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Moers | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Trauer in Moers: „Eine der prägendsten Persönlichkeiten der SPD“

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Julia Hagenacker · RP ONLINE

Trauer in Moers „Eine der prägendsten Persönlichkeiten der SPD“

20.08.2026 · 15:15 Uhr

Moers würdigte die Verdienste von Hans-Helmut Eickschen 2023 mit dem Ehrenring der Stadt.

Moers würdigte die Verdienste von Hans-Helmut Eickschen 2023 mit dem Ehrenring der Stadt.

Foto: Stadt Moers

Trauer um Hans-Helmut Eickschen: Der frühere Moerser SPD-Stadtverbandsvorsitzende und Mitbegründer der Christlich-Jüdischen Gesellschaft ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Eine besondere Persönlichkeit der Moerser Stadtgesellschaft lebt nicht mehr: Hans-Helmut Eickschen ist am vergangenen Donnerstag, 13. August, gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

Eickschen wurde am 3. Juni 1934 in Moers geboren, schloss sich als Junge der Evangelischen Gemeindejugend und dem CVJM an. Auf dem Adolfinum machte er die Mittlere Reife, schloss eine Lehre als Elektriker auf der Zeche Rheinpreussen an. Später besuchte er in Duisburg die staatliche Ingenieurschule im Fach Elektrotechnik und machte dort sein Examen. Zwei Jahre arbeitete er bei Siemens in Düsseldorf im Vertrieb, dann war er für die folgenden zwei Jahrzehnte als Kraftwerksingenieur auf Rheinpreussen.

Vorsitz im Stadtwerkeausschuss

Der SPD trat Eickschen 1966 bei – ein Engagement, dass für ihn nur mit dem evangelisch-christlichen Hintergrund denkbar gewesen sei, wie er in einem Zeitungsinterview einmal verriet. Drei Jahre später wurde er erstmals in den Stadtrat gewählt, nahm bis 1978 sein Mandat wahr und bekleidete unter anderem den Vorsitz im Stadtwerkeausschuss.

„Er war eine der prägendsten Persönlichkeiten der SPD in den späten 60er- und 70er-Jahren“, beschreibt der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann Eickschens Rolle.

Als profilierter Politiker der Moerser SPD arbeitete er im Vorstand des Moerser SPD-Ortsvereins mit und führte den SPD-Stadtverband von 1978 bis 1986. Ab 1978 übernahm Hans-Helmut Eickschen dann den Vorsitz der Stadtwerke – eine Aufgabe, die er bis zu seiner Pensionierung 1995 ausübte.

Engagement für die Verständigung zwischen Christen und Juden

Daneben wuchs aus dem persönlichen inneren Impuls sein Engagement für die Verständigung zwischen Christen und Juden. Im Mai 1987 begründete er die Gesellschaft für christliche-jüdischen Gesellschaft in Moers mit, nachdem das Mahnmal für die ermordeten Juden in Moers der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Zwanzig Jahre lang prägte Hans-Helmut Eickschen als Geschäftsführer die Arbeit der Gesellschaft, war zwischenzeitlich Vorsitzender der 24 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in NRW und auch Vorstandsmitglied und Schatzmeister des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften im gesamten Bundesgebiet.

Ehrenring der Stadt Moers

Die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann bezeichnete dieses Engagement bei der Verleihung des NRW-Verdienstordens an Eickschen im Jahr 2014 als seine „Lebensaufgabe“. Und Gabriele Wyrwala, langjährige katholische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, beschreibt sein Wesen mit den Worten: „Er kam gut mit den Menschen aus, war interessiert an der Sache und ein echter Brückenbauer.“

Später war er noch im Grafschafter Museums- und Geschichtsverein aktiv und trug als Mitglied im Verein ‚Geschichte im Alten Landratsamt‘ dazu bei, die Erinnerungskultur mit Blick auf die NS-Zeit, den demokratische Neubeginn in Moers und die christlich-jüdische Geschichte zu bewahren. Die Stadt Moers würdigte die Verdienste von Hans-Helmut Eickschen vor drei Jahren mit dem Ehrenring der Stadt.

Der Trauer-Gottesdienst findet am Freitag, 21. August, um 10 Uhr in der evangelischen Stadtkirche an der Klosterstraße statt. Die Beisetzung erfolgt anschließend um 11.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Hülsdonk, Geldernsche Straße 7 a.

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