Es gibt diesen Moment, den vermutlich jeder kennt, der schon mal irgendwas ins Netz gestellt hat. Der Text ist fertig, du hast ihn dreimal gelesen, die Quellen sind verlinkt, du drückst auf Veröffentlichen. Und dann wartest du. Nicht auf den Text, der ist ja weg. Du wartest auf das, was darunter passiert.
Meistens passiert etwas Schönes, das will ich gleich vorwegschicken. Jemand ergänzt einen Aspekt, an den du nicht gedacht hast. Jemand erzählt, wie das damals in seinem Dorf war. Jemand widerspricht, und zwar so, dass du hinterher klüger bist als vorher – das sind die Kommentare, für die man den ganzen Aufwand eigentlich betreibt.
Und dann gibt es die anderen.
Da ist der, der dir mitteilt, dass es „das Virus” heißt und nicht „der”, und der offenbar findet, damit sei auch inhaltlich alles gesagt. Da ist der, der eine Frage stellt, dann noch eine, dann eine dritte, und der zwei Tage später immer noch fragt, immer höflich, immer freundlich, und irgendwann merkst du, dass es hier nie um eine Antwort ging. Da ist der, der dir ohne ein einziges Zitat aus deinem Text erklärt, was für ein Mensch du in Wahrheit bist. Da ist der, der dir schreibt, dass Leute wie du an die Wand gehören.
Und ganz am Ende dieser Skala steht der, der dir schreibt, wo du wohnst.
Ich schreibe seit Jahren öffentlich, und bis vor ein paar Monaten hatte ich auf Facebook Monate, in denen meine Beiträge weit über zehn Millionen Menschen erreichten. Ich erzähle das nicht, um mich damit zu schmücken, die Zahl an sich sagt nämlich wenig. In der Praxis bedeutet sie vor allem eines: Kommentare. Sehr viele Kommentare. Bei einzelnen Beiträgen kamen mehrere tausend zusammen, und ich habe die tatsächlich gelesen und ausgewertet, über einiges davon habe ich hier auf Substack auch schon geschrieben. Wenn man das ein paar Mal durchzieht, hat man irgendwann ein ziemlich vollständiges Sortiment beisammen.
Was mich dabei zunehmend beschäftigt, ist gar nicht mehr die Frage, wie man damit umgeht, da hat jeder irgendwann seine Routine. Mich beschäftigt etwas viel Schlichteres, und zwar: Wer ist das eigentlich? Nicht als Kategorie, sondern als Mensch. Sitzt der morgens beim Frühstück? Hat der einen Job, Kinder, einen Schrebergarten? Weiß irgendwer in seinem Leben, was er da nachts um halb zwölf tippt?
Ich habe eine Weile gesucht, was die Forschung darüber weiß. Ich habe Antworten gefunden, ziemlich klare sogar. Eine davon hat mich kalt erwischt.
Warum schreibe ich diesen Beitrag? Angefangen hat es mit einem Wort.
Ich hatte einen ziemlich langen Text über religiöse Gewissheit in den USA geschrieben. Darüber, dass Gallup seit 1982 in unveränderter Formulierung fragt, woher der Mensch kommt, und dass bis heute rund vier von zehn Amerikanern antworten, Gott habe ihn vor etwa zehntausend Jahren fertig erschaffen. Über vier Jahrzehnte hinweg, durch Internet, Genforschung und Marssonden hindurch, rührt sich diese Kurve kaum. Es ging auch darum, wie amerikanische Biologielehrer mit dem Kapitel Evolution umgehen, nämlich ein erheblicher Teil von ihnen gar nicht oder mit angezogener Handbremse, weil sie keinen Ärger mit den Eltern wollen. Solche Sachen.
Und beim Recherchieren bin ich über etwas gestolpert, das mir seither ständig begegnet: wie oft in solchen Debatten mit Wörtern hantiert wird, die etwas völlig anderes bedeuten, als die Leute glauben, die sie benutzen. Am schönsten sieht man das an einem einzigen Wort. „Theorie.”
Im Alltag ist eine Theorie eine Vermutung, ein Gefühl mit Anlauf. „Ich hab da so eine Theorie” heißt ungefähr: Ich rate mal ins Blaue, hör trotzdem kurz zu. In der Wissenschaft bedeutet dasselbe Wort fast das Gegenteil, nämlich das Stärkste, was ein Erklärungsmodell überhaupt werden kann, ein Gebäude aus tausenden Befunden, die sich gegenseitig stützen. Und wer die Alltagsbedeutung in einen Fachtext hineinliest, hat plötzlich das Gefühl, mit einem Halbsatz hundertfünfzig Jahre Forschung vom Tisch gewischt zu haben.
„Die Evolution ist doch auch nur eine Theorie. Bewiesen ist da gar nichts.”
Der Satz stand dann auch prompt unter meinem Beitrag, das war fast schon zu schön. Meistens hängt noch ein Link dran, manchmal sogar eine wissenschaftliche Arbeit, in der das Wort tatsächlich vorkommt. Fall erledigt, Kommentator lehnt sich zurück.
Also dachte ich mir, das erkläre ich mal eben. Eine kleine Note, keine große Sache, zehn Minuten Arbeit für mich, drei Minuten Lesezeit für dich.
Tja.
Unter der Note stand nach ein paar Stunden ein Kommentar, der ungefähr so anfing: Vielleicht sei er bei dem Thema ein bisschen zu empfindlich, das schicke er mal als selbstkritischen Einwurf voraus.
Ich mochte den Anfang, ehrlich gesagt. Jemand, der bei sich selbst anfängt, ist mir in einer Kommentarspalte erst mal willkommen.
Dann ging es um Implikationen. Genauer gesagt darum, dass meine Note eine unausgesprochene Implikation enthalte, die auch dann bestehen bleibe, wenn ich sie überhaupt nicht beabsichtigt hätte. Nämlich diese: Wenn ich sage, „Theorie” bedeute in der Wissenschaft nicht „unbewiesen”, dann behaupte ich implizit, eine Theorie sei bewiesen. Was ja nicht sein kann, denn eine Theorie muss sich per Definition immer wieder neu bewähren, sie bleibt grundsätzlich widerlegbar, weshalb „Beweis” hier eigentlich ein leerer, weil nicht operierbarer Begriff sei.
Ich habe geantwortet. Sachlich, glaube ich jedenfalls. Ich habe geschrieben, dass mein Punkt viel einfacher war und dass ich keine erkenntnistheoretische Grundsatzdebatte eröffnen wollte.
Er hat geantwortet. Ich habe geantwortet. Er hat geantwortet.
Nach der vierten Runde habe ich kurz innegehalten und mich gefragt, was hier eigentlich der Zweck der Übung ist. Zermürbt hat mich das nicht, sowas stecke ich weg, dafür mache ich das zu lange. Aber ich vermute, genau da liegt der Ertrag für den anderen: dass man sich Gedanken macht. Dass man nachschlägt, formuliert, wieder streicht, abends noch daran denkt. Nicht die Antwort ist das Ziel, sondern die Zeit, die man hineingibt.
Zum Schluss schrieb er, es sei interessant, wie ich festlege, welche Information eine Note entwickeln dürfe.
Was mich danach beschäftigt hat, war also nicht der Ärger, sondern die Frage, mit der dieser ganze Text angefangen hat. Was ist das eigentlich für ein Mensch? Und gibt es einen Namen für das, was er da tut?
Den gibt es. Und wie so oft im Internet stammt er aus einem Comic. Am 19. September 2014 veröffentlichte der Zeichner David Malki in seiner Reihe Wondermark eine Folge, in der eine Frau beiläufig sagt, sie könne auf Seelöwen verzichten. Woraufhin ein Seelöwe auftaucht. Und höflich um eine Begründung bittet. Und weiter bittet. Am Frühstückstisch, nachts am Bett, im Auto. Immer korrekt, immer freundlich, und als die beiden ihn irgendwann anfahren, hält er ihnen vor, wie unhöflich sie doch seien, während er selbst ja unfehlbar zivilisiert geblieben sei.
Der Comic ging um die Welt, und aus dem Seelöwen wurde ein Verb. „Sealioning” steht inzwischen im Oxford Dictionary of Social Media und meint genau das: unermüdliche Forderungen nach Belegen, gern zu Nebenfragen oder zu Punkten, die längst beantwortet sind, vorgetragen im Ton vollendeter Höflichkeit. Irgendjemand hat es mal einen Denial-of-Service-Angriff auf einen Menschen genannt, also das Lahmlegen eines Systems durch schiere Anfragemenge. Ich finde, besser kann man es nicht sagen.
Und man höre und staune, die Philosophie hat im Oktober 2025 nachgezogen. Brian Robinson, Mark Alfano und Mandi Astola haben in der Fachzeitschrift Synthese eine Theorie der Bullshit-Frage vorgelegt – ja, so heißt das da wirklich, das ist keine Übersetzungsschludrigkeit von mir –, und ihre Definition ist von einer Schlichtheit, bei der ich beim Lesen laut lachen musste. Eine Bullshit-Frage erkennst du nicht daran, dass sie falsch wäre. Du erkennst sie daran, dass dem Fragenden die Wahrheit jeder möglichen Antwort völlig gleichgültig ist. Grammatisch ist es eine Frage, in Wirklichkeit ist es etwas anderes, meistens eine Unterstellung, ein Vorwurf oder schlicht die Vorführung der eigenen Belesenheit vor Publikum.
Als Musterbeispiel nennen die drei ausgerechnet den Wortbeitrag aus dem Publikum eines Fachvortrags. Der dauert eine Viertelstunde, lässt drei Namen fallen, bringt zwei Ismen unter und braucht am Ende kein Fragezeichen, weil nie eine Frage darin war. Wer schon mal auf einem Podium saß, weiß sofort, wen sie meinen.
„Ismen“ bezeichnet verschiedene Ideologien oder Denkrichtungen. So zum Beispiel Liberalismus, Sozialismus oder Nationalismus.
Warum das überhaupt funktioniert, hat der italienische Programmierer Alberto Brandolini schon 2013 in einen einzigen Satz gepackt, der seither seinen Namen trägt: Um Unsinn zu widerlegen, brauchst du ein Vielfaches der Energie, die nötig war, ihn zu produzieren. Das ist keine Metapher, das ist Buchhaltung. Einen Halbsatz hinwerfen kostet zehn Sekunden. Ihn sauber auseinanderzunehmen kostet dich eine halbe Stunde, drei Quellen und einen Kaffee. Und weil der andere nachlegen kann, während du noch nachschlägst, verlierst du selbst dann, wenn du in jedem einzelnen Punkt recht behältst.
Ich habe nach der fünften Runde aufgehört. Nicht triumphierend, eher so, wie man einen Wasserhahn zudreht.
Und weil ich fair bleiben will, muss das hier auch stehen: In der Sache hatte der Mann sogar teilweise recht. Eine wissenschaftliche Theorie ist tatsächlich nie endgültig bewiesen, sie bleibt grundsätzlich widerlegbar, und genau das macht ihre Stärke aus. Ich hatte das in meiner Note sogar geschrieben. Darüber hätte man sich in zwei Sätzen einigen können, ehrlich, zwei Sätze. Nur ging es darum eben nie.
Der zweite Besuch kam unter einem völlig anderen Text und war von anderem Kaliber.
Ein paar Tage vorher hatte ich darüber geschrieben, warum in Deutschland niemand ein AfD-Verbotsverfahren beantragt, obwohl das Grundgesetz das Instrument seit 1949 bereithält und es zweimal auch benutzt wurde. Ein langer Text, mit Weimar am Anfang und einem Kapitel darüber, wie Menschen überhaupt in geschlossene Weltbilder geraten.
Und darunter stand dann dieser Kommentar. Lang, tadellose Grammatik, streckenweise sogar elegant. Das eigentlich Erschreckende an meinen Texten, so fing er an, sei die totale Entlarvung meines eigenen Weltbildes. Ich gerierte mich als Hüter der Aufklärung und exekutierte dabei einen zutiefst autoritären und illiberalen Geist. Ich erklärte Millionen mündiger Bürger pauschal zu psychologischen Krankheitsfällen. Diese systematische Pathologisierung des legitimen demokratischen Dissenses sei das klassische Werkzeug totalitärer und faschistischer Geister. Ich bewirtschaftete die Sehnsucht nach einem autoritären Gesinnungsstaat.
Kant kam vor. Voltaire kam vor. Die „unerbittlichen Gesetze der Physik” kamen vor.
Was nicht vorkam: ein einziger Satz aus meinem Text.
Genau da erkennt man diesen Typ, und deshalb schreibe ich es hier so ausführlich hin, das kann dir nämlich auch mal begegnen. Kein Zitat, keine Fundstelle, nicht mal ein „Sie schreiben da, dass …”. Stattdessen eine komplette Charakterdiagnose über den Verfasser, hergeleitet aus – ja, woraus eigentlich?
Was ich in dem Text beschrieben hatte, war, wie Radikalisierung sozialpsychologisch funktioniert. Also warum Menschen in geschlossene Weltbilder geraten, warum solche Weltbilder jeden Widerspruch in Bestätigung verwandeln und warum der Ausstieg mit jedem Jahr teurer wird. Das ist Forschungsstand und kein Urteil über einzelne Wähler, und ich hatte es ausdrücklich als das eine und nicht als das andere hingeschrieben. In der Übersetzung meines Kommentators wurde daraus: Sie erklären Millionen für krank.
Ich habe geantwortet, dass ich über jeden Satz diskutiere, den ich tatsächlich geschrieben habe. Zu den Sätzen kam dann nichts mehr.
Die Forschung kennt die Bauteile, aus denen so ein Kommentar zusammengesetzt ist, und es sind erstaunlich wenige.
Da wäre erstens das Vokabular. Gordon Pennycook und seine Kollegen haben 2015 eine Studie veröffentlicht, die ich euch gerne erzählen möchte. Sie legten Testpersonen Sätze vor, die aus einem Zufallsgenerator stammten. Grammatisch einwandfrei, mit lauter bedeutungsschwangeren Vokabeln bestückt, inhaltlich vollkommen leer. „Ganzheit beruhigt unendliche Phänomene”, solche Sachen. Und die Leute hielten das für tiefgründig. Nicht alle, aber genug, um daraus eine ganze Forschungsrichtung zu machen. Die heißt seither pseudo-tiefsinniger Bullshit, und der Grund für den Effekt ist weniger schmeichelhaft als tröstlich: Wer schnell liest, prüft die Struktur eines Satzes und nicht seinen Inhalt. Und ein Satz mit Kant, Ratio und Physik drin hat eine hervorragende Struktur.
Zweitens die Selbstsicherheit. Michael Hall und Kaitlin Raimi haben in sechs Studien untersucht, was eigentlich hinter dem Gefühl steckt, die eigene Position sei den anderen überlegen. Sie ließen Leute einschätzen, wie viel sie über ein politisches Thema wissen, und prüften es hinterher mit einem Test. Das Ergebnis kann man sich über den Schreibtisch hängen: Wer am festesten überzeugt war, die überlegene Sicht zu haben, hatte die größte Lücke zwischen gefühltem und tatsächlichem Wissen. Die Bescheidenen unterschätzten sich sogar eher. Und die Überzeugten wählten anschließend bevorzugt die Artikel, die ihnen recht gaben.
In dieser Studie steckt allerdings ein Lichtblick, den ich nicht unterschlagen will, weil er mir für alles Weitere wichtig ist. Bekamen die Teilnehmer eine ehrliche Rückmeldung über ihr tatsächliches Testergebnis, sank ihr Überlegenheitsgefühl messbar. Und danach griffen sie eher zu Texten, die ihnen widersprachen. Menschen sind also nicht verloren. Sie brauchen nur ab und zu eine Zahl, die sie nicht wegdiskutieren können.
Und drittens dieser Kniff, der den ganzen Kommentar zusammenhält. Die Psychologin Jennifer Freyd hat dafür in einem ganz anderen Forschungsfeld das Kürzel DARVO geprägt:
Deny: leugnen
Attack: angreifen
Reverse Victim and Offender: Täter und Opfer vertauschen
Ich benutze den Begriff hier ausdrücklich nur als Beschreibung des rhetorischen Ablaufs und nicht als Gleichsetzung mit den Fällen, aus denen er stammt, das wäre falsch. Aber der Ablauf ist derselbe. Wer vor Autoritarismus warnt, wird selbst zum Autoritären erklärt. Wer die Verfassung zitiert, betreibt Gesinnungsjustiz. Wer Forschung referiert, vernichtet Andersdenkende sozial.
Freyd und ihre Kollegin Sarah Harsey haben das experimentell überprüft, und zwei Ergebnisse davon finde ich echt bemerkenswert. Es wirkt nämlich. Beobachter, denen so ein Rollentausch vorgesetzt wurde, hielten anschließend den Angegriffenen für weniger glaubwürdig. Aber der Effekt bricht zusammen, sobald man den Beobachtern vorher erklärt, wie der Trick funktioniert. Was für mich ein ziemlich guter Grund ist, ihn hier aufzuschreiben.
Damit wir uns nicht falsch verstehen, und das ist mir wirklich wichtig: Es gibt hervorragende Kritik an meiner Position zum Parteiverbot. Ein Verfahren dauert Jahre, in denen sich eine Partei als verfolgte Märtyrerin inszenieren kann. Scheitert es, hat sie einen Freispruch aus Karlsruhe. Ein Verbot löscht keine Gesinnung. Das sind ernste Einwände, ich habe sie in dem Text selbst aufgeschrieben, und darüber diskutiere ich mit Vergnügen und stundenlang. Der Unterschied zwischen dieser Kritik und dem Kommentar oben ist nicht die Schärfe, sondern die Überprüfbarkeit.
Eine Kleinigkeit muss ich noch nachtragen, weil sie den Fall von einer Meinungsverschiedenheit in etwas anderes verwandelt.
Dieser Kommentator hatte mich vorher monatelang auf Facebook begleitet. Nicht mit Argumenten, sondern mit demselben Textbaustein in wechselnden Variationen, unter praktisch jedem Beitrag. Egal welches Thema. Irgendwann habe ich ihn dort blockiert, was ja kein Zensurakt ist, sondern das digitale Äquivalent dazu, jemandem nicht die Wohnungstür aufzumachen.
Er hat sich daraufhin bei Substack angemeldet. Er kommentiert da auch nur bei mir bis jetzt. Ist vielleicht Zufall.
Und da verläuft doch eine Grenze. Oder was meint ihr? Solange jemand unter deinen Beiträgen pöbelt, ist er ein Kommentator, den man erträgt oder wegklickt, meine Güte, damit lebt man. Wer aber die Plattform wechselt, um jemanden weiter zu erreichen, den er dort nicht mehr erreicht, redet nicht mehr über Themen. Der hat sich einen Menschen zum Thema gemacht. Ich will das gar nicht aufblasen, bei mir ging es nie über Text hinaus. Aber den Unterschied sollte man kennen, gerade wenn man selbst öffentlich schreibt: Ab da geht es nicht mehr um Meinung, sondern um Zugriff.
Bis hierhin war alles anstrengend, aber im Grunde harmlos. Jetzt ist es das nicht mehr.
Schreib mal was gegen die AfD und warte zwanzig Minuten. Nicht jedes Mal, aber oft genug steht dann jemand in den Kommentaren, der dir wünscht, dass dir etwas zustößt. Manchmal blumig verpackt, manchmal überhaupt nicht. Ich kenne das, und ich kenne von früher auch dieses kleine Ziehen im Magen, wenn man morgens das Handy aufmacht und erst mal guckt, was über Nacht dazugekommen ist. Im Grunde macht mir das nichts mehr. Aber muß man das aushalten? Was sind das für Typen?
Das Bundeskriminalamt führt strafbare Hasspostings inzwischen als eigene Kategorie, und die Kurve ist eindeutig: 2021 waren es 2.411 erfasste Fälle, 2024 schon 10.732. Mehr als vervierfacht in drei Jahren. Am 25. Februar 2026 lief der dreizehnte bundesweite Aktionstag, alle sechzehn Bundesländer beteiligt, Durchsuchungen, Vernehmungen, beschlagnahmte Handys. Und jetzt die Zahl, um die es mir hier geht: Rund zwei Drittel dieser Verfahren ordnet das BKA der politisch motivierten Kriminalität von rechts zu.
Das ist keine Haltung, das ist eine Behördenstatistik. Wenn du also den Eindruck hast, dass der Gegenwind bei bestimmten Themen aus einer bestimmten Richtung kommt und dort auch besonders schnell in die Drohung kippt, dann bildest du dir das nicht ein.
Warum machen die das? Die Forschung hat darauf drei Antworten, und alle drei tun ein bisschen weh.
Die erste ist die unangenehmste, weil sie so schlicht ist. Erin Buckels, Paul Trapnell und Delroy Paulhus haben 2014 in zwei Studien mit zusammen 1.215 Teilnehmern Persönlichkeitsprofile mit dem Kommentarverhalten abgeglichen. Trolling hängt mit Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie zusammen, am stärksten aber mit etwas, das die Forschung Alltagssadismus nennt, also der schlichten Freude daran, dass ein anderer sich schlecht fühlt. Ich habe darüber schon in anderen Beiträgen geschrieben. Und die Verbindung war spezifisch, das ist der Punkt: Wer gerne chattet oder gerne diskutiert, zeigte sie nicht. Nur wer gerne trollt. Es macht ihnen Spaß, das ist die ganze Motivation, da ist kein zweiter Boden und kein verborgener Schmerz, den man verstehen müsste.
Die zweite Antwort ist politischer. Michael Bang Petersen und Kollegen von der Universität Aarhus haben ein Konzept entwickelt, das sie „Need for Chaos” nennen, den Bedarf an Chaos. Gemeint sind Menschen, die feindselige Gerüchte nicht verbreiten, weil sie eine bestimmte Partei bevorzugen, sondern weil sie die bestehende Ordnung niederbrennen wollen, in der Hoffnung, im Trümmerfeld selbst besser dazustehen. Entstanden aus einer Mischung von gefühlter Randständigkeit und Statushunger. Das erklärt, warum manche Kommentare inhaltlich überhaupt keinen Sinn ergeben müssen. Sie sollen keinen ergeben.
Und die dritte betrifft uns alle, deshalb finde ich sie am wichtigsten. Ein Team um William Brady und Molly Crockett hat 12,7 Millionen Tweets von 7.331 Nutzern ausgewertet und zusätzlich Verhaltensexperimente gemacht. Die Untersuchung bezog sich auf Twitter, das heutige X. Wer für einen empörten Beitrag Likes und Shares bekommt, schreibt danach empörter. Verstärkungslernen, dieselbe Mechanik wie beim Spielautomaten. Am stärksten wirkte der Effekt ausgerechnet bei Leuten mit gemäßigtem Umfeld, also bei denen, die noch zu holen wären. Die Plattform erzieht ihre Nutzer, nicht absichtlich, aber sehr zuverlässig.
Und jetzt zu der Frage, die mich überhaupt in diese Recherche getrieben hat.
Die Standarderklärung kennt jeder, ich habe sie selbst jahrelang geglaubt: Online sind die Leute halt enthemmt. Keine Gesichter, kein Blickkontakt, die Hemmungen fallen weg, und der freundliche Herr aus dem Schrebergartenverein wird nachts zum Berserker. Klingt einleuchtend, klingt sogar tröstlich, weil es bedeutet, dass da eigentlich ganz normale Menschen sitzen, die nur das Medium falsch bedienen.
Alexander Bor und Michael Bang Petersen haben genau das überprüft. Acht Studien, 8.434 Teilnehmer in den USA und in Dänemark, erschienen in der American Political Science Review, dem wohl wichtigsten politikwissenschaftlichen Fachblatt der Welt. Sie nennen die Annahme die Mismatch-Hypothese: Die menschliche Psyche sei aufs Gespräch von Angesicht zu Angesicht geeicht und laufe online aus dem Ruder.
Sie fanden dafür so gut wie nichts.
Was sie stattdessen fanden war das: Menschen, die online feindselig auftreten, sind offline genauso feindselig. Es sind statusorientierte Persönlichkeiten, die von politischen Auseinandersetzungen angezogen werden, weil man da Dominanz vorführen kann. Der Unterschied liegt nicht im Verhalten, sondern in der Sichtbarkeit. Früher hat dieser Mensch am Stammtisch gepöbelt und sieben Leute haben es gehört. Heute hören es siebentausend.
Dazu gibt es auch diese Geschichte. Der österreichische Journalist Florian Klenk hat vor einiger Zeit etwas getan, was ich mir selbst nicht zutrauen würde. Unter einem seiner Beiträge hatte jemand geschrieben, ob den nicht bitte mal einer anzünden könne. Klenk verklagte den Mann nicht. Er fuhr hin.
Was er vorfand, hat die taz damals so beschrieben: Kleinstadt, guter Job, gehobener technischer Angestellter, Eigenheim, schickes Auto, ein Mann, der sich gewählt ausdrücken kann. Kein Kellerkind, kein Klischee, kein Monster. Ein Nachbar. Er hatte sich über Jahre in einen Nachrichtenstrom hineingelesen, der ihm irgendwann nur noch zeigte, was er ohnehin sehen wollte, und teilte Schritt für Schritt Schärferes.
Das ist die eine Hälfte der Antwort: Nein, auf der Straße erkennst du sie nicht. Es gibt kein Gesicht dafür, so gerne man eines hätte.
Die andere Hälfte ist unbequemer, und das ist die Stelle, an der es mich beim Recherchieren kalt erwischt hat. Wenn Bor und Petersen recht haben, dann ist dieser Mann eben nicht nachts ein anderer als tagsüber. Es gibt kein Doppelleben, keinen heimlichen Schalter, keine zweite Persönlichkeit, die um 23 Uhr die Kontrolle übernimmt. Die Kollegen kennen ihn als den, der sich in der Kantine über „die da oben” ereifert. Die Familie kennt ihn als den, bei dem man beim Essen lieber das Thema wechselt. Er fällt auf, natürlich fällt er auf. Nur eben als anstrengend und nicht als gefährlich. Und weil ihm in seinem Umfeld selten jemand ernsthaft widerspricht, schiebt genau dieses Umfeld ihn Tag für Tag ein Stück weiter.
Ob der Partner konkret weiß, was da nachts getippt wird, dazu gibt es kaum belastbare Forschung, und ich will hier nichts erfinden, das wäre billig. Es gibt aber einen indirekten Hinweis, und der ist bezeichnend genug. Eine Zürcher Forschungsgruppe hat in einem Feldexperiment getestet, was passiert, wenn man Hassschreibern freundlich in Erinnerung ruft, dass ihr Umfeld und ihr Arbeitgeber mitlesen könnten. Bei Gelegenheitstätern zeigte das eine kleine Wirkung, sie löschten häufiger und schrieben in den vier Wochen danach etwas weniger. Bei den Vielschreibern: nichts. Null. Der Gedanke, das eigene Umfeld könnte es sehen, ließ diese Gruppe völlig kalt.
Das kann man auf zwei Arten lesen. Entweder ist es ihnen egal. Oder ihr Umfeld findet es in Ordnung. Ich weiß bis heute nicht, welche der beiden Lesarten mich mehr beunruhigt.
Ich habe dir bis hierhin ziemlich viel Unerfreuliches zugemutet, also kommt jetzt der Teil, der mich mit der ganzen Sache versöhnt hat. Wobei, ich habe die Zahl schon im Titel und im Bild zum Thema stehen.
2025 hat ein Team der ETH Zürich, der Universität Zürich und des University College London untersucht, wie sich Hassrede eigentlich über die Nutzer verteilt. Also nicht wie viel es ist, sondern von wem sie kommt. Datengrundlage: über fünfundfünfzig Millionen Schweizer Tweets und 5,8 Millionen Kommentare unter Zeitungsartikeln, und zwar einschließlich der Kommentare, die die Moderation nie durchgelassen hat. So einen Blick hinter die Wand bekommt man selten.
Das Ergebnis ist in seiner Klarheit fast komisch. Ein Prozent der Nutzer produzierte 46 Prozent der Hassrede. Fünf Prozent produzierten 83 Prozent. In zwei der drei untersuchten Zeitungsforen gingen praktisch hundert Prozent aller Hasskommentare auf fünf Prozent der registrierten Nutzer zurück. Das habe ich in meinen Analysen auch so gesehen. Es gibt Leute, die kommentieren 10 oder 20 mal unter einem einzigen Beitrag von mir auf Facebook.
Also Fünf Prozent. Das ist die ganze Armee.
Das Londoner Institute for Strategic Dialogue hatte für Facebook schon 2018 Ähnliches gefunden und dabei noch etwas ergänzt, das mir wichtig ist: Dieselben Accounts, die unter politischen Beiträgen massiv aktiv sind, verhalten sich bei anderen Themen weitgehend passiv. Sie sind nicht einfach vielschreibend, sie sind gezielt vielschreibend, und sie verabreden sich dazu. Was sich in einer Kommentarspalte anfühlt wie eine Volksstimmung, ist deshalb oft ein Dutzend Leute mit sehr viel Zeit. Der Algorithmus hilft ihnen dabei, weil er nicht zwischen Zustimmung und Zorn unterscheidet, sondern nur zählt.
Merk dir die Zahl für den nächsten schlechten Tag. Es sind nicht viele. Es sind nur sehr, sehr laut.
So schön die Zahl auch ist, jetzt kommt leider das Gegenstück. Diese fünf Prozent gewinnen nämlich gerade.
Die Studie „Lauter Hass – leiser Rückzug” hat 2023 mehr als 3.000 Internetnutzerinnen und -nutzer ab sechzehn Jahren befragt, die bislang umfangreichste Erhebung dieser Art in Deutschland. Fast die Hälfte wurde online schon mal beleidigt, ein Viertel mit körperlicher Gewalt konfrontiert, dreizehn Prozent mit sexualisierter. Das sind die Zahlen, über die man in solchen Texten liest.
Aber die Zahlen, bei denen ich den Bildschirm zugeklappt und einen Moment aus dem Fenster geschaut habe, sind andere. 57 Prozent der Befragten bekennen sich aus Angst vor Anfeindungen seltener zu ihrer politischen Meinung. 55 Prozent beteiligen sich seltener an Diskussionen. 53 Prozent formulieren ihre eigenen Beiträge vorsichtiger, als sie eigentlich wollen.
Über die Hälfte. Und zwar nicht der Betroffenen, sondern aller Befragten.
Da hast du den ganzen Mechanismus in drei Zahlen. Fünf Prozent schreiben, und mehr als die Hälfte macht den Mund nicht mehr auf. Das ist keine unerwünschte Nebenwirkung, das ist die Rendite. Und deshalb müssen diese Leute dich auch gar nicht überzeugen. Es reicht ihnen vollkommen, wenn du irgendwann keine Lust mehr hast.
Ich habe eine Weile gebraucht, um das wirklich zu begreifen. Der Hass ist nicht ein Argument, das schiefgelaufen ist, sondern ein Werkzeug, und es funktioniert ausgezeichnet.
So, jetzt der praktische Teil, ich möchte dich hier ja nicht deprimiert zurücklassen. Vier Sachen, von denen keine besonders heldenhaft ist, aber alle vier taugen für den Alltag.
Schreib für die Mitlesenden, nicht für den Kommentator. Das ist die wichtigste Lektion aus der Zürcher Studie, und sie ist gemessen und nicht gefühlt: Bei den Vielschreibern bewegt sich durch Gegenrede nichts, gar nichts, völlig egal wie gut du formulierst. Bei den Gelegenheitstätern schon ein bisschen. Und bei den vielen Stillen, die nur lesen, sehr wohl, und die sind die eigentliche Öffentlichkeit. Ich formuliere meine Antworten seit einiger Zeit für die dritte Person, die mitliest, nicht für den, der mich meint. Das hat in meinem Kopf mehr verändert als in den Kommentarspalten.
Einmal erklären, dann stehenlassen. Brandolinis Regel gilt auch andersherum: Wenn du dich auf das Wettrennen nicht einlässt, kannst du es auch nicht verlieren. Und der Block ist keine Kapitulation, sondern Hausrecht. Ich habe lange gebraucht, um den ohne schlechtes Gewissen zu benutzen, weil ich dachte, ein anständiger Mensch diskutiert eben zu Ende. Stimmt aber nicht. Ein anständiger Mensch diskutiert mit denen, die diskutieren wollen.
Anzeigen. Die BKA-Zahlen steigen nicht nur, weil mehr gehetzt wird, sondern auch, weil mehr gemeldet wird, jede Anzeige hellt ein Stück Dunkelfeld auf. Und wenn morgens um sechs die Polizei klingelt und das Handy einsammelt, ist das für manchen offenbar die erste Rückmeldung seit Jahren, die er nicht wegwischen kann.
Und dann das Wichtigste: schreib. Wenn über die Hälfte der Leute leiser wird, dann ist jeder freundliche, kluge, widersprechende Kommentar unter einem Beitrag mehr wert, als sein Verfasser ahnt. Nicht, weil er den Hasser überzeugt, den überzeugt nichts. Sondern weil er dem nächsten Leser zeigt, dass da unten nicht nur Gebrüll ist. Die Forschung nennt das Normlernen: Menschen richten sich danach, was in ihrer Umgebung üblich zu sein scheint. Und was üblich zu sein scheint, entscheidet sich genau da, in den Kommentaren.
Der Kollege mit den Implikationen hat mich ein wenig Zeit gekostet. Der Herr mit Kant im Gepäck ist mir von einer Plattform zur anderen gefolgt. Und irgendwo dazwischen schreibt jemand, dass Leute wie ich verschwinden sollten.
Das ist die Bilanz von wenigen Tagen und drei Beiträgen, und wenn ich sie so hintereinanderschreibe, sieht sie ziemlich düster aus. Nur ist genau das die optische Täuschung, von der diese Leute leben. Dieselben drei Beiträge haben mir nämlich Dutzende Kommentare gebracht, über die ich mich gefreut habe. Ergänzungen. Widerspruch, an dem ich etwas gelernt habe. Eine ganze Reihe Menschen, die einfach mitgedacht haben und mir das dann auch geschrieben haben. Einige tausend Aufrufe stehen zwei Kommentaren gegenüber, die mir hier ein Thema für einen neuen Beitrag geliefert haben.
Fünf Prozent gegen alle anderen, so sieht die Rechnung in Wahrheit aus. Und hier auf Substack ist es vermutlich nicht einmal ein Prozent.
Ich schreibe weiter, das steht fest. Aber bald auch mal was Unterhaltendes. Und wenn du das nächste Mal irgendwo einen Beitrag liest, der dir was gebracht hat, dann schreib doch mal was drunter. Muss nichts Kluges sein. Aber es zählt mehr, als du denkst.
Danke fürs Lesen!
Bundeskriminalamt, Pressemitteilung zum 12. Aktionstag gegen strafbare Hasspostings, 25. Juni 2025: https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2025/Presse2025/250625_PM_StrafbareHasspostings.html
Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen zum 13. bundesweiten Aktionstag gegen Hasspostings, 25. Februar 2026: https://lka.polizei.nrw/presse/lka-nrw-13-bundesweiter-aktionstag-gegen-hasspostings
Das NETTZ, Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, HateAid und Neue deutsche Medienmacher*innen (Hrsg.): „Lauter Hass – leiser Rückzug. Wie Hass im Netz den demokratischen Diskurs bedroht”, 2024: https://kompetenznetzwerk-hass-im-netz.de/lauter-hass-leiser-rueckzug
Gennaro, Gloria; Bronner, Laura; Derksen, Laurenz u. a.: „The distribution of hate speech and its implications for content moderation”, Political Science Research and Methods, 2025: https://www.cambridge.org/core/journals/political-science-research-and-methods/article/distribution-of-hate-speech-and-its-implications-for-content-moderation/B17D3608E211A73FF73DDAB45D58E7EC
Hangartner, Dominik u. a.: „Empathy-based counterspeech can reduce racist hate speech in a social media field experiment”, PNAS 118(50), 2021, Nachweis der ETH Zürich: https://icr.ethz.ch/publications/empathy-based-counterspeech-can-reduce-racist-hate-speech-in-a-social-media-field-experiment/
Bor, Alexander; Petersen, Michael Bang: „The Psychology of Online Political Hostility: A Comprehensive, Cross-National Test of the Mismatch Hypothesis”, American Political Science Review 116(1), 2022: https://www.cambridge.org/core/journals/american-political-science-review/article/abs/psychology-of-online-political-hostility-a-comprehensive-crossnational-test-of-the-mismatch-hypothesis/C721597EEB77CC8F494710ED631916E4
Petersen, Michael Bang; Osmundsen, Mathias; Arceneaux, Kevin: „The ‚Need for Chaos’ and Motivations to Share Hostile Political Rumors”, American Political Science Review 117(4), 2023: https://www.cambridge.org/core/journals/american-political-science-review/article/need-for-chaos-and-motivations-to-share-hostile-political-rumors/7E50529B41998816383F5790B6E0545A
Buckels, Erin E.; Trapnell, Paul D.; Paulhus, Delroy L.: „Trolls just want to have fun”, Personality and Individual Differences 67, 2014: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0191886914000324
Brady, William J.; McLoughlin, Killian; Doan, Tuan N.; Crockett, Molly J.: „How social learning amplifies moral outrage expression in online social networks”, Science Advances 7(33), 2021: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.abe5641
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Pennycook, Gordon; Cheyne, James Allan; Barr, Nathaniel; Koehler, Derek J.; Fugelsang, Jonathan A.: „On the reception and detection of pseudo-profound bullshit”, Judgment and Decision Making 10(6), 2015: https://www.cambridge.org/core/journals/judgment-and-decision-making/article/on-the-reception-and-detection-of-pseudoprofound-bullshit/0D3C87BCC238BCA38BC55E395BDC9999
Harsey, Sarah; Freyd, Jennifer J.: „Deny, Attack, and Reverse Victim and Offender (DARVO): What Is the Influence on Perceived Perpetrator and Victim Credibility?”, Journal of Aggression, Maltreatment & Trauma, 2020: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10926771.2020.1774695
Freyd, Jennifer J., Überblick zur eigenen Forschung und zum Begriff DARVO: https://www.jjfreyd.com/about-research
Robinson, Brian; Alfano, Mark; Astola, Mandi: „Is this a bullshit question? Just asking!”, Synthese 206(4), Artikel 185, 2025: https://philarchive.org/rec/ASTITA
Malki, David: „The Terrible Sea Lion”, Wondermark Nr. 1062, 19. September 2014: https://wondermark.com/c/1062/
Merriam-Webster zum Begriff Sealioning: https://www.merriam-webster.com/wordplay/sealioning-internet-trolling
Institute for Strategic Dialogue, Untersuchung von Philip Kreißel und Julia Ebner zur Verteilung von Hass-Likes auf Facebook, dargestellt bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: https://www.lpb-bw.de/hatespeech
taz-Debattenserie Digitalisierung über den Fall des Journalisten Florian Klenk und seines Kommentators, 2016: https://taz.de/taz-Debattenserie-Digitalisierung/!5365494/
SRF Kultur, „Ein Journalist trifft seinen Hater”, 2016: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/hasskommentare-im-netz-ein-journalist-trifft-seinen-hater
Brandolinis Gesetz (bullshit asymmetry principle), Überblicksdarstellung: https://en.wikipedia.org/wiki/Brandolini%27s_law
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