Wassermanagement beim Wupperverband Bever-Talsperre stützt die Wupper ab sofort stärker
19.08.2026 · 17:30 Uhr
Die bislang laut Betriebsplan seit Monaten aus der Bever-Talsperre abgegebene Wassermenge wird ab sofort leicht erhöht, um das Wuppersystem zusätzlich zu stützen. Die ökologischen Rahmenbedingungen in der Bever-Talsperre werden laut Wupperverband dabei engmaschig überwacht..
Foto: Julius DrögerHückeswagen · Die enorme Dürre in Kombination mit hohen Temperaturen stellt für die Natur und den Wasserhaushalt in diesem Jahr eine enorme Herausforderung dar. Der Wupperverband setzt deshalb den nächsten Schritt seines Wassermanagements um. Was das für die Bever-Talsperre in Hückeswagen bedeutet.
Wer in diesen Tagen an den Talsperren im Bergischen Land vorbeifährt oder dort spazieren geht, muss sich erneut an den Anblick gewöhnen, dass er nur sehr wenig Wasser entdeckt. Denn durch die lange anhaltende Trockenphase im Wuppergebiet – mit einem historisch trockenen Juli – sind die Füllstände der Talsperren erneut dramatisch gesunken.
„Die Brauchwasser-Talsperren des Wupperverbands am Oberlauf der Wupper wurden unter anderem dafür gebaut, den Fluss in Trockenphasen zu unterstützen. Davon profitiert die Wupper besonders in der aktuellen Dürrephase. Mit dem Wasser aus den Talsperren konnte der Wupperverband bereits über viele Monate hinweg kontinuierlich eine Mindestwasserführung im Fluss sicherstellen“, berichtet die Pressesprecherin des Wupperverbands, Susanne Fischer.
Da der Füllstand der Wupper-Talsperre, der größten Brauchwasser-Talsperre im Wuppergebiet, aktuell bei 28 Prozent liege, setze der Wupperverband nun den nächsten Schritt seines Wassermanagements in der Dürrephase um, kündigt die Sprecherin an. In Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln wird demnach seit Mittwoch, 19. August, die Niedrigwasseraufhöhung der Wupper erneut angepasst. Der Wupperverband gibt dann nach eigenen Angaben so viel Wasser ab, dass zusammen mit dem natürlichen, allerdings momentan sehr geringen Zufluss von Nebenbächen unterhalb der Wupper-Talsperre insgesamt 2500 Liter pro Sekunde am Wuppertaler Referenzpegel Kluserbrücke fließen.
Eine erste Anpassung der Wasserabgabe war bereits Anfang August erfolgt. In diesem ersten Schritt hatte der Verband die Niedrigwasseraufhöhung von 3500 Liter pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke auf 3000 Liter pro Sekunde reduziert. Nun werden also weitere 500 Liter pro Sekunde eingespart.
Der Wasserstand am Pegel Kluserbrücke ist mit dann etwa 16 Zentimetern um etwa fünf Zentimeter niedriger als bei einer Mindestwasserführung von 3500 Litern pro Sekunde. „Der Verband begleitet die Auswirkungen der verringerten Wasserführung mit einem engmaschigen und umfangreichen Gewässermonitoring“, betont Susanne Fischer.
Außerdem bezieht der Verband nun die Bever-Talsperre in Hückeswagen, die am Mittwochnachmittag mit 58,74 Prozent einen viel höheren Füllstand als die Wupper-Talsperre (27,63 Prozent) hatte, stärker für die wichtige Aufgabe der Niedrigwasseraufhöhung mit ein. Was heißt das konkret? Die bislang gemäß Betriebsplan seit Monaten aus der Bever-Talsperre abgegebene Wassermenge wird nach Angaben von Susanne Fischer leicht erhöht, um das Wuppersystem zusätzlich zu stützen. Die ökologischen Rahmenbedingungen in der Bever-Talsperre würden dabei engmaschig überwacht.
Gegenüber dem Normalbetrieb in Trockenphasen mit einer Niedrigwasseraufhöhung von 3500 Litern pro Sekunde am Pegel Kluserbrücke wird die Wupper-Talsperre deutlich geschont. Durch die Reduzierung der Niedrigwasseraufhöhung werden 1000 Liter pro Sekunde weniger aus den Talsperren abgegeben. Und durch den Zuschuss aus der Bever-Talsperre wird die Wupper-Talsperre um 1400 Liter pro Sekunde gestützt und entlastet. „So wird das Absinken des Wasservorrats in der Wupper-Talsperre verlangsamt“, sagt die Sprecherin des Wupperverbands.
Die aktuelle Dürre in Kombination mit hohen Temperaturen stelle für die Natur und den Wasserhaushalt in diesem Jahr eine enorme Herausforderung dar. Durch diese Maßnahmen der Talsperrensteuerung werde der aktuell vorhandene Wasservorrat bestmöglich gemanagt. „Dabei hat der Wupperverband sowohl die Wupper als auch die Talsperren als Ökosysteme und Lebensraum für Gewässerorganismen im Blick“, sagt Susanne Fischer.
Für die Natur, die Gewässer und die Talsperren sei allerdings Regen dringend notwendig. Die genannten Maßnahmen des Wupperverbands würden dazu dienen, die vorhandenen Wasservorräte im System der Brauchwassertalsperren für die kommenden Monate so gut es geht auszubalancieren.
Die Niedrigwasseraufhöhung durch die Talsperren ist nach Angaben des Wupperverbands eine wichtige Stütze des Ökosystems Wupper. In Trockenzeiten unterstützen die Brauchwasser-Talsperren – insbesondere Wupper- und Bever-Talsperre, aber auch Brucher- und Lingese-Talsperre – die Wupper mit Talsperrenwasser. Sie sorgen dafür, dass die Wupper einen Mindestwasserstand hat und nicht austrocknet.
Außerdem werde mit dem Talsperrenwasser eine gute Durchmischung in der Wupper gewährleistet, in die unter anderem auch das in den Kläranlagen gereinigte Abwasser abgegeben wird. „Als Multifunktionsbauwerke dienen die Talsperren gleichzeitig dem Hochwasserschutz“, erklärt Susanne Fischer.
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