Vor ein paar Wochen hat die Kollegin an dieser Stelle noch gewarnt. Zur Erinnerung: Anfang August briet eine Hitzewelle Bayern nach allen Regeln der Grillkunst durch. Die Folgen konnte man unter anderem an den Pegelständen der Flüsse und an den Gesichtern der Nachbarn mit der Dachgeschosswohnung ablesen. Kühlung versprach nur der Umzug in die Gefriertruhe oder, wenn die zu klein war, vorm Schlafengehen das Öffnen der Fenster.
Womit man wieder bei der Kollegin wäre. „Wer bei den tropischen Temperaturen zurzeit am Abend oder in der Nacht lüftet, könnte ungebetenen Besuch bekommen“, schrieb sie. Genau: Fledermäuse könnten sich, angelockt vom herrlichen Luftzug, in der Wohnung einnisten. Wenn es dann ganz hoch hergeht, hat man es nicht nur mit einem verirrten Einzelflieger zu tun. Die Stadt Würzburg schreibt auf einer Info-Seite, „dass junge Zwergfledermäuse gelegentlich in Gruppen von zehn bis manchmal einhundert Tieren auf ihren Erkundungsflügen in Wohnungen einfliegen“. Na, viel Spaß.
Und nun, drei Wochen später: Was soll man sagen, ist genau das passiert. Gut, dem Vernehmen nach waren es keine 100 Fledermäuse, sondern nur 30. Und sie haben sich auch nicht in Würzburg verflogen, sondern in ein Haus in Günzburg. Man kann trotzdem mit einer gewissen Sicherheit vermuten, dass die eigentliche Bewohnerin sich die Rückkehr aus dem Urlaub ein wenig anders vorgestellt hatte. „Offenbar hatten sich die Tiere während ihrer Abwesenheit durch ein gekipptes Fenster Zugang zur Wohnung verschafft und dort eingenistet“, meldet der Bayerische Rundfunk.
Was also soll man sagen? Würde die Kollegin jetzt ausrufen, „ich hab’s euch gesagt“, dann wäre das nicht ganz von der Hand beziehungsweise vom Flügel zu weisen. Allerdings ist sie im Urlaub, bei hoffentlich daheim geschlossenen Fenstern. Und hinterher ist man bekanntlich immer schlauer, ganz besonders in den Fällen, in denen es den Spott so frei Haus dazugibt wie in diesem Fall die Fledermaus. Selbst bei dem Fledermausmann schlechthin, dem Superhelden Batman, hausen die Namensgeber nicht in der Villa, sondern in der Höhle drunter. Butler Alfred käme sonst mit dem Saubermachen nicht hinterher.
Günzburg hat keinen Batman, aber ein Tierheim. „Die Helfer machten die Fledermäuse schließlich in einem Wandschrank ausfindig und konnten die Tiere vorsichtig ins Freie bringen“, heißt es beim BR. Die Wohnung sei wieder komplett fledermausfrei.

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