Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache

feil

Lesezeichen zitieren/teilen ausklappen
GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›feil‹ als Erstglied: feilbieten · feilhalten  ·  mit ›feil‹ als Letztglied: wohlfeil

Bedeutungsübersicht

  1. 1. [abwertend] für Geld käuflich
  2. 2. [veraltend, gehoben] verkäuflich

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
abwertend für Geld käuflich
Beispiele:
eine feile Dirne
die feile Presse, Justiz
Feile Sklaven, ihr habt sie [Gilda] verhandelt! [ VerdiRigolettoIII 5]
eine [Dirne], die / für weniger als für sechs Groschen feil ist [ G. Hauptm.Winterballade5]
2.
veraltend, gehoben verkäuflich
Beispiele:
etw. ist (jmdm.) feil
ihm ist sein Haus, Hof, eine Sammlung (für, um eine geringe Summe) feil
Zwar gestattete man ihm das Auspacken des feilen Stoffes [ FrischStiller282]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
feil · wohlfeil · feilbieten · feilschen
feil Adj. ‘verkäuflich, käuflich’, ahd. feili ‘verkäuflich’ (9. Jh.), mhd. veil(e), mnd. vēle, mnl. veile, veil, nl. veil stehen neben den Formen ahd. (vereinzelt und zweifelhaft) fāli (8. Jh.), anord. falr, schwed. fal. Während die ā̌-Formen sich mit griech. pōlé͞in (πωλεῖν) ‘feilbieten, verkaufen’, lit. pel̃nas ‘Gewinn, Nutzen, Verdienst’, pelnýti ‘erwerben, verdienen’, aslaw. plěnъ ‘Gefangenschaft, die Gefangenen, Beute’, russ. (älter) polón (полон) ‘Gefangenschaft, Beute’ und wahrscheinlich auch aind. páṇatē ‘handelt ein, kauft’ auf die Wurzel ie. *pel- ‘verkaufen, verdienen’ zurückführen lassen, bleibt die Herkunft der im dt.-nl. Sprachgebiet bewahrten Formen mit -ei- ungeklärt. – wohlfeil Adj. ‘billig, niedrig, günstig im Preis’, mhd. wolveil(e). feilbieten Vb. ‘zum Verkauf anbieten’ (15. Jh.). feilschen Vb. ‘um den Preis handeln’, mhd. veilsen, veilschen ‘einen Preis bieten, um etw. handeln’, wohl zum Adjektiv mit dem Verbalsuffix -isōn (ahd. *feilisōn).

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Typische Verbindungen zu ›feil‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›feil‹.

bieten Dirne geboten
Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›feil‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist keine feile Dirne, die man sich für ein paar Mark kaufen kann. [Tucholsky, Kurt: Eine feile Dirne? In: Kurt Tucholsky, Werke – Briefe – Materialien, Berlin: Directmedia 2000 [1914]]
Zwar gestattete man ihm das Auspacken des feilen Stoffes unter offenem Himmel. [Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 202]
Sie ist die ewige Mutter, ist die immer feile Dirne für unendliche Milliarden. [Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 45]
Die Grauenzeit des Wirt ohne Rechnung, der Rechnung ohne den Wirt, war über das Land gegangen und hatte Milliardenzahlen auf feiles Papier gedruckt. [Borchardt, Rudolf: Vereinigung durch den Feind hindurch, Frankfurt a. M.: Ullstein 1982 [1937], S. 65]
So hatten am Pfingstsonntage die evangelischen Vororte, Bern und Zürich, den Fünf‑Orten von offener Kanzel herab die Proviantzufuhr und den feilen Kauf abgestrickt. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 686]
Zitationshilfe
„feil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/feil>.

Weitere Informationen …

Diesen Artikel teilen:

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Feigenkaktus
Feigheit
feigherzig
Feigling
Feigwarze
Feilarbeit
feilbieten
Feilbietung
Feile
feilen

Worthäufigkeit

Nicht genügend Daten in der DWDS-Textbasis vorhanden.

Geografische Verteilung

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Verteilung über Areale

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind.

Weitere Wörterbücher

Belege in Korpora

Loggen Sie sich im DWDS ein und recherchieren Sie Textbelege in unseren Korpora.