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Politik | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Amtsbeginn im Januar: Diese Frauen und Männer wollen die Guterres-Nachfolge bei der UNO antreten

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Lia Newger · RP ONLINE

Amtsbeginn im Januar Diese Frauen und Männer wollen die Guterres-Nachfolge bei der UNO antreten

21.08.2026 · 16:22 Uhr

UN-Generalsekretär Antonio Guterres legt sein Amt zum Jahresende nieder. Ein Überblick über seine mögliche Nachfolge. (Archiv)

UN-Generalsekretär Antonio Guterres legt sein Amt zum Jahresende nieder. Ein Überblick über seine mögliche Nachfolge. (Archiv)

Foto: Petros Karadjias/AP/dpa/Petros Karadjias

New York · Zum Jahresende gibt der UN-Generalsekretär António Guterres Amt ab. Fünf Frauen aus Lateinamerika zählt das Bewerberfeld aktuell sowie drei Männer aus Lateinamerika und Afrika. Ein Überblick über die Kandidaten.

Nach zehn Jahren an der Spitze der UNO gibt UN-Generalsekretär António Guterres zum Jahresende sein Amt ab und könnte von einer Frau aus Lateinamerika beerbt werden. Fünf Frauen aus Lateinamerika zählt das Bewerberfeld aktuell sowie drei Männer aus Lateinamerika und Afrika.

Die noch bis Ende August amtierende Präsidentin der UN-Vollversammlung, die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne), hatte auf eine stärkere Einbindung der Vollversammlung bei der Auswahl des Guterres-Nachfolgers gedrängt, bei der die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates den größten Einfluss haben, und dafür Kritik einstecken müssen. Ein Überblick über die acht Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des UN-Generalsekretärs:

Rebeca Grynspan

Die 70-jährige Grynspan hat sich bei der UNO bereits einen Namen gemacht: Die frühere Vizepräsidentin von Costa Rica leitet die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in Genf. Im Jahr 2022 gelang ihr ein diplomatischer Erfolg, als sie nach Beginn des Ukraine-Krieges die Initiative für den sicheren Transport von Getreide und Lebensmitteln aus ukrainischen Häfen zwischen Moskau und Kiew vermittelte. Sie kritisiert die UNO als „risikoscheue Organisation“. Bei einer ersten Abstimmung über die Nachfolge von Guterres Ende Juli im UN-Sicherheitsrat erhielt Grynspan die meisten Stimmen.

 Rebeca Grynspan (Archiv)

Rebeca Grynspan (Archiv)

Foto: AP Photo/Matilde Campodonico/Matilde Campodonico

Michelle Bachelet

Die Chilenin Bachelet, die wegen ihres Widerstands gegen die Junta des chilenischen Diktators Augusto Pinochet gefoltert worden war, wurde 2006 zur ersten Präsidentin ihres Landes gewählt. Später übernahm die heute 74-Jährige das Amt der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. In dieser Rolle stieß sie einige Staaten vor den Kopf, insbesondere China. Bachelet hatte Peking mit ihren Berichten über das chinesische Vorgehen gegen die Uiguren-Minderheit im Land gegen sich aufgebracht.

 Michelle Bachelet (Archiv)

Michelle Bachelet (Archiv)

Foto: dpa/Martial Trezzini

Bachelet fordert, der UN-Generalsekretär müsse über die „moralische Stimme“ verfügen, um führen zu können - auch unter dem Druck von Großmächten. Ihre Kandidatur wird von Mexiko und Brasilien unterstützt. Chile zog eine Unterstützung jedoch zurück, nachdem der ultrarechte Präsident José Antonio Kast ins Amt kam. Die US-Regierung kritisiert Bachelet insbesondere wegen ihrer Unterstützung für das Recht auf Abtreibung.

María Fernanda Espinosa

Espinosa, die frühere Außenministerin Ecuadors, hat die UNO als einzige universelle Plattform bezeichnet, um die gemeinsamen Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen. Zugleich fordert die ehemalige Präsidentin der UN-Vollversammlung eine tiefgreifende Reform der Organisation.

 Maria Fernanda Espinosa (Archiv)

Maria Fernanda Espinosa (Archiv)

Foto: AFP/SANTIAGO MAZZAROVICH

Die 61-Jährige hat vorgeschlagen, ein „Frühwarnsystem“ einzurichten, das Anzeichen drohender Konflikte erkennt und meldet. Espinosas Kandidatur wird von Antigua und Barbuda unterstützt, nicht jedoch von ihrem eigenen Land.

Rafael Grossi

Der 65-jährige Argentinier Grossi leitet seit 2019 die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). In dieser Rolle hat er sich bereits mit den Kriegen im Iran und in der Ukraine auseinandergesetzt. Nach Ansicht mancher Beobachter vertritt Grossi eine radikalere Position zur Reform der UNO und plädiert für einen aktiveren UN-Generalsekretär.

Rafael Grossi (Archiv)

Rafael Grossi (Archiv)

Foto: Mohammed Al-Rifai/dpa/Mohammed Al-Rifai

Carolyn Rodrigues-Birkett

Rodrigues-Birkett ist die frühere Außenministerin des Karibikstaates Guyana und vertritt ihr Land aktuell bei den Vereinten Nationen. Sie hat erklärt, die UNO müsse ihre „Glaubwürdigkeit“ auf der Weltbühne wiederherstellen. Zugleich hat sie betont, die Organisation erziele in vielen Bereichen Ergebnisse, etwa in der Entwicklung und bei den Menschenrechten.

 Carolyn Rodrigues-Birkett (Archiv)

Carolyn Rodrigues-Birkett (Archiv)

Foto: AFP/LEONARDO MUNOZ

Mit 52 Jahren ist Rodrigues-Birkett die jüngste der acht Bewerberinnen und Bewerber. Bei der ersten Abstimmung Ende Juli landete sie auf Platz zwei.

Ivonne A-Baki

Die 75-jährige A-Baki ist eine ecuadorianische Diplomatin und Politikerin, die als Botschafterin in Washington für Quito tätig war und dort als jemand galt, der enge Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump knüpfte. Die Tochter libanesischer Eltern spielte eine zentrale Rolle bei der Vermittlung eines Dialogs zwischen Ecuador und Peru nach deren kurzem Grenzkrieg im Jahr 1995.

Ivonne A-Baki (Archiv)

Ivonne A-Baki (Archiv)

Foto: AFP/CHARLY TRIBALLEAU

A-Baki setzt sich für eine weniger bürokratische UNO ein, die stärker auf konkrete Ergebnisse ausgerichtet ist, und präsentiert sich zugleich als Diplomatin, die in der Lage ist, den Multilateralismus wiederzubeleben.

Macky Sall

Sall, der frühere Präsident des Senegal von 2012 bis 2024, ist einer von zwei Bewerbern, die nicht aus Lateinamerika stammen. Der 64-Jährige hat in seiner Bewerbung insbesondere die Vertretung des Globalen Südens in den internationalen Institutionen hervorgehoben. Die senegalesische Justiz wirft ihm vor, zwischen 2021 und 2024 Proteste in seinem Land blutig niedergeschlagen zu haben.

Macky Sall (Archiv)

Macky Sall (Archiv)

Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Olara Otunnu

Der Ugander Otunnu war von 1997 bis 2005 unter dem damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan Untergeneralsekretär der UNO und Sonderbeauftragter für Kinder und bewaffnete Konflikte. Der 75-Jährige diente zudem als Ugandas UN-Botschafter und war für kurze Zeit Außenminister seines Landes. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2011 in dem ostafrikanischen Land trat er für die Oppositionspartei Uganda People's Congress an und unterlag dem langjährigen Präsidenten Yoweri Museveni, der seit 1986 im Amt ist.

Olara Otunnu (Archiv)

Olara Otunnu (Archiv)

Foto: Uncredited/Uganda Media Center v/Uncredited

Der Auswahlprozess ist mehrstufig: Die 15 Sicherheitsrats-Mitglieder stimmen hinter verschlossenen Türen so lange ab, bis eine Kandidatin oder ein Kandidat die erforderlichen neun Stimmen erhält. Dabei haben die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder - die USA, Großbritannien, China, Frankreich und Russland - ein Vetorecht.

Der Konsens-Kandidat oder die -Kandidatin wird danach formell von der UN-Vollversammlung ernannt. Die Amtsübernahme ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen. Viele Staaten fordern, dass eine Frau das Amt übernimmt - es wäre eine Premiere.

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