Die Rollenverteilung bei der fotografischen Urlaubsbegleitung war niemals diskutiert worden, sie stand so fest wie die Akropolis auf ihrem Kalksteinfelsen, fast schon eine Naturgegebenheit. Mama zupfte am groß geblümten Minikleid herum, rückte die Sonnenbrille und den Bob zurecht und warf sich vor touristisch relevanten Hintergründen in die immer gleiche Pose, die sie aus der Brigitte kannte: Hände auf die Hüfte gelegt, linkes Bein neckisch nach vorn gerückt, ihr zu Füßen der Pudel. Papa stellte inzwischen die Canon Spiegelreflex scharf, was so lange dauerte, dass sich die ohnehin knapp bemessene Natürlichkeit in Mamas Auftritt verflüchtigt hatte, bis es endlich hieß: „Ich hab’s im Kasten!“
Gesellschaft - SZ.de · Aug 20, 2026
Urlaubsfotos: „Ist das Licht jetzt endlich gut, Schatz ...?“
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