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Neuss | RP ONLINE · Aug 22, 2026

Kita St. Quirin in Neuss: Kinderparade samt Kutsche und Kanonenrohr

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Iris Wilcke · RP ONLINE

Kita St. Quirin in Neuss Kinderparade samt Kutsche und Kanonenrohr

22.08.2026 · 04:50 Uhr

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Mini-Schützen bei der Kita-Parade St. Quirin in Neuss

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Foto: Kita St. Quirin

Neuss · Seit einem Vierteljahrhundert ziehen die Kinder der Kita St. Quirin in Neuss mit Uniformen, Kutsche und Tambourcorps um den Münsterplatz. Was als kleiner Umzug begann, ist heute ein fester Bestandteil des Schützenfests.

Der schützenfestliche Umzug des Familienzentrums St. Quirin jeweils am Schützenfest-Freitagmittag ist ein besonderes Highlight – für alle Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung, aber auch für den Neusser Oberpfarrer und den Bürger-Schützen-Verein. In 2026 jährt sich das Spektakel zum 25. Mal.

In der Kita werden derzeit 63 Kinder in drei Gruppen betreut, das Alter geht von zwei bis sechs Jahren. Die Vorschulkinder, also diejenigen, die im gleichen Jahr in die Grundschule kommen, spielen bei den Vorbereitungen zur großen Parade eine besondere Rolle: „Mit Wasserpistolen schießen unsere Ältesten auf einen rosa Stoffvogel und ermitteln so ihre Königin und ihren König,“ erklärt die Leiterin der Kita den Ablauf. Die anderen wichtigen Rollen werden gelost: Wer darf die „Kutsche“ (ein umgebautes Fahrzeug) fahren, die ein „Kanonenrohr“ (selbst gebaut von einem Kita-Vater vor vielen Jahren) zieht und wer ist ein Reiter oder der Oberst – in waschechter blauer Mini-Oberst-Uniform.

Die ganz jungen Kita-Kinder fahren „im Bus“ mit – einem großen Buggy, den die Erzieherinnen ziehen – und natürlich gehören auch Fahnenschwenker und viele Blumen dazu. „Unsere Kita ist mitten im Herzen von Neuss und viele der Väter sind Schützen,“ erklärt Sarah Pinto Martin, die die Kita seit vier Jahren leitet, nachdem sie seit über zehn Jahren schon dort tätig war. „Die Kinder freuen sich, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten und zelebrieren ihre Parade.“

Für die Uniformen gibt es inzwischen einen echten Fundus und fast alle Korps sind vertreten. Manche haben die Uniformen gespendet, ansonsten wird auch mal improvisiert. Die Königin zieht ein rosa Prinzessinnen-Kostüm an und schmückt ihr Haar mit Blumenkränzen. Das Kleid wurde eigens für diesen Anlass besorgt und wird von Jahr zu Jahr weitergegeben. Die Nachwuchs-Nüsser-Rösken machen sich ebenfalls fein oder nehmen als Schützinnen aktiv an der Parade teil, denn auch das ist erlaubt.

Und natürlich hat auch die Musik Tradition bei diesem besonderen Umzug um den Münsterplatz: Das Tambourcorps Concordia Holzheim begleitet die Kinder stilecht und mit großer Ernsthaftigkeit.

Die Parade fand früher nur rund um die Einrichtung statt – „in der dritten Gruppe raus und im Eingangsbereich wieder rein“, wie sich Anneli Breidenbach, die die Kita 43 Jahre lang leitete, erinnert. Heutzutage marschiert sie einige Male um den Münsterplatz und wird vom jeweiligen Schützenkönigspaar sowie dem Komitee abgenommen. Und auch Oberpfarrer Andreas Süß als „Hausherr“ des Trägers der Kita, der Kirchengemeinde St. Quirin, nimmt sehr gerne teil. Seit er 2021 seinen Dienst in Neuss aufnahm, bemühe er sich, das Schützenwesen nach Kräften zu unterstützen, denn er ist überzeugt, dass „Schützenfest und Kirche in Neuss zusammengehören und wir feiern gerne gemeinsam.“ Im letzten Jahr hatte er die Ehre, die erste selbst gebaute Fackel der Kinder zu schieben.

Die Schützenfamilie feiere nicht nur die Tage Ende August, sondern sei eine „Lebensgemeinschaft“ und dazu gehöre, dass man die Freude, aber auch Sorgen und Nöte teile. Die Nachfrage nach besonderen Messen und Gottesdiensten, auch in den Stadtteilen, sei an Schützenfesttagen traditionell sehr hoch, so der Geistliche.

Um die schützenfestliche Tradition fortzuführen, sei es wichtig, schon die Jüngsten zu begeistern, sind sich Sarah Pinto Martin und Pfarrer Süß einig.

Die „große“ Kinderparade des Neusser Bürger-Schützen-Vereins, die im Jubiläumsjahr 2023 für viel Vergnügen sorgte und ein großer Erfolg war, soll wiederholt werden, wie Schützenpräsident Martin Flecken verrät: „Ich hätte es natürlich toll gefunden, wenn dies in meinem letzten Präsidentenjahr der Fall gewesen wäre, aber das Komitee hat mich gebremst, da die Sommerferien mit den Vorbereitungsmaßnahmen, die an den Schulen notwendig wären, nicht übereinander passen.“ Eventuell klappt es 2029 wieder.

Er erinnert sich gerne an die Zeit, als seine Kinder in der Kita St. Quirin waren, und er war es auch, der durch Recherche und Nachfragen bei Anneli Breidenbach und dem damaligen Schützenkönigspaar Hans-Josef und Roswitha Uhr, aufdeckte, dass es in diesem Jahr das 25. Mal für die Parade ist.

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