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Hückeswagen | RP ONLINE · Aug 20, 2026

Evangelisches Altenzentrum Johannesstift in Hückeswagen: Tagespflege will gemeinsam den Alltag gestalten

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Joachim Rüttgen · RP ONLINE

Evangelisches Altenzentrum Johannesstift in Hückeswagen Tagespflege will gemeinsam den Alltag gestalten

20.08.2026 · 16:00 Uhr

Umgeben von Kartoffeln, Fisch und Gemüse präsentierten Ursula Pohlmann, Gabriele Kamberg und Vanessa Hasenklever (v.l.) die Tagespflege aus dem Johannesstift auf dem Wochenmarkt.

Foto: Jürgen Moll

Hückeswagen · Die Tagespflege im Evangelischen Altenzentrum Johannesstift präsentierte sich am Donnerstagvormittag mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt. Mittig auf dem Bahnhofsplatz kamen Leiterin Gabriele Kamberg, Betreuungskraft Ursula Pohlmann und Mitarbeiterin Vanessa Hasenclever mit vielen Menschen ins Gespräch.

Einen prominenteren Platz hätte es auf dem Wochenmarkt kaum geben können. Der kleine Infostand der Tagespflege im Evangelischen Altenzentrum Johannesstift war mittig auf dem Bahnhofsplatz platziert. Insofern kam kaum jemand an Leiterin Gabriele Kamberg, Betreuungskraft Ursula Pohlmann und Mitarbeiterin Vanessa Hasenclever vorbei. Die Frauen verteilten Flyer und kleine Geschenke, maßen den Blutdruck, führten Gespräche und informierten über den Ablauf der Tagespflege.

„Für viele ist es eine Hemmschwelle, sich mit Tagespflege zu beschäftigen“, sagt Ursula Pohlmann. Der Bedarf sei vorhanden, aber der erste Schritt schwierig. Da sei der Probetag von 8 bis 13 Uhr, den die Tagespflege anbietet, sehr gut. Denn oft genug hätten die Menschen eine völlig falsche Vorstellung davon, was Tagespflege überhaupt bedeutet. „Bei uns geht es um Abwechslung, Kommunikation – und darum, Ressourcen zu erhalten“, erklärt Ursula Pohlmann. Das Motto auf dem Wochenmarkt lautete entsprechend „Gemeinsam statt einsam – gemeinsam den Alltag gestalten“.

Tagespflege hat in erster Linie nicht mit Pflege zu tun, auch nicht mit Heim und stationärem Aufenthalt. Es geht um Wohlbefinden im Alltag. Die Tagespflege ist von Montag bis Freitag, 8 bis 16 Uhr, geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen bleibt sie geschlossen. 21 Tagesgäste können in zwei Räumen betreut werden. Der Sinnesgarten lädt zum Verweilen ein, der Snoezelen-Raum zum Entspannen. Es gibt Angebote, die aber kein Muss sind. Besucher können frei wählen.

„Viele haben Angst, dass sie bleiben müssen, viele denken auch, dass es noch zu früh für die Tagespflege ist“, berichtet Ursula Pohlmann. Aber soziale Kontakte seien wichtig, das Essen schmecke in Gemeinschaft meist auch besser. „Wir sind für die Menschen da, stärken ihr Selbstbewusstsein, zeigen, was sie noch können“, berichtet die Betreuungskraft. Die Gäste würden auf Augenhöhe behandelt. „Wir motivieren, zwingen aber zu nichts“, sagt sie. Die Tagespflege zeichne sich durch familienähnliche Strukturen aus.

Leiterin Gabriele Kamberg führte auch rein fachliche Gespräche. „Einige Menschen sind sehr zögerlich zu uns gekommen, andere waren sehr offen“, berichtet sie. In den Gesprächen ging es meist um die Finanzierung, die Abrechnung und den Fahrdienst. Und oft genug hörte sie den Satz „So weit bin ich noch nicht“. Gabriele Kamberg entgegnet dann immer, dass es genau der richtige Zeitpunkt für die Tagespflege ist, wenn Menschen noch rüstig und fit sind. Dann könnten sie die Vorteile der Tagespflege richtig nutzen und erleben. Auch Einschränkungen bei Mobilität, Nahrungsaufnahme und Inkontinenz seien keine Hindernisse. Die Tagespflege sorge stets für bedarfsgerechte Angebote.

Kontakt Gabriele Kamberg, Tel. 02192 857-207, E-Mail: kamberg@ev-johannesstift.de oder tagespflege@ev-johannesstift.de

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