Altes Rathaus und Zur Alten Post Leichlingen bleibt ohne Treffpunkte für die Bürger
19.08.2026 · 16:00 Uhr
Leichlingen · In der Stadt liegen gleich zwei mögliche Standorte auf Eis: die Gaststätte Zur Alten Post in Witzhelden und das Alte Rathaus in der Innenstadt. Bei beiden Projekten ist derzeit offen, wann und ob sich etwas bewegt.
Burscheid hat mit seinen gut 19.000 Einwohnern etwas, was Leichlingen wohl auch gerne hätte: das „Forum für Kunst, Musik und interkulturelle Begegnung“. Doch in der Blütenstadt sieht es so aus, dass es auf unabsehbare Zeit weder in der Innenstadt noch in Witzhelden ein soziokulturelles Zentrum für die Bürger geben wird.
Gaststätte Zur Alten Post
Das denkmalgeschützte Gebäude in Witzhelden sieht immer mehr seinem Niedergang entgegen. Mittlerweile hat Eigentümer Hans-Hugo Hungerberg ein blaues Netz vor die Fassade hängen lassen, reagiert aber nicht auf Nachfragen, wie es mit dem Haus im Dorfkern weitergehen soll. Die Stadt schreibt zum aktuellen Stand: „Der Stadtverwaltung ist nach wie vor an einer guten Lösung für die Alte Post gelegen, entsprechend steht die Untere Denkmalbehörde in regelmäßigem Austausch mit dem Eigentümer. Vergangene Woche Dienstag, 11. August, hat ein erneutes persönliches Gespräch zwischen dem Eigentümer und Vertretern der Unteren Denkmalbehörde sowie Fachbereichsleiter Ralf Gawlik und Bürgermeister Maurice Winter im Rathaus stattgefunden.“
...noch die denkmalgeschützte Gaststätte „Zur Alten Post“ werden kurz- bis mittelfristig zu soziokulturellen Zentren umgebaut.
Foto: Ina BodenröderIm Nachgang sei der Eigentümer dazu aufgefordert worden, ein Schadenskataster durch einen Sachverständigen für Denkmalschutz zu beauftragen, um einen genauen Stand darüber zu bekommen, in welchem Zustand sich die Alte Post aktuell befinde. „Auf dieser Grundlage sollen dann die notwendigen Maßnahmen zur langfristigen Instandsetzung der Alten Post festgelegt werden“, heißt es weiter. Wer die dann ergreift, ist allerdings offen: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Witzhelden hatte erst kürzlich daran erinnert, dass auch die Stadt zum Beispiel im Zuge einer Ersatzvornahme gesetzlich verpflichtet sei, zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes beizutragen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Untere Denkmalbehörde laut Stadt den Eigentümer unter Androhung eines Zwangsgeldes zu verschiedenen kleineren Erhaltungsmaßnahmen verpflichtet, um die erhaltenswerte Bausubstanz des Gebäudes zu schützen. Diese Maßnahmen hat der Eigentümer durchgeführt. „Die Stadtverwaltung ist nach wie vor gesprächsbereit, wird den Eigentürmer aber im Zweifel auch formell dazu verpflichten, das Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern wieder instandzusetzen“, heißt es aus dem Rathaus.
Altes Rathaus
Im Juli hatte die SPD bei Bürgermeister Maurice Winter nachgehört, wie es um das Alte Rathaus in der Innenstadt steht. Anfang August kam die Antwort: Untersuchungen zu Schadstoffen, Statik, Bauphysik, ein barrierefreies Konzept und die komplette haustechnische Planung liegen inzwischen vor. Doch dann kommt das große ,Aber’: „Die Umsetzung des Projektes ist derzeit nicht geplant.“ Weiter heißt es im Antwortschreiben des Bürgermeisters: „Aufgrund des funktionierenden Quartiersbüros und bekannter weiterer Großprojekte [Anm. d. Red.: Neubau des Schulzentrums] im Stadtgebiet, die durch die Politik priorisiert wurden, wurde die Umsetzung des soziokulturellen Zentrums vorerst zurückgestellt. Eine Perspektive hierzu kann nicht aufgezeigt werden.“ Dabei gibt es seit 2024 die Zusage, dass das Projekt „im Rahmen der Städtebauförderung eine Projektförderung mit einem Fördersatz von 60 Prozent bewilligt“ bekommen hat. Das sind rund 3,1 Mio. Euro, der städtische Eigenanteil beliefe sich auf 2,1 Mio. Euro. Bewilligt ist das Geld bis Ende 2030.
Allerdings weist die Stadt auch darauf hin, dass es mit dem Umbau allein nicht getan ist, weil „neben der Umsetzung auch der Betrieb des Gebäudes mit in die entsprechende Planung“ gehört. Zusätzliches Personal aber kostet Geld.
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