Wichtige Updates
Brief an UN: Iran bezeichnet US-Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus
Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“
Iran droht Ländern mit „Konsequenzen“, wenn sie Trumps „Wirtschaftskrieg“ unterstützen
Präsident Peseschkian: Iran „hat gerade mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen“
Oskar Schulz
Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Er sei in der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Anders als in den meisten bisherigen Fällen machte die Behörde zu dem Angriff am Dienstag zunächst keine genaueren Angaben zum Ort des Zwischenfalls. Damit blieb unklar, ob der Tanker vor der Küste des Omans oder näher an der iranischen Küste getroffen worden war.
Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es weiter. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar. Zuletzt hatte die Behörde am Montag einen Angriff auf einen Tanker vor der omanischen Küste gemeldet.
Oskar Schulz
Brief an UN: Iran bezeichnet US-Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus
Der Iran hat die angedrohten jüngsten US-Sanktionen in einem Brief an die Vereinten Nationen als einen Akt staatlichen und wirtschaftlichen Terrorismus verurteilt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in dem auf der Plattform Telegram und in Staatsmedien veröffentlichten Brief, die USA versuchten, die "rechtmäßigen Wirtschaftsbeziehungen des Irans mit anderen Staaten zu beenden", nachdem sie ihre Ziele durch Krieg nicht hätten erreichen können. Der Brief richtet sich an UN-Generalsekretär António Guterres, den UN-Sicherheitsrat und die UN-Mitgliedstaaten.
Araghtschi schrieb, die US-Sanktionen schadeten bewusst der Zivilbevölkerung, weil der Zugang zu Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Gütern eingeschränkt werden solle. Der Iran fordere den UN-Sicherheitsrat und die UN-Mitgliedstaaten auf, die "einseitigen Zwangsmaßnahmen und Sekundärsanktionen" durch die USA zu verurteilen und zurückzuweisen. Darüber hinaus sollten die Mitgliedstaaten die US-Sanktionen nicht anerkennen und umsetzen. Die USA müssten damit aufhören, souveräne Staaten zu zwingen, ihre rechtmäßigen Handelsbeziehungen mit dem Iran zu ändern.
China hatte die angedrohten Sanktionen bereits kritisiert. Ein Wirtschaftskrieg führe nicht zu einer Lösung, sondern verschärfe Konflikte und störe die globale Finanzordnung, hieß es.
Leonhard Rosenauer
Iran sieht sich selbst militärisch gestärkt
Nach Angaben der iranischen Armee sind alle bislang im Iran-Krieg beschädigten Waffensysteme „wiederhergestellt“ worden. Es seien auch neue Systeme importiert worden, sagte Armeesprecher Mohammed Akraminia am Mittwoch nach Angaben des staatlichen Fernsehens.
Die neuen Systeme kämen von der heimischen Rüstungsindustrie oder der Armee. Einige seien zudem aus dem Ausland importiert worden. „Diese Ausrüstung hat unsere Kampfkraft verbessert“, fügte er hinzu. Der Iran habe nun seine Militärdoktrin von defensiv auf offensiv umgestellt.
Leonhard Rosenauer
Netanjahu glaubt nicht an Abkommen mit Iran
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu schließt ein diplomatisches Abkommen mit der iranischen Führung nach eigenen Worten aus. Er bezweifle, „dass mit dieser Gruppe dort, mit diesen Wilden, eine Einigung erzielt werden kann“, sagte Netanjahu mit Blick auf die Führung in Teheran am Dienstagabend in Jerusalem bei einer Veranstaltung für israelische Siedler im besetzten Westjordanland. „Ich sage Ihnen - eine Einigung kann nicht erzielt werden.“
Leonhard Rosenauer
Iran droht im Exil arbeitenden Journalisten mit Angriffen
Irans Streitkräfte haben mehrere persischsprachige Exilsender als mögliche Ziele von Angriffen ausgemacht. Militärsprecher Abolfasl Schekartschi nannte etwa den Sender BBC mit seinem persischsprachigen Programm, Iran International und Radio Farda, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der General unterstellte den Medien, mit den Geheimdiensten in Israel und den USA verbunden zu sein.
Wie genau solche Angriffe aussehen könnten, ließ der Militärsprecher offen. Die Exilsender, die im Iran von einer breiten Mehrheit konsumiert werden, unterhalten vor allem in Europa und den USA ihre Büros. Eine große Mehrheit der iranischen Bevölkerung misstraut den staatlich kontrollierten Medien im Land, die selbst in Friedenszeiten der Zensur unterliegen. Im Krieg hat der Staat die Kontrolle über die lokalen Medien abermals verschärft.
Louisa Thönig

Iran und Oman verhandeln über Schifffahrtskorridor in Straße von Hormus
Im Streit um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus schreiten Verhandlungen zwischen den Anrainerstaaten Iran und dem Oman über neue Regelungen fort. Er sei hoffnungsvoll, schon bald einen zwischenzeitlichen Schifffahrtskorridor für die Meerenge bekanntgeben zu können, schrieb der omanische Außenminister Badr al-Busaidi auf der Plattform X nach Gesprächen am Dienstag.
Der iranische staatliche Rundfunk Irib verbreitete eine gemeinsame Stellungnahme Irans und Omans, nach der die beiden Staaten ein schrittweises Vorgehen für die Neuregelung der Schifffahrt sowie der Minenräumung in der Straße von Hormus besprochen hätten.
Leonhard Rosenauer
Trump droht Iran mit Zerstörung von minenlegenden Schiffen
Im festgefahrenen Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen legen. Er verwies auf eine "Null-Toleranz-Politik" bei der Verminung der Meerenge, wie er auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Bereits Mitte April hatte Trump ähnliche Drohungen ausgesprochen.
Trump behauptete nun ferner, dass die US-Raumfahrtabteilung (Space Force) die Straße von Hormus, die mutmaßliche und bislang kaum bekannte Atomeinrichtung "Pickaxe Mountain" und drei weitere Nuklearanlagen genauestens im Blick habe.
Der Präsident verwies zudem darauf, dass sein Militär ihn darüber informiert habe, dass alle Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Trump hatte bereits Mitte August behauptet, dass in der Meerenge sämtliche Sprengkörper entfernt oder gesprengt worden seien. Damals knüpfte er seine Aussagen daran, dass die Straße von Hormus angeblich vollständig geöffnet sei. Doch auch fast anderthalb Monate danach liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau.
Oskar Schulz
Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Dabei sei der Maschinenraum beschädigt und das Schiff manövrierunfähig gemacht worden. Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es. Der Vorfall ereignete sich demnach neun Seemeilen (rund 17 Kilometer) nordöstlich des Ortes Asch Schischah. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.
Louisa Thönig

Ukraine und Iran: Wadephul telefoniert mit Rubio
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und US-Außenminister Marco Rubio haben telefonisch über die Ukraine und den Iran beraten. Beide Politiker hätten die „Bedeutung eines dauerhaften und belastbaren Friedens zwischen Russland und der Ukraine“ betont, teilte das US-Außenministerium am Montag in Washington mit. Das Gespräch fand am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine von der Sowjetunion statt.
Rubio und Wadephul hätten sich zudem entschlossen gezeigt, die „Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus“ sicherzustellen, erklärte Rubios Sprecher Tommy Pigott weiter. Ein gemeinsames Interesse bestehe überdies darin, „dass der Iran niemals eine Atomwaffe entwickelt oder erwirbt“. Wadephul hatte das Telefonat mit Rubio am Samstag bei einem Besuch in der Ukraine angekündigt.
Louisa Thönig

Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“
Der Iran hat nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu versucht, einen seiner beiden Söhne zu töten. „Etwas Unglaubliches ist geschehen: Der Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen“, sagte Netanjahu in einem Telefoninterview mit dem israelischen Sender Channel 14 am Montag. Der Iran habe „versucht, einen meiner Söhne zu töten“, sagte der Regierungschef, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Vivien Valentiner

Iran droht Ländern mit „Konsequenzen“, wenn sie Trumps „Wirtschaftskrieg“ unterstützen
Der Iran hat Ländern mit „Konsequenzen“ gedroht, die sich dem wirtschaftlichen Druck der USA gegen Teheran anschließen. „Jede Komplizenschaft mit Amerika bei der Ausführung seiner aggressiven Maßnahmen gegen den Iran wird definitiv Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei am Montag.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen umfassenden „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran angekündigt. Es werde sich um „die vernichtendste Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten handeln, erklärte er. Zudem drohte Trump jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit „enormen“ Strafmaßnahmen.
Am Montag will US-Finanzminister Scott Bessent sich in einer Pressekonferenz dazu äußern, wie genau Washington den wirtschaftlichen Druck auf den Iran erhöhen will. In einem Beitrag in der britischen Zeitung „Financial Times“ kündigte Bessent die „größte finanzielle Offensive“ an, welche die USA jemals gegen einen Gegner mobilisiert hätten.
Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi sagte, die Druckkampagne widerlege die Erklärungen der USA, sie hätten Teherans militärische und nukleare Fähigkeiten zerschlagen. „Sie behaupten, die militärische Macht des Iran sei ‚zerschlagen‘, 100 Prozent seiner Militärfabriken seien ‚zerstört‘ und sein Atomprogramm sei ‚begraben‘", erklärte Gharibabadi im Onlinedienst X.
„Es bedarf der 'größten finanziellen Invasion der Geschichte' und der Mobilisierung 'aller Institutionen und Kräfte' der Vereinigten Staaten! Ist das ein Sieg oder ein Eingeständnis der Niederlage Amerikas?", fuhr Gharibabadi fort.
Vivien Valentiner

Teheran nennt Ausweisung von zwei iranischen Diplomaten durch Paris „illegal“
Die Regierung in Teheran hat die angekündigte Ausweisung von zwei iranischen Diplomaten aus Frankreich als „illegal“ bezeichnet. „Die von Frankreich ergriffene Maßnahme ist eine illegale Maßnahme als Antwort auf das legitime rechtliche Vorgehen des Iran“, sagte am Montag der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, bei einer Pressekonferenz. Das Vorgehen Frankreichs „trägt in keiner Weise zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen bei“, fügte er hinzu.
Das iranische Außenministerium hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass zwei französische Diplomaten nach ihrer Ausreise nicht in den Iran zurückkehren dürften. Sie waren am 19. Juli in Teheran stundenlang festgehalten und befragt worden. Einer von ihnen, der Kulturattaché der französischen Botschaft, sei zudem physisch misshandelt worden, hatte Paris erklärt. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot sprach von einem „eklatanten Verstoß gegen die diplomatische Immunität“.
Die iranischen Behörden wiesen den Vorwurf der Misshandlung zurück. Die Diplomaten seien lediglich „kurz von den Sicherheitsdiensten befragt“ worden. Teheran wirft ihnen vor, sich unter dem Vorwand von Kontakten zur Zivilgesellschaft in die inneren Angelegenheiten des Iran eingemischt zu haben.
Kurz nach der Ankündigung Teherans hatte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot erklärt, zwei iranische Diplomaten in Frankreich würden „in den kommenden Tagen“ ausgewiesen. Der Schritt sei eine Folge der „unerträglichen Behandlung“ der französischen Diplomaten im Iran.
Vivien Valentiner

Britische Behörde: Tanker im Roten Meer von „unbekanntem Geschoss“ getroffen
Ein Öltanker ist britischen Angaben zufolge 63 Seemeilen vor dem saudiarabischen Hafen Janbu von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden und in Brand geraten. Die Besatzung des Schiffes sei wohlauf und es seien „keine Auswirkungen auf die Umwelt gemeldet“ worden, teilte die britische Seefahrtsbehörde UKMTO am Montag mit. Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard Tech teilte mit, ein unter saudiarabischer Flagge fahrendes Schiff sei von einer Rakete getroffen worden und in Brand geraten.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Die Bedrohung der Schifffahrt und saudiarabischer Ölanlagen erfolgt parallel zu Teherans weitgehender Blockade der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus.
Oskar Schulz
Teheran: Gasvorkommen im Südiran entdeckt
Im Iran ist nach Regierungsangaben ein Erdgasvorkommen von mehr als 200 Milliarden Kubikmetern entdeckt worden. „Neue Gasreserven wurden im Süden der Provinz Fars entdeckt“, sagte Ölminister Mohsen Paknedschad am Sonntag im staatlichen Fernsehen. Mehr als 160 Milliarden Kubikmeter des Vorkommens könnten gefördert werden, fügte er hinzu. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte die Förderung des Gases erst in einigen Jahren möglich sein.
Daniel Weidmann

Präsident Peseschkian: Iran „hat gerade mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen“
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat eingeräumt, dass der Iran gerade eine schwierige Zeit durchmacht. „Ich bin mir bewusst, dass unsere Gesellschaft derzeit mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um eine Verschlimmerung der Lage zu verhindern“, sagte Peseschkian am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede. „Wir befinden uns in einem umfassenden Krieg auf wirtschaftlicher, militärischer und sicherheitspolitischer Ebene“, fügte Peseschkian hinzu. Konkret nannte der iranische Staatschef die Drohung von US-Präsident Donald Trump, fast sechs Monate nach Beginn des Iran-Kriegs nun einen „Wirtschaftskrieg“ gegen Teheran zu führen, um die iranische Regierung zu stürzen.

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.