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Newsblog zum Wetter: 15.800 Hitzetote in Deutschland – fast 10.000 allein Ende JuniDebatte um KI-Brillen „Wie Bodycams“ – US-Einwanderungsbehörde verbietet Metas Smart Glasses
19.08.2026 · 17:57 Uhr
Eine Frau trägt eine Datenbrille von Ray Ban. Am Gestell der Brille befindet sich eine LED-Anzeige, die hell-weiß leuchtet, wenn ein Video aufgenommen wird. (Archiv)
Foto: Christoph Dernbach/dpa/Christoph DernbachDüsseldorf · Kamera und Mikrofon in Metas Smart Glasses machen sie für ICE zu einer Bodycam. Die US-Behörde verbietet privat gekaufte Geräte im Dienst. Zuvor wurden Beamte beim Filmen dokumentiert.
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) hat ihren Mitarbeitern per interner Anweisung verboten, Metas Smart Glasses im Dienst zu tragen. Wie die „New York Times“ berichtet, die das entsprechende Memo einsehen konnte, stuft ICE die Brille wegen ihrer eingebauten Kamera- und Mikrofonfunktion als „Body-Worn-Camera“ ein. Das Verbot gilt laut Behörde für alle Beschäftigten und nicht nur für Vollzugsbeamte im Außeneinsatz.
Klarstellung statt neuer Regel
Ein Sprecher des übergeordneten Heimatschutzministeriums (DHS) erklärte gegenüber der „New York Times“, personenbezogene, privat angeschaffte Bodycams und nicht genehmigte Aufnahmen seien „schon immer“ untersagt gewesen. Das Memo wird von der Behörde damit eher als Klarstellung einer bestehenden Regel dargestellt denn als neue Vorschrift.
Auslöser dürfte jedoch sein, dass Mitarbeiter von ICE und der Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) in den vergangenen Monaten wiederholt mit den Meta-Brillen bei Einsätzen und Protesten fotografiert und gefilmt wurden. Über das Onlinemedium 404 Media wurde unter anderem ein CBP-Beamter dokumentiert, der trotz der Regel mit der Brille aufzeichnete.
Metas Smart Glasses, die in Kooperation mit dem Brillenhersteller EssilorLuxottica unter der Marke Ray-Ban vertrieben werden, verfügen über eine kleine Kamera oberhalb des Brillenrahmens, die Video und Audio aufzeichnen kann, sowie über eine blinkende LED als Aufnahmeanzeige. Neuere Modelle bieten zusätzlich einen KI-Assistenten und ein kleines Display im Blickfeld. Die Geräte zählen zu den meistverkauften Hardwareprodukten des Meta-Konzerns, stehen wegen ihres unauffälligen Designs aber zunehmend in der Kritik von Datenschützern.
Immer mehr Institutionen schränken Nutzung ein
ICE reiht sich mit dem Verbot in eine wachsende Zahl von Institutionen ein, die den Einsatz der Brille einschränken. Am 20. Juli 2026 hatte der US-Bundesstaat New York als erster US-Bundesstaat die Nutzung der Geräte in sämtlichen rund 1240 Gerichtsgebäuden untersagt, um heimliche Aufnahmen zu verhindern. Auch einzelne Geschäfte und Restaurants haben Hausverbote für Träger der Brille ausgesprochen. Meta äußerte sich gegenüber der „New York Times“ nicht zu dem ICE-Memo.
Unabhängig vom aktuellen Verbot für private Geräte verfolgt das Heimatschutzministerium eigenen Angaben zufolge Pläne für eine behördeneigene Datenbrille: Laut Haushaltsunterlagen für das Fiskaljahr 2027, über die unter anderem der Journalist Ken Klippenstein berichtete, sind rund 7,5 Millionen US-Dollar für die Entwicklung von Prototypen mit biometrischen Erkennungsfunktionen vorgesehen. Ein erster Prototyp soll den Unterlagen zufolge bereits im ersten Quartal 2027 einsatzbereit sein, die Auslieferung an Einsatzkräfte ist für September 2027 anvisiert. Ob und in welchem Umfang die Brille tatsächlich zum Einsatz kommen soll, ist bislang nicht bestätigt.
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