Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland läuft offenbar. Und trotzdem scheint es keinen Grund für Feierstimmung zu geben. Die bundesweite Photovoltaik-Leistung habe im August die Marke von 128 Gigawatt Peak überschritten, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft mit. Das gesetzlich festgelegte Ausbauziel für 2026 sei schon erreicht.
Das ist eine gute Nachricht. Die Sache hat nur einen Haken: Mit der vom Bundeskabinett beschlossenen EEG-Novelle 2027 werden die Bedingungen für Verbraucher wohl schlechter. Die pauschale und garantierte Vergütung von eingespeistem Strom soll für Neuanlagen schrittweise abgeschafft werden. Wer den Vorteil der bisherigen Regelung nutzen will, sollte bis Ende des Jahres seine Anlage in Betrieb genommen haben.
Politikredakteur Günter Marks© privat | Privat
Ausbau der Stromnetze und großer Batteriespeicher forcieren
Das werden viele Neubetreiber berücksichtigt haben. Es kann sein, dass die nun entstandene Photovoltaik-Leistung gar nicht so sehr aus einem generellen Trend zu mehr erneuerbaren Energien entstanden ist, sondern eher aus pragmatischen Abwägungen. Der Ausbau könnte schon nächstes Jahr einknicken, wenn die wirtschaftlichen Vorteile schwinden.
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Dabei geht es gar nicht nur um die Klimaziele. Deutschland kann sich mit der Energiewende endlich ein Stück weit unabhängig von Öl- und Gaslieferungen machen. Um das zu erreichen, braucht es aber noch mehr als nur attraktive Möglichkeiten, Solaranlagen zu installieren: Die Bundesregierung muss den Ausbau der Stromnetze und großer Batteriespeicher forcieren, damit überschüssiger Solarstrom nicht mit hohen Sonderzahlungen in den Nachbarländern entsorgt werden muss. Dann wäre der Strom flexibel nutzbar.

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