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Berliner Morgenpost · Aug 22, 2026

Iran gewährt irakischen Tankern freie Fahrt durch Hormus

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Wichtige Updates

Kreise: Iran-Konferenz in Istanbul wird verschoben

Brief an UN: Iran bezeichnet US-Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus

Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“

Iran droht Ländern mit „Konsequenzen“, wenn sie Trumps „Wirtschaftskrieg“ unterstützen

Jonas Stein

Jonas Stein

Kreise: Iran-Konferenz in Istanbul wird verschoben

Die auf deutsch-türkische Initiative geplante Konferenz über Lösungen für die im Iran-Krieg blockierte Straße von Hormus wird verschoben. Grund seien Terminschwierigkeiten eines Teilnehmers, hieß es aus deutschen Regierungskreisen in Berlin. Ein neuer Termin für das in der Türkei geplante Treffen steht demnach noch nicht fest.

Ursprünglich wollten sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und seine Kollegen aus der Türkei, Frankreich und Großbritannien an diesem Sonntag in Istanbul mit den Außenministern von Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten treffen. Bei den Beratungen sollte es um regionale Fragen wie die Sicherheit und die Freiheit der Seeschifffahrt in der Straße von Hormus gehen. 

Jonas Stein

Jonas Stein

Deutsche Chemie wird Krisenprofiteur des Iran-Kriegs

Die Stimmung in der krisengeplagten deutschen Chemieindustrie hat sich schlagartig aufgehellt: Erstmals seit vier Jahren schätzten die Chemieunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage im zu Ende gehenden August wieder positiv ein, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Der Indikator ist von minus 14,6 Punkten im Juli auf nunmehr plus 11,6 Punkte gestiegen. Ursache sind demnach durch den Iran-Krieg bedingte Ausfälle asiatischer Lieferungen. Der aus aktueller Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden Monate zusammengesetzte Indikator für das Geschäftsklima in der Branche stieg von minus 26,3 auf minus 2,4 Punkte.

Ifo-Wissenschaftlerin Anna Wolf sprach von einer „Sonderkonjunktur“. Denn der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus haben die Lieferung von Erdgas und anderen chemischen Grundstoffen nach Asien schwer beeinträchtigt. Folge sind Produktionsrückgänge. Außerdem hatte China Ausfuhrbeschränkungen für Schwefelsäure erlassen, eine für die Düngerherstellung und etliche andere Produkte benötigte Chemikalie. 

Und da die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen nach wie vor die Schifffahrt im Roten Meer und damit den Zugang zum Suezkanal bedrohen, nehmen viele Schiffe aus Asien den weiten Umweg um die Südspitze Afrikas, mit entsprechend höheren Kosten und längeren Lieferzeiten. 

Jonas Stein

Jonas Stein

Iran: Werden Netanjahu in die Hölle schicken

Der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats hat Israels Regierungschef mit dem Tod bedroht. "Wir werden Benjamin Netanjahu, den Ministerpräsidenten des zionistischen Regimes, in die Hölle schicken", sagte Mohsen Resai am Donnerstagabend in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehen. 

Resai wies außerdem Berichte zurück, wonach der Iran die Tötung von Barron Trump, einem der Söhne des US-Präsidenten geplant hätte. Netanjahu habe mit der Verbreitung falscher Nachrichten Donald Trump in Angst versetzen wollen. Tatsächlich hatte ein iranischer Staatssender vor wenigen Tagen ein Video mit dem Titel „Wo kann man Barron Trump töten?“ verbreitet.

Jonas Stein

Jonas Stein

Irans Außenminister: „Druck funktioniert nicht“

Irans Außenminister hat im festgefahrenen Konflikt mit den USA die Tür für eine diplomatische Lösung weiter offen gehalten. „Es ist nicht unmöglich, die Diplomatie wieder auf Kurs zu bringen“, schrieb Abbas Araghtschi auf X. Die USA müssten verstehen: „Druck funktioniert nicht. Die USA sollten Vertrauen aufbauen, respektvoll sprechen, unsere Rechte anerkennen und ihre Verpflichtungen einhalten“, fügte er hinzu.

In den vergangenen Tagen hatten regionale Staaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Am Montag war eine Delegation unter Leitung des pakistanischen Armeechefs Asim Munir in Teheran. Am Dienstag folgte Omans Außenminister Badr al-Busaidi. Am Donnerstag traf sich Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani mit Araghtschi.

Rund ein halbes Jahr nach Beginn des Iran-Kriegs steckt der Konflikt in einer Sackgasse. Iranischen Medienberichten zufolge stand bei den Gesprächen mit dem Oman vor allem eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus im Fokus. Der Iran fordert dafür von der US-Regierung Zugeständnisse, wie sie in einem Rahmenabkommen im Juni vereinbart worden waren. US-Präsident Donald Trump will den Iran derweil mit einem „Wirtschaftskrieg“ unter Druck setzen.

Oskar Schulz

Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen

In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Er sei in der Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Anders als in den meisten bisherigen Fällen machte die Behörde zu dem Angriff am Dienstag zunächst keine genaueren Angaben zum Ort des Zwischenfalls. Damit blieb unklar, ob der Tanker vor der Küste des Omans oder näher an der iranischen Küste getroffen worden war.

Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es weiter. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar. Zuletzt hatte die Behörde am Montag einen Angriff auf einen Tanker vor der omanischen Küste gemeldet.

Oskar Schulz

Brief an UN: Iran bezeichnet US-Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus

Der Iran hat die angedrohten jüngsten US-Sanktionen in einem Brief an die Vereinten Nationen als einen Akt staatlichen und wirtschaftlichen Terrorismus verurteilt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in dem auf der Plattform Telegram und in Staatsmedien veröffentlichten Brief, die USA versuchten, die "rechtmäßigen Wirtschaftsbeziehungen des Irans mit anderen Staaten zu beenden", nachdem sie ihre Ziele durch Krieg nicht hätten erreichen können. Der Brief richtet sich an UN-Generalsekretär António Guterres, den UN-Sicherheitsrat und die UN-Mitgliedstaaten. 

Araghtschi schrieb, die US-Sanktionen schadeten bewusst der Zivilbevölkerung, weil der Zugang zu Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Gütern eingeschränkt werden solle. Der Iran fordere den UN-Sicherheitsrat und die UN-Mitgliedstaaten auf, die "einseitigen Zwangsmaßnahmen und Sekundärsanktionen" durch die USA zu verurteilen und zurückzuweisen. Darüber hinaus sollten die Mitgliedstaaten die US-Sanktionen nicht anerkennen und umsetzen. Die USA müssten damit aufhören, souveräne Staaten zu zwingen, ihre rechtmäßigen Handelsbeziehungen mit dem Iran zu ändern. 

China hatte die angedrohten Sanktionen bereits kritisiert. Ein Wirtschaftskrieg führe nicht zu einer Lösung, sondern verschärfe Konflikte und störe die globale Finanzordnung, hieß es.

Leonhard Rosenauer

Iran sieht sich selbst militärisch gestärkt

Nach Angaben der iranischen Armee sind alle bislang im Iran-Krieg beschädigten Waffensysteme „wiederhergestellt“ worden. Es seien auch neue Systeme importiert worden, sagte Armeesprecher Mohammed Akraminia am Mittwoch nach Angaben des staatlichen Fernsehens.

Die neuen Systeme kämen von der heimischen Rüstungsindustrie oder der Armee. Einige seien zudem aus dem Ausland importiert worden. „Diese Ausrüstung hat unsere Kampfkraft verbessert“, fügte er hinzu. Der Iran habe nun seine Militärdoktrin von defensiv auf offensiv umgestellt. 

Leonhard Rosenauer

Netanjahu glaubt nicht an Abkommen mit Iran

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu schließt ein diplomatisches Abkommen mit der iranischen Führung nach eigenen Worten aus. Er bezweifle, „dass mit dieser Gruppe dort, mit diesen Wilden, eine Einigung erzielt werden kann“, sagte Netanjahu mit Blick auf die Führung in Teheran am Dienstagabend in Jerusalem bei einer Veranstaltung für israelische Siedler im besetzten Westjordanland. „Ich sage Ihnen - eine Einigung kann nicht erzielt werden.“

Leonhard Rosenauer

Iran droht im Exil arbeitenden Journalisten mit Angriffen

Irans Streitkräfte haben mehrere persischsprachige Exilsender als mögliche Ziele von Angriffen ausgemacht. Militärsprecher Abolfasl Schekartschi nannte etwa den Sender BBC mit seinem persischsprachigen Programm, Iran International und Radio Farda, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Der General unterstellte den Medien, mit den Geheimdiensten in Israel und den USA verbunden zu sein.

Wie genau solche Angriffe aussehen könnten, ließ der Militärsprecher offen. Die Exilsender, die im Iran von einer breiten Mehrheit konsumiert werden, unterhalten vor allem in Europa und den USA ihre Büros. Eine große Mehrheit der iranischen Bevölkerung misstraut den staatlich kontrollierten Medien im Land, die selbst in Friedenszeiten der Zensur unterliegen. Im Krieg hat der Staat die Kontrolle über die lokalen Medien abermals verschärft. 

Louisa Thönig

Louisa Thönig

Iran und Oman verhandeln über Schifffahrtskorridor in Straße von Hormus 

Im Streit um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus schreiten Verhandlungen zwischen den Anrainerstaaten Iran und dem Oman über neue Regelungen fort. Er sei hoffnungsvoll, schon bald einen zwischenzeitlichen Schifffahrtskorridor für die Meerenge bekanntgeben zu können, schrieb der omanische Außenminister Badr al-Busaidi auf der Plattform X nach Gesprächen am Dienstag.

Der iranische staatliche Rundfunk Irib verbreitete eine gemeinsame Stellungnahme Irans und Omans, nach der die beiden Staaten ein schrittweises Vorgehen für die Neuregelung der Schifffahrt sowie der Minenräumung in der Straße von Hormus besprochen hätten. 

Leonhard Rosenauer

Trump droht Iran mit Zerstörung von minenlegenden Schiffen

Im festgefahrenen Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen legen. Er verwies auf eine "Null-Toleranz-Politik" bei der Verminung der Meerenge, wie er auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Bereits Mitte April hatte Trump ähnliche Drohungen ausgesprochen.

Trump behauptete nun ferner, dass die US-Raumfahrtabteilung (Space Force) die Straße von Hormus, die mutmaßliche und bislang kaum bekannte Atomeinrichtung "Pickaxe Mountain" und drei weitere Nuklearanlagen genauestens im Blick habe.

Der Präsident verwies zudem darauf, dass sein Militär ihn darüber informiert habe, dass alle Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Trump hatte bereits Mitte August behauptet, dass in der Meerenge sämtliche Sprengkörper entfernt oder gesprengt worden seien. Damals knüpfte er seine Aussagen daran, dass die Straße von Hormus angeblich vollständig geöffnet sei. Doch auch fast anderthalb Monate danach liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau.

Oskar Schulz

Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen

In der Straße von Hormus ist erneut ein Öltanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem «unbekannten Geschoss» getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Dabei sei der Maschinenraum beschädigt und das Schiff manövrierunfähig gemacht worden. Die Besatzung sei in Sicherheit, hieß es. Der Vorfall ereignete sich demnach neun Seemeilen (rund 17 Kilometer) nordöstlich des Ortes Asch Schischah. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb unklar.

Louisa Thönig

Louisa Thönig

Ukraine und Iran: Wadephul telefoniert mit Rubio

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und US-Außenminister Marco Rubio haben telefonisch über die Ukraine und den Iran beraten. Beide Politiker hätten die „Bedeutung eines dauerhaften und belastbaren Friedens zwischen Russland und der Ukraine“ betont, teilte das US-Außenministerium am Montag in Washington mit. Das Gespräch fand am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine von der Sowjetunion statt.

Rubio und Wadephul hätten sich zudem entschlossen gezeigt, die „Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus“ sicherzustellen, erklärte Rubios Sprecher Tommy Pigott weiter. Ein gemeinsames Interesse bestehe überdies darin, „dass der Iran niemals eine Atomwaffe entwickelt oder erwirbt“. Wadephul hatte das Telefonat mit Rubio am Samstag bei einem Besuch in der Ukraine angekündigt. 

Louisa Thönig

Louisa Thönig

Netanjahu: Iran versuchte einen meiner Söhne „zu töten“

Der Iran hat nach den Worten von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu versucht, einen seiner beiden Söhne zu töten. „Etwas Unglaubliches ist geschehen: Der Iran hat einen meiner Söhne ins Visier genommen“, sagte Netanjahu in einem Telefoninterview mit dem israelischen Sender Channel 14 am Montag. Der Iran habe „versucht, einen meiner Söhne zu töten“, sagte der Regierungschef, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Vivien Valentiner

Vivien Valentiner

Iran droht Ländern mit „Konsequenzen“, wenn sie Trumps „Wirtschaftskrieg“ unterstützen

Der Iran hat Ländern mit „Konsequenzen“ gedroht, die sich dem wirtschaftlichen Druck der USA gegen Teheran anschließen. „Jede Komplizenschaft mit Amerika bei der Ausführung seiner aggressiven Maßnahmen gegen den Iran wird definitiv Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei am Montag.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angesichts der stockenden Verhandlungen mit Teheran einen umfassenden „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran angekündigt. Es werde sich um „die vernichtendste Wirtschaftsoperation“ aller Zeiten handeln, erklärte er. Zudem drohte Trump jedem Land, das den Iran unterstütze oder mit ihm Geschäfte mache, mit „enormen“ Strafmaßnahmen.

Am Montag will US-Finanzminister Scott Bessent sich in einer Pressekonferenz dazu äußern, wie genau Washington den wirtschaftlichen Druck auf den Iran erhöhen will. In einem Beitrag in der britischen Zeitung „Financial Times“ kündigte Bessent die „größte finanzielle Offensive“ an, welche die USA jemals gegen einen Gegner mobilisiert hätten.

Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi sagte, die Druckkampagne widerlege die Erklärungen der USA, sie hätten Teherans militärische und nukleare Fähigkeiten zerschlagen. „Sie behaupten, die militärische Macht des Iran sei ‚zerschlagen‘, 100 Prozent seiner Militärfabriken seien ‚zerstört‘ und sein Atomprogramm sei ‚begraben‘", erklärte Gharibabadi im Onlinedienst X.

„Es bedarf der 'größten finanziellen Invasion der Geschichte' und der Mobilisierung 'aller Institutionen und Kräfte' der Vereinigten Staaten! Ist das ein Sieg oder ein Eingeständnis der Niederlage Amerikas?", fuhr Gharibabadi fort. 

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