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Emmerich | RP ONLINE · Aug 21, 2026

Museum Koenraad Bosman: Zwei Bilderwelten im Reeser Museum

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Markus Balser · RP ONLINE

Museum Koenraad Bosman Zwei Bilderwelten im Reeser Museum

21.08.2026 · 09:51 Uhr

Ab dem 30. August zeigt das Reeser Museum Koenraad Bosman Arbeiten von Aline Regese.

Ab dem 30. August zeigt das Reeser Museum Koenraad Bosman Arbeiten von Aline Regese.

Foto: Aline Regese

Rees · In den Arbeiten von Aline Regese geht es um zwischenmenschliche Begegnungen. Wie der Einsatz von KI-Vorlagen dabei einen besonderen Spannungsbogen erzeugt.

Mit der Ausstellung „Berührungen – Zwischen Nähe und Projektion“ präsentiert das städtische Koenraad Bosman Museum vom 30. August bis 8. November Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Aline Regese. In ihren großformatigen Aquarellen auf Büttenpapier untersucht sie die Vielschichtigkeit zwischenmenschlicher Begegnung – dort, wo Nähe als Wunsch, Erinnerung, körperliche Erfahrung oder bloße Vorstellung entsteht.

Aline Regeses Bilder richten den Blick auf den menschlichen Körper. Figuren scheinen einander zugewandt, suchen Halt oder geraten in fragile Konstellationen. Berührung erscheint dabei nicht als eindeutige Geste: Sie kann Geborgenheit vermitteln, aber ebenso Unsicherheit, Abhängigkeit oder den Moment des Sich-Entziehens. Die Malerei hält diese Ambivalenz offen.

Die Düsseldorfer Künstlerin justiert in ihren Werken die emotionale Distanz trotz Nähe.

Die Düsseldorfer Künstlerin justiert in ihren Werken die emotionale Distanz trotz Nähe.

Foto: Aline Regese

Eine besondere Spannung entsteht durch die Auseinandersetzung mit KI-generierten Bildvorlagen. Regese übernimmt diese Vorlagen nicht einfach in ihre Malerei, sondern übersetzt sie in einen langsamen, materiellen und von Hand vollzogenen Arbeitsprozess. Gerade die Brüche digital erzeugter Körperbilder – Verschiebungen, Unklarheiten und irritierende Details – bleiben dabei sichtbar. In der Aquarellmalerei erhalten sie eine neue körperliche Präsenz.

So treffen in den Arbeiten zwei grundsätzlich verschiedene Bildwelten aufeinander: die scheinbar grenzenlose Erzeugbarkeit digitaler Bilder und die Unmittelbarkeit des Aquarells auf (Bütten-)Papier. Transparente Farbschichten, fließende Übergänge und die Eigenständigkeit des Materials stehen einer Bildsprache gegenüber, deren Ursprung im Digitalen liegt. Regese fragt, wie verändert sich unser Verständnis von Intimität, wenn Nähe auch projiziert, simuliert oder nur imaginiert werden kann?

Die Ausstellung thematisiert ebenso die emotionale Distanz, die zwischen Menschen bestehen kann, obwohl sie sich nahe sind – und die Möglichkeit von Verbundenheit, selbst wenn Körper einander nicht erreichen.

Aline Regese entwickelte ihre künstlerische Praxis zunächst bei einem mehrjährigen Mentoring in Düsseldorf bei Cecily Park. In der Folge entwickelte sie ihre Bildsprache eigenständig weiter. Von 2022 bis 2023 vertiefte sie ihre Ausbildung in der Werkausbildung „Freie Malerei und Grafik“ an der Freien Akademie Rhein/Ruhr bei Veit-Johannes Stratmann.

Die Ausstellung „Berührungen – Zwischen Nähe und Projektion“ wird am Sonntag, 30. August, um 11.30 Uhr im Städtischen Museum Koenraad Bosman eröffnet. Es begrüßt Johannes Beenen, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Rees. Eine Einführung in die Ausstellung gibt Nathalie Sofie Schulz, Kunsthistorikerin und Kuratorin. Den musikalischen Rahmen gestaltet Markus Kamps (Saxofon).

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