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Remscheid | RP ONLINE · Aug 23, 2026

Industriegeschichte der Radevormwalder Wupperorte: Wülfingmuseum startet wieder Aktionstage

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Stefan Gilsbach · RP ONLINE

Industriegeschichte der Radevormwalder Wupperorte Wülfingmuseum startet wieder Aktionstage

23.08.2026 · 17:30 Uhr

 Die große Dampfmaschine ist die Attraktion im Wülfingmuseum. Am kommenden Sonntag wird sie im Rahmen der Führung „Energie aus Dampf und Wasser“ wieder in Betrieb genommen. Bis zu 500 PS Leistung kann damit erzeugt werden.

Die große Dampfmaschine ist die Attraktion im Wülfingmuseum. Am kommenden Sonntag wird sie im Rahmen der Führung „Energie aus Dampf und Wasser“ wieder in Betrieb genommen. Bis zu 500 PS Leistung kann damit erzeugt werden.

Foto: Wülfingsmuseum/Wülfingmuseum

Dahlerau · Im Wülfingmuseum in Dahl­erau zeigt der Trägerverein am kommenden Sonntag die größte Dampfmaschine im Bergischen Land in Aktion. Das Herbstprogramm bietet weitere Führungen und ein Konzert.

Für Besucher des Wülfingmuseums ist es ein besonderes Erlebnis: Die größte Dampfmaschine im Bergischen Land kann in stampfender Aktion bewundert werden, wenn der Verein „Johann Wülfing & Sohn“ seinen Aktionstag „Energie aus Feuer und Wasser“ veranstaltet. Am kommenden Sonntag, 30. August, ist es wieder soweit, Führungen werden um 12 und um 14 Uhr angeboten. Dann erfahren die Besucher konkret, wie damals eine Fabrik über Dampfkraft mit Energie versorgt wurde. Die Firma Wülfing war tatsächlich der Pionier beim Erzeugen von elektrischem Strom im Kreis Lennep. Wer am kommenden Sonntag keine Zeit hat, kann die gleiche Führung am 8. November erleben.

Wie Gerd Neumann, der zweite Vorsitzende des Museumsvereins, berichtet, haben die Ehrenamtler sich entschieden, die Öffnungszeiten der Nachfrage anzupassen. Das Museum bleibt sonntags weiterhin von 11 bis 17 Uhr geöffnet, das Café allerdings nur noch von 12 bis 16 Uhr. Ein Grund: Der Verein muss mit seiner Personaldecke sparsam umgehen. Allerdings konnte jüngst eine junge Frau als neues aktives Mitglied gewonnen werden. Und mit dem Besuch bei der „Nacht der Museen“ ist Gerd Neumann sehr zufrieden. „Wenn wir noch zwei, drei Menschen mehr gewinnen könnten, wäre das ideal“, erklärt er. Mit dieser Anzahl von Aktiven könnten die Ehrenamtler dann auch mal ein Wochenende aussetzen.

Der nächste Aktionstag findet bereits am 20. September statt, dann lautet das Motto „180 Jahre Tuchfabrik, heute ein Museum“. Geboten wird dann ein Rundgang durch das Museum und die Ausstellung. Die Besucher erfahren dabei das Wichtigste über die Geschichte des Standorts, und sie lernen, was „Spindel“ und „Schützen“ in der Berufssprache der Textilarbeiter bedeutete.

Das Museum lockt manche Menschen auch aus einem anderen Grund: In den historischen Räumlichkeiten dürfen Trauungen stattfinden. „Das sind so drei bis vier Termine im Jahr“, sagt der zweite Vorsitzende. „Und es sind durchaus nicht nur Brautpaare aus den Wupperorten.“

Die Ausstellung dokumentiert zwei Jahrhunderte Geschichte der Tuchindustrie im Tal der Wupper.

Die Ausstellung dokumentiert zwei Jahrhunderte Geschichte der Tuchindustrie im Tal der Wupper.

Foto: Jürgen Moll

Am 18. Oktober steht der nächste Aktionstag an: „Qualität ist der beste Verkäufer“. Dann werden folgende Fragen beantwortet: Ist Wolle wasserdicht und woran erkennt man sie? Wie viel wiegt ein Faden, der bis zum Mond reicht? Grundlegendes über tierische, pflanzliche und synthetische Fasern wird dann den Besuchern erläutert, von der Alpaka-Wolle bis zur Zellulose.

Mit Erfolg hat das Museum in Zusammenarbeit mit der Radevormwalder Musikschule seine Räume auch für Konzerte geöffnet. Am Samstag, 26. September, um 18.30 Uhr steht das nächste musikalische Ereignis an. Dann ist romantische Kammermusik von Johannes Brahms, Gabriel Fauré, Max Bruch zu hören, außerdem wird ein Werk des Ungarn Rezső Kókai (1906 bis 1962) vorgestellt. Es spielen János Fejérvári und Zsuzsanna Pénzes-Büdenbender (beide Viola), Emöke Ujj Hilliard (Klavier) und Kristof Dömötör (Klarinette). Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.

Viel Zuspruch bei Musikfreunden finden auch die Konzerte in den historischen Fabrikräumen.

Viel Zuspruch bei Musikfreunden finden auch die Konzerte in den historischen Fabrikräumen.

Foto: Stefan Gilsbach

Ein weiterer Aktionstag steht dann am 22. November an, unter dem Titel „Fäden kreuz und quer“. Dann erfahren die Besucher, wie ein Gewebe entsteht und wie einst auf den historischen Webmaschinen gearbeitet wurde. „Manche Besucher sind daran besonders interessiert“, erzählt Neumann. Die alten Webstühle gehören nicht umsonst zu den Attraktionen unter den Exponaten.

Mit den neuen Mietern im Untergeschoss des Gebäudes, der IG Bismarck mit ihrem Zweirad-Museum, laufe bislang auch alles zufriedenstellend, versichert Gerd Neumann. „Da gibt es keine Schwierigkeiten.“ Was bekanntlich nicht immer der Fall ist, wenn zwei Vereine unter einem Dach wohnen.

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