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Hilden | RP ONLINE · Aug 22, 2026

Erntebilanz der Kreisbauernschaft: Dürre bedroht Mais, Rüben und Kartoffeln im Kreis Mettmann

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Dirk Neubauer · RP ONLINE

Erntebilanz der Kreisbauernschaft Dürre bedroht Mais, Rüben und Kartoffeln im Kreis Mettmann

22.08.2026 · 17:01 Uhr

 Die Trockenheit mindert 2026 die Ernteerträge in der Region. Auf manchen Maisfeldern droht ein Totalausfall.

Die Trockenheit mindert 2026 die Ernteerträge in der Region. Auf manchen Maisfeldern droht ein Totalausfall.

Foto: Patrick Pleul/dpa/Patrick Pleul

Kreis Mettmann · Im Kreis Mettmann leiden Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln massiv unter Hitze und Dürre. Die Erträge dürften deutlich sinken, bei Mais drohen Totalausfälle. Wie groß wird der Schaden?

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Mettmann, Martin Dahlmann, zieht Bilanz zur Ernte 2026 und blickt auf die noch ausstehenden Herbstkulturen. Er rechnet mit Einbußen durch Hitze und Trockenheit. Zudem kritisiert Dahlmann, dass hohe Betriebskosten und stark schwankende Erzeugerpreise den wirtschaftlichen Druck auf die landwirtschaftlichen Betriebe weiter verschärfen.

Getreide bleibe die wichtigste Ackerkultur im Rheinland. Mit rund 1,1 Millionen Tonnen dürfte die diesjährige Erntemenge etwa 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. „Beim Weizen sind wir trotz extremer Temperaturen und fehlender Niederschläge mit einem blauen Auge davongekommen“, erläutert Dahlmann. Im Rheinland wurden beim Winterweizen durchschnittlich rund 8700 Kilogramm pro Hektar geerntet – gut acht Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Wintergerste erreichte rund 8400 Kilogramm pro Hektar.

Die Erntemengen allein sagen jedoch nach Einschätzung der Kreisbauernschaft wenig über die wirtschaftliche Lage der Betriebe aus. Hohe Kosten für Diesel, Dünger, Pflanzenschutz und Energie träfen auf stark schwankende Erzeugerpreise. „Die Preise am Getreidemarkt reagieren derzeit von Tag zu Tag auf geopolitische Krisenherde und Äußerungen der beteiligten Akteure. Für unsere Betriebe ist das kaum planbar“, betont Dahlmann. Unter diesen Bedingungen reichten die Erlöse beim Getreide zurzeit nicht aus, um die Produktionskosten zu decken und eine wirtschaftlich tragfähige Erzeugung zu gewährleisten.

In den vergangenen Jahren habe Raps wieder an Attraktivität gewonnen. So wuchs die Anbaufläche um rund zehn Prozent zum Vorjahr. Die Erträge konnten mit dieser Entwicklung jedoch nicht Schritt halten: Im Durchschnitt wurden rund 3600 Kilogramm pro Hektar geerntet, nach rund 4100 Kilogramm im vergangenen Jahr.

Mit großer Sorge blickt der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Mettmann auf die noch auf den Feldern stehenden Herbstkulturen. Vor allem Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln litten extrem unter der Dürre. Die aktuellen Niederschläge änderten daran nichts mehr. Bei diesen Kulturen sei daher mit deutlichen Ertragsrückgängen zu rechnen. Die anhaltende Trockenheit habe das Wachstum und den Ertrag bereits erheblich beeinträchtigt und die Pflanzen geschwächt.

Im Futterbau zeige sich ein ähnliches Bild wie im Ackerbau. Auf dem Grünland konnten dank des guten Frühjahrs die ersten Schnitte des Jahres eingebracht werden, teilweise jedoch bereits mit Qualitätseinbußen. Seit Anfang Juli sei das Wachstum vielerorts deutlich ins Stocken geraten, sodass weitere Schnitte ausgeblieben sind. Ob ein später Schnitt mit nennenswerten Erträgen möglich sein wird, sei von Niederschlägen abhängig.

Besonders dramatisch sei die Lage beim Mais: Vereinzelt sei bereits jetzt mit massiven Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen zu rechnen. „Für viele Betriebe entscheidet sich erst in den kommenden Wochen, wie groß der wirtschaftliche Schaden tatsächlich wird“, warnt Dahlmann. Er sieht in dieser Erntebilanz ein weiteres Warnsignal für die wirtschaftliche Lage der Betriebe. „Unsere Familienbetriebe brauchen bessere Rahmenbedingungen, welche die Produktion nicht zusätzlich verteuern“, führt Dahlmann aus. Notwendig seien wettbewerbsfähige Energie- und Betriebsmittelpreise sowie konkrete Antworten auf immer stärkere Marktrisiken. Hier sei die Politik gefordert. Während Verbraucherinnen und Verbraucher für Lebensmittel stetig mehr aufwenden müssen, komme bei den landwirtschaftlichen Betrieben davon nichts an.

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