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Wermelskirchen | RP ONLINE · Aug 18, 2026

Wermelskirchener Experten im ARD-Mittagsmagazin: „Unachtsamkeit kann zu Katastrophen führen“

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Carina Carvalho Hagen · RP ONLINE

Wermelskirchener Experten im ARD-Mittagsmagazin „Unachtsamkeit kann zu Katastrophen führen“

18.08.2026 · 18:35 Uhr

 Carsten Schlabach (2.v.l.) von der Firma Dönges mit Moderator Oliver Mayer im ARD-Mittagsmagazin am 18. August.

Carsten Schlabach (2.v.l.) von der Firma Dönges mit Moderator Oliver Mayer im ARD-Mittagsmagazin am 18. August.

Foto: Dönges

Wermelskirchen · Leichte Schutzkleidung, Drohnen und Löschmittel sollen Feuerwehren helfen. Das Unternehmen Dönges stellte vor laufender TV-Kamera neue Brandschutz-Techniken vor – doch gegen die häufigste Ursache gibt es kein Gerät.

Es nieselte, als das Unternehmen Dönges und die Feuerwehr Wermelskirchen im ARD-Mittagsmagazin zu sehen waren, um über Vegetationsbrände zu sprechen. Das nahm dem Thema dennoch nicht die Ernsthaftigkeit – zumal der Brand im Hohen Venn in Belgien am Dienstagmittag auch im Bergischen Land zu riechen war. Seit Tagen kämpfen Rettungskräfte nahe der deutschen Grenze gegen den Waldbrand im Naturschutzgebiet.

In der Liveschalte wurden zu diesem Anlass verschiedene Brandbekämpfungstechniken durch die Wermelskirchener Profis vorgestellt. Feuerwehrfrau Ariane Burghoff etwa erklärte, dass sich das spezielle „Waldbrandoutfit“ insofern von der regulären Feuerwehruniform unterscheidet, als dass es nur ungefähr die Hälfte wiegt.

Löschtechniken demonstriert

Auch die Wermelskirchener Firma Dönges, Systemlieferant unter anderem für die Feuerwehr, war mit Carsten Schlabach vertreten. Er demonstrierte, wie der flüssige Brandverzögerer „Retardant“ funktioniert: Das rot gefärbte Mittel wird auf den Boden gesprüht. „Sobald die Flammen auf dieses Gemisch aus Wasser und Chemikalien treffen, erlöschen sie aufgrund einer chemischen Reaktion“, erklärte Schlabach vor laufender Kamera. Vorgeführt wurde das Ganze an einer Metallschale, die mit langen Holzspänen gefüllt war.

Dass es geregnet hat, sei zwar nicht optimal für den Vorführeffekt im Fernsehen gewesen, gefreut habe es ihn trotzdem, sagt Schlabach im späteren Gespräch mit unserer Redaktion. Denn er ist ebenfalls als Feuerwehrmann tätig und spürt sowohl im Büro bei Dönges, als auch an vorderster Front, wie sich Waldbrände in Deutschland verändern. „Wir haben definitiv mehr Waldbrände, und sie werden auch heftiger. Das ist eine direkte Auswirkung des Klimawandels“. Diese forderten dementsprechend mehr Personal und Material. Schlabach spricht gar von einer „Materialschlacht“.

„Eine direkte Auswirkung des Klimawandels“

Ohnehin sind Waldbrände für die Feuerwehr eine besondere Herausforderung – anders als zum Beispiel die meisten Zimmerbrände. Denn sie sind besonders abhängig von äußeren Umständen wie Wind und Wetter, sind außerdem größer und halten tagelang an.

Als also vor ein paar Jahren auffiel, dass Vegetationsbrände auch in Deutschland eine immer größere Rolle spielen, fing die Firma Dönges an, sich mit Partnern in Ländern wie Spanien zu vernetzen, die das Phänomen schon länger gewohnt sind. Dort haben die Mitarbeiter gelernt, welche neuen Produkte und Techniken es gibt. Neben „Retandant“ werden beispielsweise zunehmend Drohnen eingesetzt, um sich von der Luft aus einen präziseren Überblick über eine Brandlage verschaffen zu können.

Doch egal, wie gut das Produkt und die Technik auch sein mögen, Ziel sei laut Schlabach immer, aufzuklären und vorzubeugen – oder „vor die Lage zu kommen“, wie man bei der Feuerwehr sagt. Denn die meisten Vegetationsbrände seien von Menschen gemacht. Sei es eine weggeschnipste Zigarette, ein illegales Lagerfeuer im Wald oder eine Motorradfahrt über trockene Wiesenflächen. „Unachtsamkeit kann zu Katastrophen führen“, sagt Schlabach.

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