Von Scampi-Brioche bis Safran-Milchreis Was uns beim Gourmet Festival in Düsseldorf geschmeckt hat
21.08.2026 · 20:00 Uhr
Wer es herzhaft mag: Natürlich gibt es auch Burger frisch vom Grill beim Gourmet Festival.
Foto: Bretz, Andreas (abr)Düsseldorf · Beim Gourmet Festival in Düsseldorf reicht die Auswahl von Senegal-Küche bis Porchetta. Wir haben acht Gerichte probiert und Preise verglichen. Welcher Teller bleibt im Gedächtnis?
Hier brutzelt es, da knallen die Korken – und an jedem Stand taucht man ein in eine neue Geruchs- und dann natürlich auch Geschmackswelt: Bis Sonntagabend verwandelt sich die Düsseldorfer Innenstadt wieder in ein großes Geschmackserlebnis. Das Gourmetfestival ist eröffnet, Auswahl gibt es mehr als reichlich: Vom Graf-Adolf-Platz über die Königsallee bis zum Corneliusplatz reihen sich die Stände. Kolumbianisches Streetfood, Sichuan-Pfeffer-Chili-Hähnchen, Hirschgulasch – die Angebote kommen buchstäblich von allen Kontinenten. Da kann man schon einmal den Überblick verlieren. Wir haben uns direkt zum Start am Freitag durchprobiert und verraten einige unserer Tipps.
Scampi-Brioche
Beim Stand von Traber auf dem Corneliusplatz trifft Currywurst auf Champagner. Wir haben uns aber für Scampi-Brioche mit Limette und Aioli entschieden. Das Brot kommt von der Bäckerei Bulle und ist nicht zu klein. Die Baguette-Form ist praktisch, weil man auch stehend im Gedrängel essen kann – das ist längst nicht bei allen Angeboten auf dem Gourmet Festival der Fall. Geschmacklich sind Scampi und Aioli deutlich im Vordergrund, zwölf Euro muss man dafür bezahlen. Die Kalbsbratwurst mit „Ruhrpott-Currysauce“ und Brot gibt es für acht Euro.
Küche aus dem Senegal
Westafrikanische Spezialitäten gibt es bei Sunu an der Bankenseite der Königsallee, unweit des Corneliusplatzes. Auf der Speisekarte findet man die Küche aus dem Senegal: Frittierte Kochbananen (fünf Euro), kleine Bällchen aus Mehl, Hefe, Muskatnuss und Zucker, die auf den charmanten Namen „Puff Puff“ hören (fünf Euro), der Erdnusseintopf Mafé (15 Euro) oder Yassa mit karamellisierten Zwiebeln, Zitrone, Oliven, Reis und Hähnchen (gibt es auch vegan, 15 Euro). Wir haben uns aber für eines der beiden Getränke (jeweils fünf Euro) entschieden: Neben Saft vom Affenbrotbaum gibt es nämlich auch Bissap mit Hibiskus, Minze und Zucker. Eiskalt eine echte Abwechslung zwischen den ganzen Gerichten.
La Sud-Ouest
700 Gramm Ofenkartoffel mit Käse und Ente – nichts für den kleinen Hunger.
Foto: Christoph SchroeterOh, la, la: Französische Genüsse sind rund um den Kö-Graben zahlreich vertreten. In Höhe des Hotels „Kö 59“ gibt es eine etwas andere Version der Ofenkartoffel. Der Mitarbeiter erklärt, die gebe es natürlich aus vielen Ländern, aber sie hätten sie eben französisch verfeinert. „La Sud-Ouest“ heißt die von uns probierte Variante, sie ist gefüllt mit geriebenem Emmentaler und gezupfter, konfierter Entenkeule. „700 Gramm schwer“, heißt es, als das Gericht über die Theke gereicht wird. Da hat er sicherlich nicht untertrieben. Für 14 Euro bekommt man hier richtig was geboten, verglichen mit anderen, gleich teuren Angeboten auf dem Festival. Und richtig lecker war es auch noch. Als weitere Spezialität gibt es Aligot, das ist ein Kartoffelpüree vermischt mit Käse, wahlweise pur oder mit Wurst oder Ente.
Crunchy Roll
Crunchy Roll: Eine aufgeschnittene knusprige Rolle, garniert mit Avocado, Sesam und Frühlingszwiebeln.
Foto: Christoph SchroeterEine aufgeschnittene knusprige Rolle, garniert mit Avocado, Sesam und Frühlingszwiebeln: Das besondere Sushi bei „Miori“ an der Königsallee sieht schon mal aus wie für Gourmets. Das liegt auch an der dekorativ in Streifen über dem Gericht verteilten Soße. Während Panade, Reis und Nori bei allen Portionen gleich sind, sind andere Bestandteile frei wählbar. Das gilt zum Beispiel für die Hauptzutat: flambierter Lachs, gekochter Thunfisch oder knuspriges Hähnchen. Geschmacklich besonders präsent ist auch der Frischkäse. Der sättigt zwar, es bleibt am Ende aber durchaus Platz im Magen. Das ist gut für alle, die mehr probieren möchten. Der Preis von 14 Euro (eine halbe Rolle kostet neun Euro) ist damit aber happig. Optik, Geschmack und die Möglichkeit, die Zutaten zu wählen, haben uns aber überzeugt.
Gelber Milchreis
Optisch macht das Dessert aus Mauritius zwar nicht besonders viel her. Wundern dürften sich die Besucher des Standes auf der Ostseite der Königsallee allerdings über die Farbe. Leuchtend gelb ist der Milchreis wegen des verwendeten Safrans. Zu den weiteren Gewürzen gehört Kardamom – und das ist auch deutlich herauszuschmecken. Zusätzlich sind Mandeln, Rosinen und Kokosraspeln untergerührt. Vor allem der erste Löffel beim Geschmackstest überrascht: Anders als gewohnt ist der Nachtisch wenig süß. Hat man sich daran erst einmal gewöhnt, macht es großen Spaß, die unterschiedlichen Zutaten zu erkunden. Der Preis ist fair und liegt bei fünf Euro für eine Portion.
Porchetta-Sandwich
Fett ist ein Geschmacktsträger: Porchetta wird frisch zubereitet und dann ins Brötchen gegeben.
Foto: Ludwig KrausePorchetta ist ein im Ganzen entbeintes, ziemlich fettiges, aber kross gebackenes Schwein, das traditionell mit Fenchel gewürzt an einem Spieß oder im Backofen geröstet wird. Quasi die italienische Variante des auch hierzulande beliebten Schweinerollbratens. Am Stand von Casa Zarrella wird das Fleisch in verschiedenen Sandwich-Kombinationen angeboten. Die günstigste Variante, „Al Pacino“ genannt (zehn Euro), kommt in einem knusprigen Panini mit Joghurt-Kräuter-Soße daher. Von der bemerkt man zwar kaum etwas, das ist aber nicht schlimm. Denn Porchetta schmeckt auch alleine schon ziemlich gut, die gehaltvolle Portion macht zudem satt. Der Krustenchip dazu ist ein nettes, knuspriges Extra.
„The-Taste“-Löffel
Feine Häppchen auf kleinen Löffeln, die einen kulinarisch auf die Seychellen bringen sollen – damit konnte Victoria Fonseka, Inhaberin des Neusser Fine-Dining-Restaurants Port Victoria, bereits bei der Fernseh-Jury von „The Taste“ punkten. Wie gut das nun wirklich schmeckt, davon können sich Besucher am Corneliusplatz selbst überzeugen. Angeboten wird dort ein „The Taste“-Löffel-Trio mit einer Fisch-, Fleisch und Veggie-Variante (15 Euro). Vor allem der geschmorte Schweinebauch mit Moulouk-Crunch (knusprig frittierte Teig-Brösel) und kreolischer Barbecue-Jus überzeugte im Test. Auch der leicht gebeizte Saibling mit Kaviar-Topping hatte durch die Maracuja-Buttermilch eine erfrischende Note. In diesem Vergleich fiel die dritte Variante hingegen, das Gurken-Gazpacho an Melonengurke und Holunderblüten-Öl, geschmacklich etwas ab. Unsere Empfehlung: genau in der Reihenfolge genießen.
Kochbananen
Am Stand der Elfenbeinküste an der Ostseite der Kö in Richtung Graf-Adolf-Platz fällt die Wahl auf frittierte Kochbananen mit Avocadocreme. Bei „Lauramey“ gibt es sowohl eine scharfe als auch eine milde Version. Die kleine Portion kostet sechs Euro, die große zehn. Auf dem Pappteller sieht das Ganze zwar wenig ansprechend aus: ein grüner Klecks auf unförmigen Bananenscheiben. Geschmacklich kann die Küche aber überzeugen.
Die Kochbanane ist leicht süßlich, erinnert an Kartoffeln und mit den knusprigen Rändern sogar etwas an Reibekuchen – Apfelmus hätte sicherlich auch gut dazu geschmeckt. Auch die cremige Guacamole schmeckt für sich alleine sehr gut. Nur die Kombination aus süßer Banane und herzhaftem Avocadogeschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig.
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