Straße von Hormus Öl- und Gaspreise steigen nach „Wirtschaftskrieg“-Drohung von Trump
20.08.2026 · 17:33 Uhr
Nicht nur die Preise für Öl sind betroffen sondern auch die für Gas. Die deutschen Speicher sind derzeit nur zu gut 50 Prozent gefüllt. (Symbolbild)
Foto: Sascha Thelen/dpa/Sascha ThelenLondon · US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit der „vernichtendsten Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten. Kurz darauf steigen die Öl- und Gaspreise. Die angespannte Versorgungslage verschärft sich.
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem umfassenden „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise steigen lassen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ging am Donnerstagnachmittag um 3,24 Prozent auf 94,59 Dollar (81,02 Euro) nach oben. Ein Barrel der US-Referenzsorte WTI kostete 88,81 Dollar, ein Plus von 3,47 Prozent.
Auch der europäische Gaspreis stieg weiter an. Der als Referenz für die Großhandelspreise für Gas geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden legte um 3,08 Prozent auf 65,33 Euro pro Megawattstunde zu. Dies ist der höchste Stand seit März und mehr als doppelt so hoch wie vor dem Beginn des Iran-Krieges.
Wegen der seit Monaten hohen Gaspreise am Weltmarkt sind die deutschen Speicher derzeit nur zu gut 50 Prozent gefüllt. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte am Mittwoch, es beobachte die Lage „sehr genau“.
Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas warnte am Mittwoch, „dass die gesetzliche Vorgabe (zum Füllstandsziel) von 71 Prozent zum 1. November 2026 kaum noch erreichbar ist“. Verbraucherschützer warnen angesichts der geringen Füllstände vor steigenden Preisen für Gaskunden.
US-Präsident Trump hatte am Mittwoch die „vernichtendste Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten gegen den Iran angekündigt. Jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, drohte Trump mit „enormen“ Strafmaßnahmen. Teheran tat Trumps Pläne als „gescheiterte Politik“ ab.
Die USA halten seit Jahrzehnten Sanktionen gegen den Iran aufrecht. Trump hatte diese während seiner ersten Amtszeit noch verschärft.
Teheran hält seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar die Straße von Hormus weitgehend gesperrt. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt. Vor dem Krieg führte etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen durch die Meerenge. Die Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus dauern ebenfalls an.
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