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Beruf | RP ONLINE · Jul 31, 2026

Hitzewelle in Deutschland: Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Schutz bei Hitze

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Farina Kremer · RP ONLINE

Hitzewelle in Deutschland Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Schutz bei Hitze

31.07.2026 · 14:13 Uhr

Ein Dachdecker trinkt Wasser unter der sengenden Sonne bei über 30 Grad auf dem Dach eines Hauses. (Symbolbild)

Ein Dachdecker trinkt Wasser unter der sengenden Sonne bei über 30 Grad auf dem Dach eines Hauses. (Symbolbild)

Foto: Benjamin Westhoff/dpa/Benjamin Westhoff

Berlin · Bei über 30 Grad im Freien arbeiten wird zur Belastung. Dabei steigt nicht nur das Unfallrisiko bei den Beschäftigten – wirtschaftlich gehen Deutschland pro Hitzetag Hunderte Millionen Euro verloren. Der DGB fordert Vorsorge, der Handwerksverband eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

„Mehr Hitzetage im Jahr heißen mehr gesundheitliche Belastung für Beschäftigte und ein höheres Risiko für Arbeitsunfälle“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Yasmin Fahimi, unserer Redaktion. Das sei nicht nur gefährlich für die Arbeitnehmer, sondern würde auch die Wirtschaft belasten. Ein Hitzetag ab 30 Grad kostet Deutschland 431 Millionen Euro. Das ergab eine Prognos-Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums aus dem Frühjahr 2026. Klettern die Temperaturen auf über 35 Grad, lägen die Kosten laut Studie bei 984 Millionen Euro pro Tag – mehr als doppelt so viel. „Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein“, so Fahimi. Sie forderte sowohl die Bundesregierung als auch die Arbeitgeber auf, vorzusorgen.

Handwerkskammer drängt auf Umstellung auf wöchentliche Höchstarbeitszeit

„Den hohen Temperaturen begegnen Betriebe schon heute mit angepassten Arbeitsabläufen“, sagte eine Sprecherin des Zentralverbands der Deutschen Handwerkskammer (ZDH). Dazu zählten angepasste Arbeitsabläufe, die Bereitstellung von Trinkwasser und Sonnenschutz sowie mobile Kühlsysteme. Trotzdem würden sich die hohen Temperaturen bemerkbar machen. „Das Unfallrisiko steigt, ebenso ist mit Leistungseinbußen und kurzfristigen Krankmeldungen zu rechnen.“

Deswegen fordert auch der ZDH weitere Maßnahmen von der Politik: „An erster Stelle steht hier mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung an Hitzetagen“, sagte die Sprecherin. Der Verband drängt deswegen auf eine zügige Umstellung von der täglichen zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit.

Arbeitgeber lehnen neue Verpflichtungen beim Hitzeschutz ab

Das ist im Koalitionsvertrag von Union und SPD festgehalten. Statt wie bisher maximal acht Stunden pro Tag soll es mehr Flexibilität geben, um Arbeitszeiten besser an die Realitäten zum Beispiel von Schichtarbeit anzupassen. Gewerkschaften lehnen das Vorhaben als Rückschritt ab.

Die Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) wiederum lehnt neue Verpflichtungen für die Unternehmen an Hitzetagen ab. Sie seien bereits heute schon zum Hitzeschutz verpflichtet und würden diese Fürsorge sehr ernst nehmen. „Generelle Arbeitsschutzvorschriften sind aufgrund des sehr hohen Niveaus des Arbeitsschutzes in Deutschland daher kontraproduktiv“, erklärte die BDA. Nach aktuellem Arbeitsrecht müssen Beschäftigte im Freien ab 35 Grad ihre Arbeit zum größten Teil im Schatten verrichten können. Außerdem müssen Arbeitgeber ihnen geeigneten Sonnenschutz zur Verfügung stellen.

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