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Notizen über Sichtbarkeit · Apr 2, 2026

Findet ihr es auf Substack echt alle so toll?

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Julia Jank · Notizen über Sichtbarkeit

Als ich im Dezember letzten Jahres diesen Account hier anlegen wollte, stellte ich erst einmal fest: Ich habe schon sieben Substack-Accounts!

Und natürlich war der Substack-Account mit meinem seriösen Namen bereits von mir selbst belegt! Aber unter welcher E-Mail-Adresse? Keine Ahnung! Ich musste erst einmal eine Weile suchen, bis mir eingefallen ist: Ah! Ich hab doch mal Substack-Newsletter an diese komische Readwise-Adresse schicken lassen: 7efhef793ifjmkv@blablabla.com – so ungefähr. Aber wie ändere ich jetzt meine E-Mail-Adresse, damit ich einen seriösen Namen UND eine seriöse E-Mail-Adresse habe? Weitere Stunden zogen ins Land.

Und während ich hier alles eingerichtet habe, hätte ich einfach schon wieder mehrmals aus Versehen neue Accounts angelegt! Wirklich, was ist das? Wie kann es denn sein, dass man ständig einen neuen Account anlegt, nur weil man kurz irgendwo eine E-Mail-Adresse eintippt?

Und ja – natürlich habe ich die erste Ausgabe letzte Woche auch aus Versehen über das falsche Profil verschickt und ihr habt sie alle doppelt bekommen! Danke, Substack. War echt nervig.

Und was ist das eigentlich für eine lieblose deutsche Lokalisierung? Bisschen Deutsch hier, bisschen Englisch dort. Und alles super steif und unnatürlich. Da sieht man schon, welche Priorität der europäische Markt hat.

Aber gibt es auf dem europäischen Markt eine Alternative?

Gibt es eine andere Plattform, auf der man Longform-Texte veröffentlichen kann, ohne dass es diesen Marketing-Vibe hat? Wo einfach nur der Text selbst im Mittelpunkt steht?

Steady vielleicht.

Und Steady ist auch echt cool. Ich habe selbst mehrere Publikationen dort abonniert. Aber „Publikation” ist eben schon das passende Wort. Steady fühlt sich so groß an. Als würde ich ein Medienunternehmen gründen.

Substack fühlt sich dagegen niedrigschwelliger an. Mehr nach erstmal schreiben und gucken, was sich daraus entwickelt als nach „Das ist jetzt meine Publikation”.

Aber niedrigschwelliger bedeutet eben auch, dass es hier so viel lauter ist. Substack entwickelt sich immer mehr zur nächsten Social-Media-Plattform mit Feed, Videos, GIFs, Podcasts tralalala. Und meiner bescheidenen Lebenserfahrung nach wird es in den nächsten Jahren eher noch mehr Bling-Bling geben als weniger. Die Dinge werden immer zu weit getrieben, bis sie nicht mehr funktionieren.

Ja, und dann ist da natürlich noch die Problematik, dass Substack mit der Verbreitung von rechtsextremen Inhalten und Verschwörungserzählungen Geld verdient.

Und trotzdem liest du jetzt diesen Text von mir auf Substack.

Ich habe mich also für Substack entschieden, auch wenn ich nach wie vor kein euphorisches Gefühl dabei habe.

Tja, aber was unterscheidet Leute, die gelesen werden, von Leuten, die nicht gelesen werden?

Die einen denken noch darüber nach, auf welcher perfekten Plattform sie denn nun schreiben, während die anderen einfach auf einer Plattform schreiben, die für den Moment gut genug ist.

PS: Und während ich diesen Artikel über Substack veröffentlichen will, klicke ich wieder mehrmals hin und her, weil ich schon wieder kurz davor bin, den Text über das falsche Profil zu veröffentlichen …

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