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Hilden | RP ONLINE · Aug 22, 2026

Fußball-Regionalliga West: VfB 03 verspielt in der Nachspielzeit den ersten Auswärtssieg

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Birgit Sicker · RP ONLINE

Fußball-Regionalliga West VfB 03 verspielt in der Nachspielzeit den ersten Auswärtssieg

23.08.2026 · 15:16 Uhr

 Nick Sangl flankte präzise auf den Hildener Torschützen Pascal Weber.

Nick Sangl flankte präzise auf den Hildener Torschützen Pascal Weber.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Die Hildener führen lange und bleiben auch nach dem 1:1 in Wiedenbrück ungeschlagen. Trotzdem fühlt sich der späte Ausgleich wie eine Niederlage an.

SC Wiedenbrück – VfB 03 Hilden 1:1 (0:1). 94 Minuten lang schnupperten die Fußballer des VfB 03 an ihrem ersten Auswärtssieg in der Regionalliga West. Ein Treffer von Pascal Weber, der nach einer starken Hereingabe von Nick Sangl zentral vor dem gegnerischen Kasten lehrbuchreif zum Kopfball hochstieg, brachte den Hildenern bereits in der 8. Minute die 1:0-Führung – SCW-Keeper Marcel Hölscher war in diesem Moment ohne Abwehrchance.

Den knappen Vorsprung verteidigten die Hildener bis in die Nachspielzeit. Dann aber schlugen die Wiedenbrücker – wie zuletzt schon gegen den SV Westfalia Rhynern – doch noch zurück. Davud Tuma dribbelte sich über die linke Außenbahn in den Gäste-Strafraum. Weder Maximilian Wagener noch Nick Sangl vermochten den Vorstoß des 30-Jährigen zu stoppen. Das machte dann Phil Zimmermann, allerdings so konsequent, dass Schiedsrichter Kristijan Rajkovski auf Strafstoß entschied. Blankes Entsetzen stand in den Gesichtern der Hildener Spieler, derweil blieb Tuma cool bis in die Haarspitzen. Der Gefoulte trat selbst zur Ausführung des Elfmeters an und hob den Ball in den linken Winkel. Yannic Lenze, der nach unten abtauchte, hatte diesmal das Nachsehen. Zuvor verhinderte er mit zwei starken Paraden noch den Ausgleich.

Mit dem Unentschieden setzten die Hildener ihren positiven Start in die neue Umgebung fort, bleiben weiter ungeschlagen und kletterten auf Rang sechs. Gleichwohl kam das Remis gefühlt eher einer Niederlage gleich. Tuma hingegen bejubelte bereits das dritte Tor im dritten Spiel. Gegen Bergisch Gladbach traf er bereits in der 34. Minute, gegen Rhynern jedoch erst in der 90. Minute – und nun gar in der Nachspielzeit. Ein Tor, das für den SC Wiedenbrück im Kampf um den Klassenerhalt noch Gold wert sein kann. Der SC galt in der vergangenen Saison bereits als abgestiegen, bevor überraschend Fortuna Düsseldorf in die Dritte Liga herunter musste und beim folgenden Stühlerücken das Team des SCW quasi auf dem Sofa doch noch den Verbleib in der Regionalliga realisierte.

Schon im Vorfeld des Duells standen für die Hildener auf dem Papier die Zeichen gut, den zweiten Sieg in Folge einfahren zu können. Wie gering aktuell das Interesse der Wiedenbrücker Fans an ihrer Mannschaft ist, dokumentierte sich in der schwachen Besucherzahl. Gerade einmal 423 Zuschauer waren im Stadion, darunter einige Fans des VfB 03. Die sahen einen guten Start ihrer Mannschaft gegen einen Gastgeber, der sich noch schwächer als zuletzt die SG Wattenscheid präsentierte. Dabei griffen die Hildener zur bewährten Taktik, der Auswärtsbegegnung von Beginn an ihren Stempel aufzudrücken und den Gegner, der aktuell große Verletzungssorgen hat, vom eigenen Strafraum fernzuhalten.

Den ersten Farbtupfer in der Partie setzte Timo Kondziella mit einem gelbreifen Foul (3.). Wenig später schlug Armin Deljkovic eine Ecke auf den langen Pfosten, die aber wegen eines Fouls von Phil Zimmermann ohne Ertrag blieb (6.). Gleich die nächste Ecke, diesmal von Nick Sangl, führte aber zum Erfolg – Pascal Weber, der am vergangenen Samstag noch aus privaten Gründen verhindert war, bejubelte seinen ersten Regionalliga-Treffer überhaupt.

Der VfB 03 drückte weiter. Mohamed Cissé dribbelte sich sehenswert in den gegnerischen Strafraum, blieb dann aber doch hängen. Dann hatte Kondziella Glück, als er im Zweikampf gegen Len Heinson nachhakte, der Schiedsrichter aber keine gelbwürdige Aktion sah – für den Wiedenbrücker drohte in dieser Szene mit Gelb-Rot das vorzeitige Aus (14.).

Erst nach einer Viertelstunde kamen die Gastgeber erstmals gefährlich vor das VfB 03-Gehäuse, doch die Flanke auf den langen Pfosten war zu ungenau. Die beste Wiedenbrücker Chance in der ersten Halbzeit leitete Tuma mit einer weiten Hereingabe auf Leon Kayser ein, aber dessen Kopfball lenkte Yannic Lenze reaktionsschnell über die Latte (21.). Wenig später hatte auf der anderen Seite überraschend Etienne Feese freie Bahn, doch Simeon Tsanev trennte den Hildener Angreifer mit einem Kraftakt noch vom Leder (24.). Keine 60 Sekunden später köpfte Maximilian Wagener einen weiteren Sangl-Eckball vors SC-Tor, aber Feese verfehlte den Kasten (25.). Einen strammen Freistoß von Zimmermann beförderte Keeper Hölscher über den Querbalken (43.). Im Gegenzug verfehlte Tuma mit einem Freistoß aus 20 Metern nur knapp das VfB 03-Tor.

Nach dem Wiederanpfiff hatte der VfB 03 die Begegnung weiter im Griff. Zwar mühten sich die Wiedenbrücker um gute Offensivaktionen, scheiterten aber immer wieder an den eigenen Unzulänglichkeiten. Die beste Gäste-Chance hatte Venhar Ismailji auf dem Fuß. Weil Marcel Hölscher etwas zu weit vor seinem Kasten stand, probierte es der 22-Jährige von der rechten Seite mit einem Schuss aus gut 30 Metern, traf aber letztlich nur den linken Pfosten. Am Ende setzte Davud Tuma den Schlusspunkt, als er den Elfmeter in der Nachspielzeit souverän verwandelte.

„Einfach schade, dass wir so viele Chancen haben liegen lassen. Dabei ist es sehr ärgerlich, dass es anscheinend kein Elfmeter war. Wir müssen das 1:1 einfach nüchtern betrachten und dürfen nicht traurig sein. Fußballerisch haben wir wirklich einen Schritt gemacht“, analysierte VfB 03-Cheftrainer Toni Molina später.

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