Komisch (von k�mos) ist etwas, insofern es uns durch seinen Widerspruch zum Logischen, Vern�nftigen, zur Idee, zum Gewohnten, Nat�rlichen, Zweckm��igen �berrascht, so aber, da� wir uns durch das Objekt selbst rasch besinnen und die Verkehrtheit, den Widersinn der Sache, der Situation einsehend, uns wieder erleichtert, einheitlich und als �berlegene f�hlen. Das Gef�hl des Komischen, L�cherlichen beruht stets auf einem Kontrast, einem Widerspruch zum Gewohnten, Nat�rlichen, Vern�nftigen, auf einer �berraschung (Depression) und darauf folgender erhebender Einsicht, begleitet von physiologischen Prozessen (Lachen); doch m�ssen wir von ernsten praktischen Folgen der betr. Handlung u.s.w. absehen k�nnen, es darf sieh (bewu�t) nicht um wichtige Dinge handeln, eine gewisse �Harmlosigkeit� ist Bedingung. Eine Art des Komischen ist das Humoristische. Humor im engeren Sinne bedeutet die heitere Betrachtung eines Ernsten, die F�higkeit, das Heitere im Ernsten zu erblicken und so den Ernst zu mildern, zu verkl�ren.
ARISTOTELES erkl�rt: H� k�m�dia estin mim�sis phauloter�n men, ou mentoi kata pasan kakian, alla tou aischrou esti to geloion morion. to gar geloion estin hamart�ma ti kai aischos an�dynon kai ou phthartikon, hoion euthys to geloion pros�pon aischron ti kai diestrammenon odyn�s (Po�t. 5). Aristoteles definiert also das Komische als etwas Ungereimtes, das unsch�dlich ist. CICERO erblickt das L�cherliche in einer �turpitudine et deformitate quadam�, die ohne Schlechtigkeit ist (De oratore II, 58 ff.). Nach HOBBES liegt das Komische im Unerwarteten, verbunden mit dem Bewu�tsein eigener F�higkeit �berlegenheit (�sudden glory�) (Hum. nat. IX, 13). Nach MENDELSSOHN beruht das Lachen auf einem �Kontrast zwischen einer Vollkommenheit und Unvollkommenheit. Nur da� dieser Kontrast von keiner Wichtigkeit sein und uns nicht sehr nahe angehen mu�, wenn er l�cherlich sein soll� (WW. I 2, 41). Nach KANT ist das Lachen ein Affekt aus der �pl�tzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts� (Krit. d. Urt. � 54). Im Lachen Erregenden ist etwas Widersinniges (ib.). Nach JEAN PAUL besteht das Komische im �unendlichen Kontrast zwischen der Vernunft und der ganzen Endlichkeit� (Vorsch. d. �sthet. � 31). Der Humor ist das �romantisch Komische� (ib.). Nach BOUTERWEK ist das L�cherliche �eine besondere Erscheinung des Widersinnigen, das sich selbst oder wenigstens seine beabsichtigte Wirkung zerst�rt� (�sthet. I, 178). Es �berrascht uns, ist gleichsam ein Nervenkitzel (l.c. I, 179 f.). Das Komische ist eine Modification des Witzigen (l.c. I, 181 f.). SUABEDISSEN erkl�rt: �Das Wohlgefallen an dem L�cherlichen �berhaupt... entstehet durch alles Uneinstimmige im Menschenleben, wiefern es die Seele aufmerksam macht, auch wohl spannet, sich aber auch bald als bedeutungslos darstellt und so die Spannung wieder aufhebt� (Grdz. d. Lehre von d. Mensch. S. 267). Nach REINHOLD ist das L�cherliche die �sthetische Darstellung einer Ungereimtheit, eines logischen Widerspruches. Nach BENDAVID entsteht es aus der Wahrnehmung eines Mi�verh�ltnisses zwischen Wirkung und Ursache (Geschmackslehre S. 117 ff.). Wie HEYDENREICH (Grunds�tze d. Krit. d. L�cherl. 1797) erkl�rt P�LITZ: �Das L�cherliche entspringt aus sinnlich erscheinender, aus anschaulicher Ungereimtheit und wird durch die Versinnlichung von etwas Widersinnigem, Zweck- und Verh�ltniswidrigem bewirkt, welches wir an einer menschlichen Individualit�t bemerken� (�sthet. I, 242). Nach C. H. WEISSE ist die Komik ein �L�genstrafen einer angema�ten Hoheit und Absolutheit� (�sthet. I, 212). Nach A. RUGE ist das Komische das Sich-wiedergewinnen der Idee aus der Versunkenheit (Neue Vorsch. d. �sthet. S. 58 ff.). K. ROSENKRANZ definiert: �Das Komische ist die Aufl�sung des H��lichen, indem es sich selbst vernichtet.� Die gespannte Erwartung l�st sich in nichts auf (Syst. d. Wiss. S. 564). Indem das Komische �die Nullit�t des Scheines der Idee aufdeckt, der sich an Stelle ihrer positiven Erscheinung aufspreizt�, wird sie satirisch, ironisch, humoristisch. Der Humor ist �die vollkommene Wiederherstellung der Idee des Sch�nen in ihrer Einheit mit der Idee des Wahren und Guten, und zwar so, da� er die ganze Tiefe der Entzweiung der empirischen Existenz mit dem Wesen des Geistes in sich aufnimmt, den Optimismus der absoluten Freiheit affirmiert und die Vers�hnung des Geistes mit sich selbst, auch im Leiden, im Ungl�ck, im Mangelhaften, im Endlichen �berhaupt, als das Werk der in sich unendlichen Subjektivit�t darstellt� (l.c. S. 565). Nach TH. VISCHER ist das Komische ein �Sch�nes im Widerstreit seiner Momente�. (�sthet.). Er betont, bei allem Komischen leihe der Zuschauer dem Gegenstand sein �Besserwissen� (Das Sch�ne u. d. Kunst2, S. 185; vgl. �b. d. Erhab. u. Kom. 1837). M. CARRIERE erkl�rt: �Im Komischen ist immer etwas, das uns verbl�fft oder chokiert, und wenn es bestehen bliebe, so w�rde es uns verwirren und �rgern; aber indem es zugleich an seinem eigenen Widerspruch zugrunde geht, l�st sich die Dissonanz, und dies anzuschauen erheitert wieder und gibt uns die Gewi�heit, da� nur das Gute, Sch�ne, Wahre auch das Wirkliche und Dauernde ist� (�sthet. I, 197). Nach BENEKE werden die �Gef�hle des L�cherlichen� begr�ndet, �wenn zwei Seelent�tigkeiten, den Erweckungsverh�ltnissen nach, v�llig aufeinander fallen oder eins werden sollten, dieses Einswerden aber durch den Gegensatz derselben unm�glich gemacht und infolgedessen das Bewu�tsein von der einen zur andern hin�ber- und her�bergeworfen wird, ohne da� sie weder sich verbinden, noch zu einem reinen Nebeneinander gelangen k�nnen� (Lehrb. d. Psychol.3, S. 200). Nach K. LANGE beruht das (Natur-) Komische auf dem gleichzeitigen Entstehen zweier einander inhaltlich eigentlich ausschlie�ender Vorstellungsreihen (Wes. d. Kunst I, 342). - Nach SCHOPENHAUER entsteht das Lachen �aus der pl�tzlich wahrgenommenen Inkongruenz zwischen einem Begriff und den realen Objekten, die durch ihn, in irgend einer Beziehung, gedacht werden, und es ist selbst eben nur der Ausdruck dieser Inkongruenz�. �Jedes Lachen also entsteht auf Anla� einer paradoxen und daher unerwarteten Subsumtion� (W. a. W. u. V. I. Bd., � 13; Bd. II, C. 8). Humor ist �der hinter dem Scherz versteckte Ernst� (ib.). Nach K. FISCHER werden wir im Komischen frei von dem Drucke der Welt, von der Macht der Dinge, wir sehen herab auf das Objekt, wir verhalten uns wie das Unendlichgro�e zum Unendlichkleinen (�b. d. Witz S. 76 f.). Aus dem ungedr�ckten Selbstgef�hl entspringt die Heiterkeit (l.c. S. 85). Nach TH. ZIEGLER wird im Komischen ein Unlogisches, ein Widerspruch gegen die Vernunft ad absurdum gef�hrt (Das Gef.2, S. 142 ff.). �hnlich RENOUVIER (Nouv. Monadol. p. 214). Psychologische Erkl�rungen des L�cherlichen und Komischen geben L. DUMONT (Vergn�g. u. Schmerz S. 244 ff.; vgl. Les causes du rire 1862) und A. LEHMANN (Menschl. Gef�hlsleb. S. 350). Nach H. H�FFDING ist allem L�cherlichen gemein, �da� etwas Ohnm�chtiges wegen des Gegensatzes zu einer �berlegenen Macht pl�tzlich in seiner Nichtigkeit erscheint. Das L�cherliche setzt voraus, da� wir uns einen Augenblick haben dupieren, verbl�ffen, von einer Illusion befangen oder durch eine Erwartung spannen lassen, und da� das Ganze sich nun auf einmal in nichts aufl�st� (Psychol.2, S. 408 f.). Die Kontrastwirkung des L�cherlichen �entsteht dadurch, da� zwei Gedanken oder zwei Eindr�cke, die jeder f�r sich ein Gef�hl erregen und deren letzterer niederrei�t, was ersterer aufbaut, pl�tzlich aufeinander sto�en� (l.c. S. 409 f.). Humor ist �das Gef�hl des L�cherlichen auf Grundlage der Sympathie� (l.c. S. 407). Nach K. GROOS besteht die positive Grundlage des Komischen immer in einer �Verkehrtheit�, �die uns mit einem angenehmen Gef�hl unserer eigenen �berlegenheit erf�llt�. Die Verkehrtheit �verbl�fft� (erster �Choc�), diese Verbl�ffung ist eine Spannung, die bis zur Erkenntnis der Verkehrtheit dauert, dann tritt der Genu� der �berlegenheit auf (Einl. in d. �sthet. S. 378 ff., 463 ff.). Nach LIPPS beruht das Gef�hl des Komischen darauf, da� �einem Bedeutungslosen und zur Inanspruchnahme seelischer Kraft aus eigener Energie relativ Unf�higen in hohem Ma�e seelische Kraft zur Verf�gung steht�. Die leichte, ungehemmte Ausbreitung des Wahrnehmungsinhalts bewirkt Lust (Philos. Monatsh. 24. Bd., S. 142 f.; vgl. Bd. 25 u. Kom. und Hum.). �hnlich G. HEYMANS (Zeitschr. f. Psychol. XI, 31 ff., 333 ff.). �BERHORST erkl�rt: �Komisch erscheint uns ein Zeichen einer schlechten Eigenschaft einer andern Person, wenn uns an uns selbst keines ebenderselben schlechten Eigenschaft zum Bewu�tsein kommt, und das keine heftigen unangenehmen Gef�hle in uns hervorruft� (Das Kom. I, 2 f.). Die Lust am Komischen ist die Lust daran, da� wir die guten Eigenschaften uns selbst beilegen, uns �ber den Besitz derselben freuen (l.c. S. 524 ff.). Metaphysisch fa�t den Humor BACKHAUS auf. �Der Humor ist es, welcher mit seinem Weltblick die Einzeldinge umfa�t und in ihnen das Ganze der Dinge schaut: die unzerst�rbare Einheit von Idee und Erscheinung, von Kraft und Materie, von Wille und Vorstellung. Sein ganzes Streben ist darauf gerichtet, zu vereinigen, was feindlich sich flieht� (Wes. d. Humors S. 205). �Der Humor ist das k�nstlerische, in der Natur gegr�ndete Lebensprinzip aller einzelnen Erscheinungsformen im Kosmos� (l.c. S. 79). - Nach ZEISING ist das Komische �das Sch�ne in der Form desjenigen Widerspruchs, durch den das anschauende Subjekt aus der Empfindung einer objektiven Unvollkommenheit, oder richtiger Vollkommenheitswidrigkeit, unmittelbar in die Empfindung der subjektiven Vollkommenheit hin�bergerissen wird� (�sthet. Forsch. S. 282 ff.). Vgl. SULZER, Theorie der sch�nen K�nste; FL�GEL, Gesch. d. kom. Literat.; EBERHARD, �sthet. II, 211 ff.; H. SPENCER, Physiol. of Laughter, Ess. vol. I; E. HECKER, Die Physiol. u. Psychol. d. Lachens u. d. Kom. 1873; J. COHN, Allgem. �sthet. S. 206 ff.; SOLGER, �sthet.