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Sport – News, Hintergründe und Resultate | NZZ Nachrichten · Aug 25, 2026

Ayyoub Bouaddi ist der Mathematiker unter den Lenkern im Mittelfeld – kann er bei Manchester City den Spanier Rodri ersetzen?

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Stefan Osterhaus · Neue Zürcher Zeitung

Ayyoub Bouaddi ist der Mathematiker unter den Lenkern im Mittelfeld – kann er bei Manchester City den Spanier Rodri ersetzen?

Grösser könnten die Erwartungen an einen 18-Jährigen kaum sein. Der Marokkaner kostet den englischen Klub 100 Millionen Euro Ablöse.

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Das Vertrauen in ihn scheint grenzenlos zu sein: Der 18-jährige Marokkaner Ayyoub Bouaddi wechselt von Lille zu Manchester City.

Das Vertrauen in ihn scheint grenzenlos zu sein: Der 18-jährige Marokkaner Ayyoub Bouaddi wechselt von Lille zu Manchester City.

Joeran Steinsiek / Imago

Was darf einem 18-jährigen Fussballer zugetraut werden, ohne dass es zu viel für ihn wird? Geht es um Ayyoub Bouaddi, den marokkanischen Nationalspieler, so scheint das Vertrauen in dessen Fähigkeiten geradezu grenzenlos zu sein. Das zeigt sich gleich an mehreren Indikatoren, die für sich genommen schon bemerkenswert sind.

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Bouaddi spielt für OSC Lille und steht kurz davor, für rund 100 Millionen Euro zu Manchester City zu wechseln – es wäre die höchste Summe, die je für einen Fussballer gezahlt wurde, der für die Nationalmannschaft eines Landes aus der afrikanischen Fussballkonföderation aufläuft, und erst recht der höchste Betrag für einen Spieler, der gerade erst volljährig geworden ist.

Fernstudium neben der Karriere

Das andere ist das Zutrauen, das ihm offenbar entgegengebracht wird. Bouaddi ist ein Spieler von grossem strategischem Geschick. Während der Schulzeit fiel er nicht nur als begabter Mathematiker auf – die Hochschulreife erlangte er ein Jahr früher als gewöhnlich; er gilt auch rhetorisch als äusserst begabt. Dass er neben seiner Fussballkarriere ein Fernstudium der Mathematik weiterverfolgt, macht ihn tatsächlich zu einer Ausnahmeerscheinung. Das Spiel besser zu verstehen – das ist, wie er «Le Parisien» sagte, auch das Ziel seiner mathematischen Studien.

🚨🔵⚪️ BREAKING: Ayyoub Bouaddi to Manchester City, here we go! Deal agreed club to club.

Fee to reach €100m package with add-ons, as @FabriceHawkins reports. Green light from Lille to the sale.

Bouaddi agreed terms with City in July and now set to join #MCFC project. pic.twitter.com/qcbMqphude

— Fabrizio Romano (@FabrizioRomano) August 23, 2026

Vermutlich weniger algebraisch, dafür mit trigonometrischem Fokus: Die Züge des Gegners vorauszuahnen, sich im richtigen Augenblick zu positionieren – das ist eine äusserst seltene Gabe, die im Mittelfeld sehr gute Fussballer von aussergewöhnlichen unterscheidet. Niemand beherrscht das gegenwärtig besser als der Spanier Rodri, Welt- und Europameister mit Spanien. Er hat beim FC Barcelona unterschrieben, nach einer langen, erfolgreichen Zeit in England. Es ist sein Platz, den Bouaddi bei Manchester City einnehmen soll.

Deschamps wollte ihn nicht

Ein märchenhafter Aufstieg? Gewiss – doch trotz dem jungen Alter musste er auch schon mit Widrigkeiten kämpfen. Denn im Grunde ist die Geschichte dieses aussergewöhnlichen Talents auch eine der Zerrissenheit. Bouaddi hat marokkanische Eltern, wurde aber in Frankreich geboren; er hätte ebenso gut für den französischen Fussballverband spielen können. Noch im März führte er die französische U 21 als Captain aufs Feld.

Didier Deschamps, vierzehn Jahre Trainer der Équipe Tricolore, hielt es allerdings nicht für nötig, auf den jungen Mann zu setzen – weshalb der sich schliesslich für Marokko entschied. Es ist gar nicht ausgeschlossen, dass er diesen Schritt einmal bedauern wird, denn das Ende von Deschamps’ Karriere als Nationalcoach war absehbar. Doch der Ehrgeiz Bouaddis war gross genug, dass er unbedingt zur Weltmeisterschaft reisen wollte, im besten Fall mit einem Stammplatz.

Bei den Citizens soll Bouaddi der Nachfolger von Rodri werden, der sich dem FC Barcelona anschloss.

Bei den Citizens soll Bouaddi der Nachfolger von Rodri werden, der sich dem FC Barcelona anschloss.

Catherine Ivill / Getty

Dass Deschamps ihn ignorierte, ist eigentlich nur mit Hybris zu erklären: Offenbar genügte es ihm, dass der Ball irgendwie zum fabelhaften Angriffstrio Ousmane Dembélé, Kylian Mbappé und Michael Olise gelangte. Dann würde, so dürfte das Kalkül des Nationaltrainers gewesen sein, sich schon etwas ergeben. Das genügte bis in den WM-Halbfinal, auch im Viertelfinal gegen Marokko, in einem Match, in dem Bouaddi unterging.

Dass Deschamps richtig gehandelt habe, war hinterher zu lesen – der junge Marokkaner sei dem Niveau, das er selbst verlange, eben nicht gewachsen. Allerdings ignoriert diese Sichtweise eines: Sein Nebenmann im Mittelfeld, der offensiv ausgerichtete Ismael Saibari, fehlte in diesem Match verletzt – weswegen Bouaddi zu selten Entlastung bekam.

Womöglich bedauerte Deschamps seine Entscheidung gegen Bouaddi, als er miterlebte, wie seine Mannschaft im Halbfinal gegen Spanien regelrecht deklassiert wurde. Angriff hin oder her: Wieder einmal bewahrheitete sich, dass grosse Spiele meist im Zentrum entschieden werden. Und dort regierten Fabián Ruiz und eben Rodri – der Vorgänger Bouaddis in Manchester.

Guardiola ist nicht mehr in Manchester

Ist also schon alles für die Weltkarriere von Bouaddi bereitet? Die Indikatoren sprechen dafür, und doch ist Vorsicht angezeigt. Es hat schliesslich einen Grund, dass Rodri seine Zeit in Manchester beendet hat und weiterzieht zum FC Barcelona: Pep Guardiola, der Mann, der in Rodri das Genie erkannt hat, das er tatsächlich ist, hat als Trainer bei Manchester City aufgehört. Zwar ist sein Nachfolger Enzo Maresca optisch so etwas wie ein Ebenbild des Katalanen, doch man sollte nicht darauf setzen, dass die Spieler den Unterschied nicht bemerken. Es ist also mehr als nur eine Variable, die darüber entscheidet, ob aus Ayyoub Bouaddi ein Weltstar wird.

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Ayyoub Bouaddi gilt als die grosse Entdeckung dieser WM. Am Donnerstag trifft der Jungstar und Mathematikstudent auf Frankreich – sein Geburtsland, gegen das er sich entschieden hat.

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