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Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung · Aug 22, 2026

„Freunde der italienischen Oper“: Sigi Domke erzählt eine Erfolgsgeschichte

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Dagmar Schwalm · Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, wusste Hermann Hesse nur zu gut. Sigi Domke würde das glatt unterschreiben. Er war schon als Musiker und Autor für Herbert Knebels Affentheater unterwegs, als ihn Mitte der 1990er Jahre Theater Freudenhaus-Mitbegründer Thomas „Schnulli“ Koppelberg fragte, ob er zum Einzug in das Kulturzentrum Grend einen Ruhrgebietsschwank schreiben könnte? Er machte sich ans Werk. „Die größere Form hat mich gereizt und Ruhrgebietskomik kannte ich durch Knebel“, sagt Sigi Domke. Vor 30 Jahren feierte „Freunde der italienischen Oper“ und damit die erste seiner rund 70 Komödien Premiere. Für unsere Redaktion schwelgt er in Erinnerungen.

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Essen: Neue Heiterkeiten aus der Feder von Sigi Domke

Der Autor, Theaterregisseur und Musiker Sigi Domke schreibt seit mehr als 30 Jahren höchst erfolgreich Komödien.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Wenn im Essener Grend italienische Lebensart auf deutsche Spießigkeit stößt

„Das Theater Freudenhaus hatte keinen festen Raum und war in Wartestellung auf die alte Rektoratsschule (das heutige Grend) in Steele. Sie haben Kindertheater gemacht und waren auf der Suche nach freien Schauspielern. Doch niemand hat sich dafür interessiert“, erzählt der 69-Jährige. Bis diese neue Komödie ins Spiel kam. Zum ersten Ensemble gehörten Giampiero Piria als Rudolfo Zampini, Lore Duwe-Scherwat als Oma Klärchen, Thomas Koppelberg als Familienoberhaupt Heinz Kopleck, der es gar nicht gerne sieht, dass der italienische Gastarbeiter mit seiner Tochter anbandelt. Die Konflikte brodeln, wenn deutsche Spießigkeit auf südländische Lebensart stößt. Doch Rudolfo kann überzeugend singen und kochen.

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Und Sigi Domke kann überzeugend mit Humor auf menschliche Schwächen blicken. Er hat ein Händchen für Figuren mit WIedererkennungswert und realitätsnahe Geschichten. 1969 dockt diese an: Mondlandung, bezahlbare Flugreisen und sexuelle Revolution, der Fortschritt also, treffen auf Strukturwandel im Ruhrgebiet und damit die Angst vor dem Fremden. Die lässt sich wohl nirgendwo besser ablesen als in einem Mikrokosmos.

Autor von Verdi beeinflusst

„Ich hatte sehr schnell die Idee mit der Ruhrgebietsfamilie. Da steckt viel von meiner eigenen Familie drin. Ich kenne die Halsstarrigkeit von meiner Mutter und die Schnittchen“, erinnert sich Domke, der beim Schreiben unter dem Einfluss der Verdi-Oper „Il Trovatore“ stand. Ständig habe es diese Begegnungen zwischen Deutschen und Italienern gegeben, erklärt der Autor. „Deutsche fuhren an ihren Sehnsuchtsort Italien. Und Italiener bauten sich hier etwas auf.“

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Die Reaktion des Publikums war damals überraschend und überwältigend. „Das Telefon stand nicht still und wir konnten die nächsten 15 Vorstellungen füllen“, berichtet Sigi Domke. Dass der Erfolg ungebrochen blieb, weckte auch das Interesse des damaligen Mondpalast-Inhabers Christian Stratmann. Doch das Kultstück blieb und bleibt dem Theater im Grend erhalten. „Hier gehört es hin“, meint der erfahrene Theatermann und kann bei allem Erstaunen die Langlebigkeit des Stücks erklären: „Es ist so beliebt, weil das Publikum Figuren mit Bodenhaftung findet, Lebenswelten und Umbrüche kennt. Den Zusammenprall der Kulturen erleben wir jetzt auch, sodass man gezwungen ist, sich zu verändern.“

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