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Neuss | RP ONLINE · Aug 25, 2026

Polizei und SKM im Rhein-Kreis Neuss: Wie junge Straftäter die Kurve kriegen können

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Kerstin de Haas · RP ONLINE

Polizei und SKM im Rhein-Kreis Neuss Wie junge Straftäter die Kurve kriegen können

25.08.2026 · 12:22 Uhr

Das Team der Initiative „Kurve kriegen“ im Rhein-Kreis Neuss feiert fünf Jahre erfolgreiche Arbeit – und will weiter machen.

Das Team der Initiative „Kurve kriegen“ im Rhein-Kreis Neuss feiert fünf Jahre erfolgreiche Arbeit – und will weiter machen.

Foto: Polizei RKN

Rhein-Kreis Neuss · Im Rhein-Kreis Neuss hilft die Initiative „Kurve kriegen" straffälligen Kindern und Jugendlichen zurück in den Alltag. Paradebeispiel für den Erfolg ist ein Neusser, der jetzt eine Ausbildung zum Koch macht.

Sechs Monate Untersuchungshaft – und das schon als Jugendlicher. Da stellt sich nicht wenigen die Frage: „Was soll aus dem Kind noch werden?“ Die Antwort: Ein Kochlehrling, der sich nichts mehr hat zu Schulden kommen lassen. Es ist ein „Paradebeispiel“ aus Neuss, das die Kreispolizeibehörde anführt und auf die landesweite Initiative „Kurve kriegen“ verweist.

Das NRW-Projekt hat zum Ziel, kriminell gewordene Kinder und Jugendliche durch individuelle Maßnahmen vor einer „Intensivtäterkarriere“ zu bewahren. Seit 2021 gibt es das auch im Rhein-Kreis Neuss. Dabei arbeitet die Polizei mit pädagogischen Fachkräften des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) Neuss und Mönchengladbach Hand in Hand, um straffällige Kinder und Jugendliche wieder auf die richtige Bahn zu lenken.

Das Team besteht aus zwei spezialisierten Polizeibeamten und zwei pädagogischen Fachkräften. Dabei sondiert die Polizei frühzeitig, welche Kinder und Jugendliche für die Initiative infrage kommen. Voraussetzung für eine Aufnahme ist, dass die Teilnehmer zwischen acht und 15 Jahre alt und bereits mit mindestens einer Straftat polizeilich in Erscheinung getreten sind. Nach einer Clearingphase werden sie intensiv von Sozialarbeiterinnen begleitet.

Sara Glanz ist eine davon und seit 2021 Ansprechpartnerin für die Kinder und Jugendlichen und somit auch Bindeglied zwischen der Kreispolizei und den Teilnehmern. Sie führt unter anderem Gespräche mit den Jugendlichen und ihren Familien. „Essenziell ist auch eine enge und gute Zusammenarbeit mit den Jugendämtern, den Schulen, der Justiz und den verschiedenen Bezirksdiensten der Polizei“, so die Behörde. „Da die Veränderung von Alltagsstrukturen und insbesondere der Freizeitgestaltung ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist, werden die Kinder und Jugendlichen auch hier begleitet.“ So sprechen die pädagogischen Fachkräfte mit ihnen über ihre Interessen, Stärken und Vorlieben und suchen gemeinsam nach geeigneten (Freizeit-) Maßnahmen in ihrem Umfeld. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Sport, denn: „Dort können sie lernen, ihre Gefühle zu kanalisieren und ihren eigenen Körper besser kennenzulernen.“

So habe der Jugendliche aus Neuss mit Hilfe der pädagogischen Fachkraft sein junges Leben bereits ordentlich umgekrempelt: „Er ist straffrei geblieben und hat eine Ausbildung zum Koch begonnen.“ Dieser Weg hat ihn im vergangenen Dezember sogar bis zu NRW-Innenminister Herbert Reul geführt. Zusammen mit zwei weiteren erfolgreichen Teilnehmern durfte er dort von seinen Erfolgen durch die Unterstützung der Initiative berichten.

Die Bilanz für fünf Jahre „Kurve kriegen“ im Rhein-Kreis Neuss spornt an: So führt das Team die Initiative in den nächsten vier Jahren fort. Die Trägergemeinschaft des SKM Neuss und Mönchengladbach sowie die Kreispolizei haben eine weitere Zusammenarbeit bekräftigt.

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