In den vergangenen Wochen haben tausende Feuerwehrleute in Spanien und Frankreich rund um die Uhr gegen verheerende Waldbrände gekämpft.
Nicht, weil das einfach zum Sommer dazugehört.
Sondern weil die Bedingungen immer herausfordernder werden.
Extreme Hitze, ausgetrocknete Vegetation und starker Wind haben dazu geführt, dass sich die Brände innerhalb kürzester Zeit ausbreiten konnten. Hunderttausende Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, ganze Orte wurden evakuiert und Einsatzkräfte aus mehreren europäischen Ländern unterstützen sich gegenseitig im Kampf gegen die Flammen.
Unsere Gedanken sind bei allen Menschen, die von den Bränden betroffen sind.
Bei den Familien, die ihre Häuser verlassen mussten.
Bei den Menschen, die um ihre Existenz bangen.
Und bei den Einsatzkräften, die Tag und Nacht alles geben, um Leben, Natur und Gemeinden zu schützen.
Wie wir schon in der vergangenen Ausgabe geschrieben haben, entfacht der Klimawandel nicht jeden einzelnen Waldbrand. Er sorgt jedoch dafür, dass heiße und trockene Bedingungen häufiger auftreten und sich Brände schneller ausbreiten können.
Deshalb wird Vorbereitung immer wichtiger.
Frühwarnsysteme, eine noch bessere Ausbildung, internationale Zusammenarbeit und gut ausgestattete Feuerwehren retten Leben.
Denn Anpassung bedeutet nicht aufzugeben.
Anpassung bedeutet, Verantwortung zu übernehmen - und Leben zu schützen.
Um besser zu verstehen, wie Österreich auf Waldbrände vorbereitet ist, haben wir mit Andreas Rieger von der Feuerwehr gesprochen.
Die österreichischen Feuerwehren sind sehr gut auf Waldbrände vorbereitet. Früher hat es in Österreich Waldbrände vor allem in den Sommermonaten gegeben, mittlerweile kommt es auch in der kalten Jahreszeit immer wieder zu solchen Einsätzen. Dementsprechend wurde die Ausbildung in diesem Bereich intensiviert sowie in Fahrzeuge und Gerätschaften investiert. Ausmaße wie in Spanien oder Frankreich sind in Österreich unwahrscheinlich, da wir ein sehr dichtes Netz von rund 4.800 Feuerwehren mit rund 260.000 aktiven Frauen und Männern haben, die sehr eng abgestimmt und auch über Bundesland-Grenzen hinweg helfen können. Doch nicht nur das: Niederösterreich, Salzburg und die Steiermark haben Waldbrandbekämpfungsmodule, die auf EU-Ebene gemeldet sind und bei Bedarf auch im Ausland unterstützen können, ohne dass die Einsatzbereitschaft in Österreich gefährdet ist. Auf dieses weltweit einzigartige System können wir sehr stolz sein.
Der Großteil der Waldbrände wird von Menschen verursacht, nicht immer mutwillig, aber oft durch Unachtsamkeit. Im Wald und auf Wiesen gilt es auf folgende Punkte zu achten:
• Kein offenes Feuer (Grillen, Lagerfeuer, Fackeln, Kerzen etc.) oder Rauchen in Wald- oder Wiesennähe.
• Nicht auf trockenem hohem Gras parken. Der heiße Fahrzeugunterboden kann das Gras entzünden.
• Beachten Sie aktuelle Verordnungen und Verbote, die zum Schutz vor Waldbränden ausgesprochen werden.
Sollten Sie einen Waldbrand durch aufsteigenden Rauch entdecken oder vermuten, so alarmieren Sie so rasch wie möglich die Feuerwehr unter dem kostenlosen Notruf 122. Auch wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, besser einmal zu oft angerufen als gar nicht. Je schneller ein Waldbrand gemeldet wird, desto schneller kann die Feuerwehr mit den Löscharbeiten beginnen und die Ausbreitung eindämmen. Die Anfahrtswege sind oft länger, in vielen Fällen ist eine direkte Zufahrt für Fahrzeuge nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich. Dadurch kann wertvolle Zeit verloren gehen.
Ganz wichtig: Bitte befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte und nehmen Sie diese ernst.
Ein herzliches Dankeschön an Andreas Rieger, dass er sich Zeit für dieses Gespräch genommen hat. Und ein noch größeres Dankeschön an ihn sowie an alle Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer:innen, die jeden Tag für unsere Sicherheit im Einsatz sind. Euer Engagement ist alles andere als selbstverständlich.
Diese Woche geht es nicht darum, Angst zu haben.
Sondern vorbereitet zu sein.
🚭 Bitte keine Zigarettenstummel in der Natur wegwerfen und bei Trockenheit auf offenes Feuer verzichten.
🏕️ Informiere dich vor Ausflügen oder Urlauben über aktuelle Waldbrandwarnungen und behördliche Hinweise.
🌲 Hinterlasse die Natur so, wie du sie vorgefunden hast. Oft sind es die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen.
Vorbereitung bedeutet nicht, vom Schlimmsten auszugehen.
Sie bedeutet, Verantwortung für uns alle zu übernehmen.
Auch Arnold weiß, wie sich Waldbrände anfühlen.
Während der großen Brände in Kalifornien im Jänner 2024 musste er gemeinsam mit seinen Tieren sein Zuhause verlassen. Die Bilder von Evakuierungen und brennenden Landschaften kennt er also nicht nur aus den Nachrichten, sondern aus eigener Erfahrung.
Heute ist Arnold wieder zurück in Los Angeles und wieder mitten in seiner täglichen Routine. Er trainiert, fährt mit dem Fahrrad und erinnert uns daran, dass wir Herausforderungen nicht ignorieren dürfen, sondern Schritt für Schritt anpacken müssen.
Wie Arnold sagt:
“The solutions are out there. So stop hoping. Start changing.”
Jede noch so kleine Handlung zählt.
Und gemeinsam können wir unsere Gemeinden stärker und widerstandsfähiger machen.
• Waldbrände gehören leider immer öfter zu den Sommern in Europa.
• Gute Vorbereitung rettet Leben und schützt unsere Gemeinden.
• Zusammenhalt, Aufmerksamkeit und Engagement machen den Unterschied.
Ein großes Danke an die Feuerwehr - ihr geht dorthin, wo andere nur noch weg wollen. ❤️

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