaps stehen. Aufgrund des Krieges können Ökolog:innen dort nur die Verschlechterung der Situation dokumentieren, dagegen etwas unternehmen können sie jedoch nicht.

Unsere Wegwerfgesellschaft produziert auch viel zu viel Abfall, der zum Teil auch in andere Länder, wie die Türkei, exportiert wird und dort ähnliche Schäden für Mensch und Natur verursacht, wie es Kriege tun.

Was wir tun können

Im Sinne von “global denken, lokal handeln” gibt es auch einige Möglichkeiten, den viel zu hohen Fußabdruck durch Maßnahmen in unserer Region zu verringern. Ein paar Beispiele dazu:

  • Man kann sich überlegen, ob man ein neues Produkt wirklich braucht, bevor man es kauft oder, ob nicht weniger zu kaufen und besitzen gleichzeitig mehr an Lebensqualität ist (Stichwort “Suffizienz”).

  • Man kann auch Angebote aus der Region mehr zu nutzen; Egal ob das die Nutzung regionaler Rohstoffe (zum Beispiel Holz) oder der Kauf regionaler Lebensmittel ist. Hier kann man zum Beispiel weniger, dafür aber regional und biologisch produzierte tierische Produkte (Fleisch, Milch, Butter, Eier) konsumieren, was nicht nur ressourcensparend sondern auch deutlich gesünder wäre. Die Ernährungspyramide des WWF ist ein Beispiel von Empfehlungen, sich gesünder und ressourcensparender zu ernähren.

  • Im Bereich der Mobilität kann man sich auch überlegen, ob man wirklich jeden Meter mit dem eigenen (Verbrenner-)Auto fahren muss oder viele Wege nicht auch zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis zurücklegen kann.

  • Bei der Energieversorgung sollte man auf möglichst ökologische Anbieter schauen oder gleich regionalen Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) beitreten.

  • etc.

Von der Natur und “den Alten” lernen!

Diese genannten Beispiele tragen dazu bei, weniger fossile Energieträger zu verbrauchen und damit auch unabhängiger von Erdöl zu werden. Viele der genannten Beispiele können als Beitrag zu einer sogenannten “Kreislaufwirtschaft” gesehen werden, über die ich auch in der regionalen Online-Zeitschrift Elsbeere einen Artikel geschrieben und mir die Frage gestellt habe, was wir dazu von der Natur und “von den Alten” lernen können.

Eine interessante Sendung zum Thema Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft war zuletzt auch auf Ö1 zu hören.

Positive Kipppunkte nutzen

Neben den gefährlichen Kipppunkten in der Natur gibt es umgekehrt auch sehr viele positive Kipppunkte, die man unterstützen kann. Biber sind zum Beispiel wichtige Baumeister, die bei uns heimisch sind und Vieles in der Natur sehr kostengünstig zu einem Besseren machen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt. Genauso weiß man, dass Wölfe an der Spitze der Nahrungskette oder große Pflanzenfresser, wie Elche, Wisente oder Hirsche, sehr großen Einfluss auf die positive Entwicklung von Ökosystemen haben können und diese wieder naturnäher machen. Wie man mögliche Konflikte zwischen Natur und Mensch am besten verhindert oder bearbeitet, findest du in diesem Leitlinien der IUCN zu “Human Wildlife Coexistence”, den es seit kurzem auch auf Deutsch gibt.

Ich hoffe ich konnte mit dieser thematisch breiten Zusammenstellung an Beispielen nicht nur die derzeit negativen Auswirkungen unseres Handelns und Wirtschaftens darstellen sondern auch Beispiele zeigen, wie wir etwas zu einem Besseren für Alle beitragen können.

Ich freue mich über Kommentare und Ergänzungen!

Danke fürs Lesen von Zukunftsforum Wienerwald! Abonnieren Sie kostenlos, um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen.

Read on arnoaschauer.substack.com

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.