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Erkelenz | RP ONLINE · Aug 19, 2026

900 Kilometer per Fahrrad: Erkelenzer betreibt Groundhopping für den guten Zweck

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Christos Pasvantis · RP ONLINE

900 Kilometer per Fahrrad Erkelenzer betreibt Groundhopping für den guten Zweck

19.08.2026 · 12:05 Uhr

Sebastian Schramm besuchte viele Stadien – hier ist er an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück.

Foto: Sebastian Schramm

Granterath · Um Geld für kranke Kinder zu sammeln, ist Sebastian Schramm aus Granterath 900 Kilometer zu verschiedenen Fußballstadien in der Region geradelt. Mehrere Proficlubs unterstützen ihn. Zum Abschluss will er am Sonntag mit möglichst vielen Mitstreitern zum Borussia-Park fahren.

Um Aufmerksamkeit für den guten Zweck zu erhalten, tun Menschen immer wieder verrückte Dinge. Dazu zählt seit einigen Jahren auch Sebastian Schramm aus dem Erkelenzer Ortsteil Granterath. Der 44-jährige Familienvater und passionierte Radfahrer ist vor zwei Jahren 555 Kilometer per Rad nach Ostfriesland gefahren. Im vergangenen Jahr legte er dann nach, radelte 999 Kilometer bis Langeoog – die letzten Kilometer davon auf der Insel selbst, um auf die Schnapszahl zu kommen.

„Das hat richtig gut funktioniert. Viele Leute sind auf mich aufmerksam geworden, wir haben so fast 5000 Euro gesammelt“, sagt Schramm. Abgewickelt wird die Aktion über die Stiftung „Giving Back“ seines Arbeitgebers Carglass. „Das hat den großen Vorteil, dass alles transparent über eine große Stiftung läuft. Niemand muss also Geld auf ein privates Paypal-Konto überweisen“, erklärt Schramm.

Für dieses Jahr hatte er sich einen neuen Ansatz überlegt: „Einfach schon wieder die Kilometerzahl zu erhöhen, wäre doch langweilig gewesen. An einem geselligen Abend ist die Idee entstanden, mal eine große Stadiontour zu machen“, sagt Schramm. Er selbst ist Mitglied von Borussia Mönchengladbach und seit 20 Jahren Dauerkarteninhaber. Seine Tour hat er in den vergangenen Wochen nun umgesetzt und dabei knapp 900 Kilometer zurückgelegt. Zwar finden wegen der Sommerpause derzeit keine Spiele in den Arenen statt, dennoch fuhr Schramm die Spielstätten an und machte Fotos vor und in den Stadien. „Einige Vereine haben mich auch ins Stadion und auf den Rasen gelassen und mich unterstützt. Manche haben meine Social-Media-Posts geteilt, das hat meiner Reichweite sehr geholfen“, sagt er.

Zunächst war er im Aachener Tivoli, danach auch im Essener Stadion an der Hafenstraße, im Wuppertaler Stadion am Zoo, in der Paderborner Home-Deluxe-Arena, im Gütersloher Stadion am Heidewald, auf der Bielefelder Alm, an der Bremer Brücke in Osnabrück und zuletzt im Emdener Ostfriesland-Stadion.

Knapp eine Woche hat die Tour gedauert, ehe er sich in Bensersiel mit seiner Familie traf. Mit seiner Frau und seiner Tochter verbrachte Sebastian Schramm dann den restlichen Urlaub auf Langeoog. „Auch da habe ich natürlich noch das eine oder andere Mal die Insel umrundet“, sagt er lachend. Seine Familie unterstütze ihn voll bei seiner Aktion: „Ich bekomme im Sommer glücklicherweise drei Wochen Urlaub, meine Frau nur zwei. Daher war das für sie überhaupt kein Problem, dass ich eine Woche vorher losfahre. Und meine Tochter hat sogar schon angekündigt, dass sie in zwei Jahren mitfahren möchte.“

Mittlerweile sind die Schramms wieder zurück in der Granterather Heimat, das Finale der Aktion steht aber noch bevor: An diesem Sonntag, 23. August, will Schramm einen „Community-Ride“ zum Borussiapark starten. Los geht es um 11 Uhr am Vereinsheim des VfR Granterath. „Jeder kann mitkommen. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Menschen mitfahren.“

Aktuell ist der Spendenstand in diesem Jahr bei rund 3500 Euro. „Ich selber werde mich natürlich auch noch beteiligen und hoffe auf weitere Spenden“, sagt Schramm. Das Geld fließt zur Hälfte an die Aktion Sonnenherz, die den zehnjährigen Florian aus Schwanenberg unterstützt. Er erlitt als Frühchen eine Hirnblutung und ist seitdem auf Hilfe angewiesen. „Ich konnte schon selbst mit Florian sprechen. Ein toller Junge, der aber leider auf aufwendige Therapien angewiesen ist“, sagt Schramm. Die andere Hälfte fließt an das Kinder- und Jugendhospiz in Düsseldorf.

Schramm hofft, dass die Spendensumme des Vorjahres übertroffen werden kann. „Ich habe vor zwei Jahren bei null angefangen, habe mir extra für diese Aktion einen Instagram-Account zugelegt. Meine Reichweite ist nicht riesig, aber sie wächst“, sagt der Granterather. Borussia Mönchengladbach habe ihm zugesagt, einen Bericht über seine Aktion im nächsten „Fohlenecho“ zu bringen. „Das wird hoffentlich auch helfen“, sagt er.

Nun freut sich Schramm auf einen schönen Abschluss am Sonntag. „Es wird eine ganz lockere Tour, viele Erkelenzer kennen die knapp 20 Kilometer bis zum Borussiapark ja gut.“ Ausdrücklich sind auch Familien mit Kindern erwünscht.

Über seine Tour berichtet Sebastian Schramm auf seinem Instagram-Profil @basti_8110. Dort finden sich auch die Details zu seiner Spendensammlung.

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