feil
GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung
mit ›feil‹ als Erstglied:
feilbieten · feilhalten
·
mit ›feil‹ als Letztglied:
wohlfeil
Bedeutungsübersicht
- 1. [abwertend] für Geld käuflich
- 2. [veraltend, gehoben] verkäuflich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
feil · wohlfeil · feilbieten · feilschen
feil Adj. ‘verkäuflich, käuflich’, ahd. feili ‘verkäuflich’ (9. Jh.), mhd. veil(e), mnd. vēle, mnl. veile, veil, nl. veil stehen neben den Formen ahd. (vereinzelt und zweifelhaft) fāli (8. Jh.), anord. falr, schwed. fal. Während die ā̌-Formen sich mit griech. pōlé͞in (πωλεῖν) ‘feilbieten, verkaufen’, lit. pel̃nas ‘Gewinn, Nutzen, Verdienst’, pelnýti ‘erwerben, verdienen’, aslaw. plěnъ ‘Gefangenschaft, die Gefangenen, Beute’, russ. (älter) polón (полон) ‘Gefangenschaft, Beute’ und wahrscheinlich auch aind. páṇatē ‘handelt ein, kauft’ auf die Wurzel ie. *pel- ‘verkaufen, verdienen’ zurückführen lassen, bleibt die Herkunft der im dt.-nl. Sprachgebiet bewahrten Formen mit -ei- ungeklärt. – wohlfeil Adj. ‘billig, niedrig, günstig im Preis’, mhd. wolveil(e). feilbieten Vb. ‘zum Verkauf anbieten’ (15. Jh.). feilschen Vb. ‘um den Preis handeln’, mhd. veilsen, veilschen ‘einen Preis bieten, um etw. handeln’, wohl zum Adjektiv mit dem Verbalsuffix -isōn (ahd. *feilisōn).
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
absetzbar ·
feil ·
veräußerlich
Typische Verbindungen zu ›feil‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feil‹.
Legende:
Adjektive
Substantive
Verben
Verwendungsbeispiele für ›feil‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Sie ist keine feile Dirne, die man sich für ein paar Mark kaufen
kann.
[Tucholsky, Kurt: Eine feile Dirne? In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia 2000 [1914]]
Zwar gestattete man ihm das Auspacken des feilen Stoffes unter
offenem Himmel.
[Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 202]
Sie ist die ewige Mutter, ist die immer feile Dirne für unendliche
Milliarden.
[Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 45]
Die Grauenzeit des Wirt ohne Rechnung, der Rechnung ohne den Wirt, war über das Land
gegangen und hatte Milliardenzahlen auf feiles Papier
gedruckt.
[Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 65]
So hatten am Pfingstsonntage die evangelischen Vororte, Bern und Zürich, den Fünf‑Orten
von offener Kanzel herab die Proviantzufuhr und den feilen Kauf
abgestrickt.
[Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 686]
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