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Sport – News, Hintergründe und Resultate | NZZ Nachrichten · Aug 18, 2026

Der Bachelor des Transfermarkts hat sich entschieden: Rodri wechselt zum FC Barcelona

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Auswärtige Autoren NZZ · Neue Zürcher Zeitung

Der Bachelor des Transfermarkts hat sich entschieden: Rodri wechselt zum FC Barcelona

Nach sieben Jahren verlässt der spanische Mittelfeldspieler Manchester City – für den Klub ein bitterer Rückschlag. Die Katalanen hoffen dank ihm auf einen Titelregen.

Sven Haist

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Rodri winkt am Montag in Barcelona den Fans zu.

Rodri winkt am Montag in Barcelona den Fans zu.

Bruna Casas / Reuters

Zum bodenständigen und charismatischen Weltmeister Rodrigo Hernández passt es, dass er seinen spektakulären Sommertransfer von Manchester City zum FC Barcelona selbst verkündete. Der Mittelfeldspieler, in der Fussballwelt unter dem Spitznamen Rodri bekannt, winkte am Montag nach seiner Ankunft am Flughafen in Barcelona den Fans des Klubs zu und richtete einige Worte an die Medienvertreter. Er sei glücklich, dass nach intensiven Tagen mit seinem Wechsel «alles geklärt» sei, sagte er.

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Als Sockelablöse überweist Barcelona für den 30-jährigen Weltfussballer von 2024 zunächst 60 Millionen Euro. Hinzu kommen erfolgsabhängige Aufschläge von bis zu 15 Millionen Euro, wovon mindestens zwei Drittel fällig werden dürften. Damit würde Rodri zu den teuersten Fussballern der Welt gehören, die zum Zeitpunkt ihres Wechsels 30 Jahre oder älter waren – hinter den Stürmern Cristiano Ronaldo (117 Millionen Euro), Harry Kane (95 Millionen) und Neymar (90 Millionen).

«Jedes Team braucht Rodri»

Zwei Wochen vor Ablauf der Transferfrist ist Rodris Verpflichtung der aufsehenerregendste und folgenreichste Deal dieser Wechselperiode – auch wenn die beiden englischen Spieler Morgan Rogers und Elliot Anderson ungefähr das Doppelte gekostet haben.

Für Manchester City ist der Abschied des Strategen, der vor sieben Jahren für nahezu denselben Betrag von Atlético Madrid gekommen war, ein bitterer Rückschlag. Erstmals seit der Übernahme des Vereins im September 2008 durch Scheich Mansur, ein Mitglied der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi, muss der Klub einen Spieler mit laufendem Vertrag abgeben, den man unbedingt halten wollte. Rodris Arbeitspapier lief noch bis Juni 2027. Sein Verlust scheint so schwer zu wiegen wie der Rücktritt des Trainers Josep Guardiola.

«Jedes Team braucht Rodri», klagte Guardiolas Nachfolger Enzo Maresca jüngst nach der 0:3-Pleite gegen den FC Arsenal im englischen Supercup. Monatelang hatte der englische Spitzenklub versucht, seinen Leistungsträger zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen – doch Rodri lehnte ab.

Zu den Gründen gehörten die ungeklärte Zukunft Guardiolas und die eigene Verletzungsanfälligkeit. Nach seinem Kreuzbandriss im September 2024 musste Rodri in der vergangenen Saison erneut mehrfach pausieren. Zuvor hatte er die Verantwortlichen von Manchester City wiederholt darauf hingewiesen, dass er den körperlichen Belastungen nicht mehr standhalte. Die Zahl der Pflichtspiele ist beim FC Barcelona zwar ähnlich hoch, die spanische Liga gilt im Vergleich zur Premier League jedoch als weniger fordernd.

Bei der Wahl seines neuen Arbeitgebers konnte sich Rodri den Klub nahezu aussuchen. Lange sah es danach aus, als würde er sich Real Madrid anschliessen – auch weil ein Foto existiert, das ihn als Kind im Trikot der Königlichen zeigt. Sportlich hätte Real nach dem Karriereende von Toni Kroos zudem dringend einen neuen Taktgeber im Zentrum benötigt.

In der Öffentlichkeit blieb aber weitgehend unberücksichtigt, dass der nüchterne Spielansatz des Klubs in den vergangenen Jahren nicht mit Rodris Vorlieben für gepflegten Ballbesitzfussball harmonierte. Daran dürfte sich unter dem neuen Trainer José Mourinho nichts ändern.

Der Traum von der Königsklasse

Als der FC Barcelona, der in der jüngeren Vergangenheit aus finanziellen Gründen auf teure Transfers verzichten musste, davon erfuhr, schlug der Verein umgehend zu. Dabei erwies sich die offensive Ausrichtung des Trainers Hansi Flick, der damit die historisch gewachsene Spielkultur Barças fortsetzt, als entscheidendes Kriterium. Es ist kein Zufall, dass die meisten Spieler aus dem spanischen WM-Kader bei den Katalanen unter Vertrag stehen. Dies erwähnte Rodri auch explizit bei seinem Wechsel.

Dass er darüber hinaus davon sprach, für ihn sei es ein «Traum», künftig das Trikot des katalanischen Weltklubs zu tragen, dürfte gerade beim reflektierten Spieler mehr als eine Floskel gewesen sein. Früh in seiner Karriere hatte er einmal ausgeführt, dass er insbesondere seinen Landsmann Sergio Busquets sehr genau beobachtet habe – Busquets war die Galionsfigur des FC Barcelona auf der Position vor der Abwehr, als der Klub zu Guardiola-Zeiten 2009 und 2011 die Champions League gewann und das Mass aller Dinge war.

Für Barça gleicht Rodri einem unverhofften Volltreffer. Mit seiner aussergewöhnlichen Kontrolle über das Geschehen auf dem Platz wirkt er bisweilen wie ein Professor des Spiels. Er könnte dem jungen Team mit seiner Erfahrung jene Stabilität verleihen, die diesem in letzter Zeit gerade in den entscheidenden K.-o.-Runden der Champions League fehlte.

In den vergangenen beiden Anläufen unter Flick scheiterte der Ligameister vor allem an seiner defensiven Anfälligkeit. Der Gewinn des ersten Henkelpokals seit 2015 ist deshalb das grosse Ziel des Vereins in dieser Saison – und auch Rodris. Er wolle mit Barça die Königsklasse gewinnen und «alles andere», sagte er. Am Mittwoch soll Rodri beim letzten Vorbereitungsspiel vor dem Saisonstart gegen den ägyptischen Rekordchampion al-Ahly offiziell vorgestellt werden.

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