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Achtsam Bewegen – Leichter Leben · Aug 2, 2026

Was mein neues Buch „Null Bock auf Schule. Was jetzt?“ mit Achtsamkeit und Feldenkrais zu tun hat ...

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Markus Aufderklamm · Achtsam Bewegen – Leichter Leben

„Null Bock auf Schule“ klingt zunächst mal sehr trotzig. Nach einem Jugendlichen, der keine Lust hat, sich nicht anstrengen will und lieber am Handy hängt, als für die nächste Prüfung zu lernen. So die gängige Sichtweise von außen. Doch in der Praxis erlebe ich immer wieder, dass hinter diesem Satz viel mehr stecken kann als bloß Faulheit.

Viele Jugendliche stehen unter ständigem Leistungsdruck. Manche fühlen sich überfordert, obwohl sie sich bemühen. Einige erleben Konflikte mit Lehrpersonen oder Mitschülern, werden ausgegrenzt oder gemobbt. Wieder andere sehen keinen Sinn in dem, was die Schule täglich von ihnen verlangt. Sie sitzen zwar noch im Unterricht, haben jedoch innerlich längst gekündigt. Sie erledigen nur noch das Nötigste, ziehen sich zurück oder verweigern sich offen.

Für sie alle habe ich dieses Buch geschrieben.

Der Titel „Null Bock auf Schule. Was jetzt?“ nimmt die Jugendlichen ernst. Er versucht nicht, ihre Abneigung schönzureden oder ihnen einzureden, Schule sei doch eigentlich wunderbar. Wer jeden Morgen mit Widerstand, Bauchschmerzen oder einem Gefühl der Sinnlosigkeit aufsteht, braucht keine Vorträge darüber, warum Bildung wichtig ist. Das weiß er meistens selbst.

Entscheidend ist der zweite Teil des Titels: „Was jetzt?“ Denn auch wenn Frust oft verständlich ist, liefert er dennoch keine Lösung. Die Schule verschwindet nicht, nur weil man sie hasst. Leistungsanforderungen, Schulpflicht, Prüfungen und Konflikte bleiben bestehen. Es geht daher weder um ein resignierendes „Dann lass es eben“ noch um ein forderndes „Reiß dich zusammen“. Es geht darum, genauer hinzusehen und wieder handlungsfähig zu werden.

Und darin liegt der Charakter des Buches. Es ist kein Lernratgeber, der Jugendlichen Zeitmanagement, ausgeklügelte Karteikartensysteme oder zehn Tipps gegen Aufschieberitis verordnet. Solche Methoden können hilfreich sein, greifen aber zu kurz, wenn jemand überhaupt keinen Sinn mehr darin erkennt, sich anzustrengen. Ebenso wenig ist es ein Motivationsbuch und auch kein pädagogischer Vortrag darüber, wie man sich als guter Schüler zu verhalten hat.

Das Buch soll Jugendliche direkt ansprechen – ruhig, verständlich und auf Augenhöhe. Es urteilt nicht vorschnell, nimmt aber auch nicht jede Erklärung als unveränderbare Wahrheit hin. Stattdessen lädt es dazu ein, die eigene Situation zu untersuchen: Was genau nervt mich? Was überfordert mich? Wo fühle ich mich fremdbestimmt? Habe ich Angst zu versagen? Wo kommt mein Widerstand her? Geht es tatsächlich um die Schule insgesamt oder um bestimmte Menschen, Fächer und Situationen?

Ein wichtiger Teil des Buches besteht deshalb darin, das pauschale Gefühl „Ich hasse Schule“ in erkennbare Bestandteile zu zerlegen. Denn ein Problem, das nur als große dunkle Wand erscheint, macht hilflos. Sobald Jugendliche jedoch unterscheiden können, was sie belastet und worauf sie vielleicht doch Einfluss haben, entstehen erste Handlungsmöglichkeiten.

Dabei geht es auch um Motivation – allerdings nicht im üblichen Sinn. Niemand kann sich auf Dauer mit Durchhalteparolen motivieren. Jugendliche brauchen eine Vorstellung davon, wofür sie etwas tun, welche Ziele tatsächlich ihre eigenen sind, welche Person sie sein bzw. werden wollen und welche kleinen Schritte in diese Richtung realistisch sind. Das Buch hilft ihnen, zwischen äußerem Druck und persönlichen Interessen zu unterscheiden, mit Rückschlägen umzugehen und eine Strategie zu entwickeln, die zur eigenen Situation passt.

Auch Konflikte, Mobbing, Überforderung und das Gefühl, nicht dazuzugehören, werden aufgegriffen. Dabei wird klar benannt, dass nicht jedes Problem allein gelöst werden kann. Manchmal ist es notwendig, sich Unterstützung zu holen – bei Eltern, einer vertrauenswürdigen Lehrperson, der Schulpsychologie oder einer Beratungsstelle. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Es kann der vernünftigste nächste Schritt sein.

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Auf den ersten Blick scheint dieses Buch wenig mit meinen bisherigen Themen zu tun zu haben. Feldenkrais beschäftigt sich mit Bewegung und Lernen, „Null Bock auf Schule“ mit Frust, Widerstand und Schulproblemen. Für mich gibt es dennoch eine enge Verbindung.

Feldenkrais beginnt nicht mit der Forderung, etwas sofort besser zu machen. Es gibt auch nicht vor, wie es geht. Sondern es geht primär darum wahrzunehmen, was man gerade tut, wie man es tut und welche Möglichkeiten man bisher übersieht. Veränderung entsteht nicht durch mehr Druck, sondern durch Bewusstheit für sich selbst, Neugier und das Erproben kleiner Unterschiede.

Diesen Blick habe ich auf das Thema Schule übertragen. Auch hier lautet die erste Frage nicht: „Wie zwinge ich mich dazu, endlich zu funktionieren?“ Sie lautet: „Was geschieht eigentlich mit mir?“ Wie reagiert mein Körper am Sonntagabend, wenn ich an Montag denke? Wann werde ich unruhig oder müde? In welchen Situationen ziehe ich mich zurück? Was denke ich über mich, wenn etwas nicht gelingt?

Achtsamkeit bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, ruhig zu atmen und alles widerstandslos hinzunehmen. Sie bedeutet, die eigene Lage möglichst klar wahrzunehmen, ohne sich sofort als faul, dumm oder ungeeignet abzustempeln. Erst aus dieser Klarheit kann eine sinnvolle Entscheidung entstehen.

Das Buch richtet sich an schulmüde Jugendliche ab etwa 14 Jahren. Gleichzeitig ist es als Geschenkbuch für Eltern, Großeltern, Lehrpersonen und Betreuer gedacht, die merken, dass sie mit Worten nicht mehr weiterkommen. Das verlangt in der Formulierung des Angebots einen ziemlichen Spagat: Kaufen werden es vermutlich häufig Erwachsene, lesen sollen es aber Jugendliche, die auf gut gemeinte Ratschläge meist eher empfindlich reagieren.

Deshalb sollte das Buch lieber nicht mit den Worten überreicht werden: „Lies das, dann bekommst du dich endlich in den Griff.“, sondern sinnvoller: „Ich weiß nicht genau, wie es dir gerade geht. Vielleicht hilft dir etwas davon.” – Das Buch soll eine Einladung sein, kein Auftrag.

Manchmal ist ein Buch vielleicht leichter anzunehmen als ein weiteres Gespräch. Es drängt nicht, bewertet nicht und wartet geduldig, bis man bereit ist, eine Seite aufzuschlagen.

Wenn du in deinem Umfeld eine/n Jugendliche/n kennst, die/der von der Schule nur noch genervt ist, sich zurückzieht oder innerlich bereits ausgestiegen ist, dann könnte „Null Bock auf Schule. Was jetzt?“ ein behutsamer Gesprächsöffner sein. Vielleicht löst es nicht alle Probleme. Aber es kann helfen, die richtigen Fragen zu stellen, das eigentliche Problem genauer zu erkennen und einen ersten eigenen Schritt in eine neue Richtung zu finden.

Und wenn dir das Buch gefällt oder du erlebst, dass es einem jungen Menschen geholfen hat, freue ich mich sehr über eine wohlmeinende Rezension. Sie hilft anderen Eltern und Begleitpersonen, dieses Buch zu entdecken – und vielleicht anderen Jugendlichen, die nicht noch mehr Druck, sondern eine verständnisvolle Perspektive brauchen.

Komm gut durch die Hitzetage 🌞

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