Wichtige Updates
Marineinspekteur: Russland „aggressiv auf See“
Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato
Slowakei: Polizei vereitelt Brandanschlag auf Drohnenfabrik
Selenskyj zu Ukraine-Partnern: „Wir brauchen viel mehr Geld“
Jonas Stein

Kreml: Momentan keine Friedensgespräche mit Ukraine
Die Ukraine und Russland führen aktuell nach Angaben des Kremls keine Friedensgespräche. „Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen «ausgezeichnet.
Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.
Jonas Stein

Tote und Verletzte bei russisch-ukrainischen Drohnenattacken
Bei ukrainischen Drohnenangriffen ist in der zentralrussischen Region Jaroslawl mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Weitere 27 seien unter anderem durch herabstürzende Drohnentrümmer verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Michail Jewrajew, bei Telegram mit. Die Einsatzkräfte hätten mehrere Brände unverzüglich gelöscht. Insgesamt wurden demnach 67 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Der ukrainische Generalstab bestätigte die Drohnenangriffe in einer auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Mitteilung. Ziel war demnach eine Ölraffinerie des Unternehmens „Slavneft“, auf deren Betriebsgelände ein Brand ausbrach. Jaroslawl liegt nordöstlich der russischen Hauptstadt Moskau und ist etwa 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Jonas Stein

Von Notz fordert entschiedenes Vorgehen gegen russische Schattenflotte
Anlässlich eines Treffens der Innenminister der Ostsee-Anrainerstaaten hat der Grünen-Sicherheitspolitiker Konstantin von Notz gemeinsame Maßnahmen gegen die sogenannte russische Schattenflotte gefordert. Es handele sich um „1300 Schiffe, die jeden Tag das Geld für diesen Krieg in Europa ranschaffen“, sagte von Notz am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Schattenflotte fahre jeden Tag durch die Ostsee. Die Innenminister müssten miteinander sprechen, „wie man da effektiv gegen vorgeht“.
Es müsse dafür gesorgt werden, dass nicht nur direkte Rohstofflieferungen aus Russland boykottiert werden, sondern auch verarbeitete Produkte. Der Grünen-Politiker forderte ein stärkeres Vorgehen gegen die Schattenflotte auch als Reaktion auf die Zunahme hybrider Angriffe, für die Russland verdächtigt wird.
„Man darf sich das nicht gefallen lassen“, sagte von Notz. „Diese Aggression richtet sich gegen Deutschland und Europa. Und wenn man darauf zahm und phlegmatisch reagiert, dann geht das immer so weiter.“
Jonas Stein

Behörden: Ein Toter durch russischen Drohnenangriff in Cherson
Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Cherson ist nach Behördenangaben ein Mann getötet worden. Drei weitere Menschen seien am Freitagmorgen mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, erklärte der Leiter der Stadtverwaltung, Jaroslaw Schanko. Die Drohne schlug demnach im Stadtviertel Korabelnyji ein.
Am Donnerstag hatten die Behörden angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson die Einwohner dazu aufgerufen, die Stadt möglichst zu verlassen. Der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, erklärte, es bestehe die Gefahr, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Cherson liegt nahe der Front. Vor dem Krieg lebten in der Stadt rund 280.000 Menschen. Von März bis November 2022 stand Cherson unter russischer Kontrolle. Im vergangenen Winter hatte die russische Armee immer wieder ukrainische Kraftwerke angegriffen und damit zeitweise Millionen Menschen in Kälte und Dunkelheit gestürzt.
Jonas Stein

Marineinspekteur: Russland „aggressiv auf See“
Marineinspekteur Jan Christian Kaack sieht eine konstant hohe russische Bedrohung vor allem in der Ostsee. Die Marine des Landes sei „aggressiv auf See, durch das Ausspähen von Stützpunkten und Einheiten, durch Einschüchterungs- und Sabotageversuche, Drohnenüberflüge sowie den Einsatz der Schattenflotte in der Ostsee“, sagte der Vizeadmiral in Berlin.
Er machte deutlich, dass Russland die Schiffe dieser sogenannten Schattenflotte inzwischen auch mit Waffen schützt, entweder durch Marineschiffe oder auch durch Wachteams an Bord. Allerdings sei diese Aufgabe für die russische Marine auch eine zusätzliche Belastung. Der Vizeadmiral sagte: „Das nutzt eine Marine, die auch nicht unendliche Ressourcen hat, auch in einem gewissen Maße ab.“
Der Schattenflotte werden Tanker und Frachtschiffe zugerechnet, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Moskau versucht damit, einen westlichen Preisdeckel für russische Ölexporte in Drittstaaten zu umgehen. Die Schiffe fahren unter anderer Flagge, schalten nach westlichen Angaben ihr automatisches Schiffsidentifizierungssystem aus oder pumpen die Ladung auf See auf einen anderen Tanker, verschleiern also die Herkunft.
Paulina Cwiartka

Cherson: Gouverneur ruft Einwohner der ukrainischen Stadt zur Evakuierung auf
Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. „Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt“, schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandre Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe wird befürchtet, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Oskar Schulz
Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato
CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Das berichteten das "Wall Street Journal" und das Magazin "Politico" unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Der Chef des US-Geheimdienstes hatte die russische Hauptstadt am Dienstag besucht. Über den Inhalt seiner Gespräche wurde allerdings nur wenig bekannt.
Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen Nato-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.
Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche "zwischen den Geheimdiensten" nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.
Leonhard Rosenauer
CIA-Chef Ratcliff offenbar in Kontakt mit russischen Geheimdiensten
Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist bei seinem Besuch in Moskau nach Kreml-Angaben in Kontakt mit russischen Geheimdiensten gestanden. Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin habe nicht stattgefunden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Putin sei allerdings über den Inhalt der Kontakte informiert worden.
Angaben zu den behandelten Themen machte er nicht und ließ auch offen, ob dabei über den Krieg in der Ukraine gesprochen wurde. Weitere Kontakte seien derzeit nicht geplant. Das Weiße Haus und die CIA äußerten sich zunächst nicht zu Ratcliffes Besuch.
Kreml-Sprecher Peskow bezeichnete den Austausch zwischen den Geheimdiensten als „positive Entwicklung“. Es sei jedoch „zu früh, um zu sagen, inwieweit sich dies auf den Prozess auswirken wird, unsere Beziehungen aus der Krise herauszuführen“, sagte der Kreml-Sprecher mit Blick auf das Verhältnis zwischen Russland und den USA.
Leonhard Rosenauer
Russland will deutschen Journalisten festnehmen lassen
Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erließ gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde "Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit" vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.
Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der "FAZ" zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien - eine Arbeitsregion des Journalisten - das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.
Leonhard Rosenauer
Russland meldet mehrere Tote und Dutzende Verletzte nach Brand in Chemiewerk
Bei einem Brand in einem im Bau befindlichen Chemiewerk in der Amur-Region in Russlands Fernem Osten sind nach Behördenangaben mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Acht weitere Mitarbeiter würden vermisst, teilte das Unternehmen AGCHK mit.
Insgesamt seien 36 Verletzte in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Das Katastrophenministerium schickte ein Flugzeug mit Ärzteteams, das Schwerverletzte in Spezialkliniken transportieren sollte.
Louisa Thönig

Ukraine startet neue Welle von Drohnenangriffen auf Russland
Bei einer neuen Welle von ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Bei den Toten handele es sich um einen Mann und ein 14-jähriges Mädchen, teilte der Gouverneur der Region Lipezk, Igor Artamonow, nach Angaben der Agentur Interfax mit. Eine Drohne sei auf ihr Haus gestürzt und habe dieses in Brand gesetzt.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht auf Mittwoch 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau war Ziel der Angriffe. Die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl meldeten wegen Luftalarms zeitweise ausgesetzte Starts und Landungen.
In der Region Tambow etwa 600 Kilometer südöstlich von Moskau wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Versandhändlers Wildberries Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs. Der Brand in dem Lager in Kotowsk habe sich auf 100.000 Quadratmeter ausgedehnt, teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Perwyschow, mit.
Louisa Thönig

Oskar Schulz
Slowakei: Polizei vereitelt Brandanschlag auf Drohnenfabrik
Die slowakische Polizei hat nach eigenen Angaben einen geplanten Brandanschlag auf eine Drohnenfabrik im Osten des Landes vereitelt. Wäre der Anschlag ausgeführt worden, hätte er „einen Großbrand verursachen können“, erklärte die Polizei am Dienstag. Dadurch hätten rund 70 Beschäftigte gefährdet und Sachwerte in Höhe von mehreren zehn Millionen Euro beschädigt werden können. Nähere Angaben zum betroffenen Unternehmen machte die Polizei nicht.
Zwei Verdächtige seien in der Slowakei und ein weiterer in Deutschland festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Weitere Angaben zu den Verdächtigen oder mutmaßlichen Auftraggebern machte die Polizei zunächst nicht, auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lehnte sie zusätzliche Auskünfte ab.
Das EU- und Nato-Mitglied Slowakei grenzt im Osten an die Ukraine. Im Land stellen mehrere Unternehmen Drohnen her, darunter die ukrainische Firma Skyeton. Die Polizei erklärte, den drei festgenommenen Verdächtigen werde vorgeworfen, „im Auftrag“ gehandelt und den Anschlag vorbereitet zu haben. Keiner der Festgenommenen sei slowakischer Staatsbürger. Die Ermittler seien aufgrund von Informationen des slowakischen Geheimdienstes tätig geworden. Bei ihren Einsätzen beschlagnahmte die Polizei eigenen Angaben zufolge unter anderem eine „große Menge“ eines Brandgemischs sowie Werkzeuge und Mobiltelefone.
Leonhard Rosenauer
Selenskyj dankt Deutschland und Merz für Unterstützung im Ukraine-Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Kanzler Friedrich Merz (CDU) für die deutsche Unterstützung bei der Verteidigung des Landes gedankt. Deutschland sei führend bei der Erhaltung der Unabhängigkeit Ukraine. "Unzählige Leben wurden bewahrt dank der deutschen Hilfe", teilte Selenskyj bei X mit - in einer Danksagung nach dem am Montag groß gefeierten 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine.

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