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Leichlingen | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Osterwasserbrauch in Leichlingen: „Es sollte für die Augen gut sein“

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Ina Bodenröder · RP ONLINE

Osterwasserbrauch in Leichlingen „Es sollte für die Augen gut sein“

20.08.2026 · 15:00 Uhr

Das Osterwasser wurde offenbar nicht direkt aus der Wupper geschöpft.

Das Osterwasser wurde offenbar nicht direkt aus der Wupper geschöpft.

Foto: Maren Pussak/Das Bergische

Leichlingen · Ostern hat die RP-Redaktion die Leserinnen und Leser gefragt, ob sie den Osterwasserbrauch kennen. Jetzt erhielt sie eine interessante Antwort.

Auf offenbar großen Umwegen erreichte die Redaktion der Rheinischen Post dieser Tage der Brief einer Leserin, in dem es um den Brauch des Osterwassers geht. Anfang April hatten wir im Beitrag „Kostenpflichtiger Inhalt Schweigend zur Wupper – das Rätsel ums Osterwasser in Leichlingen“ um Zuschriften gebeten, ob und wie es das tatsächlich gegeben hat. Nun hat uns die Leichlingerin Brunhilde Stender (89) ihre Erinnerungen geschickt.

Sie schreibt: „Ich weiß nicht ganz genau, ob es ein Osterbrauch ist oder der Glaube an ein heiliges Wasser. So hat es mir mein Vater Anton Schmitz immer erzählt: Meine Großeltern Anna Maria Schmitz (geb. 1876 in Altenberg) und Anton Schmitz (geb. 1872 in Leichlingen-Hüschelrath) heirateten 1896 in Schlebusch, Kreis Solingen, wohnten dann in Quettingen. 1907 zogen sie nach Leichlingen, Neuland. Von hier ging mein Vater jedes Jahr mit seiner Mama an einem bestimmten Tag nach Schlebusch zum Gezelinkapellchen. Dort im Wald bei Alkenrath war eine Quelle. Sie holten mehrere Flaschen heiliges Wasser. Es sollte für die Augen gut sein. Ob es an Ostern war, weiß ich nicht.“

Brunhilde Stender gibt in ihrem Brief weitere interessante Informationen weiter. So schreibt sie: „Vielleicht ist auch für Sie gut zu wissen, dass Schlebusch 1896 noch zum Kreis Solingen gehörte. Ich mache Ahnenforschung und habe es auf diesem Wege erfahren.“

Wenn die Osternacht über dem Bergischen Land liegt und der Morgen des Ostersonntags noch in dämmrigem Grau schläft, soll es eine Zeit geben, in der das Wasser der Bäche und Flüsse eine ganz besondere Kraft besitzt. So wird es zumindest seit Jahrhunderten in der Legende vom „Osterwasserholen“ überliefert. Ein Brauch, der in vielen Teilen des Bergischen Landes tief verwurzelt war. Die RP-Redaktion hatte die Leser danach gefragt, ob er ihnen auch aus Leichlingen bekannt ist und was es damit auf sich haben könnte. Wir bedanken uns bei Brunhilde Stender sehr für ihren Brief.

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