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Solum Datur Tertium · Oct 25, 2025

Stolpern

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Klaus Peters · Solum Datur Tertium

Man kann nicht stolpern über etwas, das nicht da ist.

Dass etwas nicht da ist, entdecken wir nur, wenn wir danach suchen. Wir suchen aber nur, wenn wir vorher wissen, was wir suchen.

Dagegen können wir das, was da ist, auch finden, wenn wir nicht danach suchen, indem wir zum Beispiel darüber stolpern. Und wir stolpern auch über Dinge, von denen wir noch gar nicht wissen, was sie sind. Es genügt, dass sie da sind.

Dass man über Dinge, die nicht da sind, nicht stolpert, hat nicht nur Vorteile.

Ein Beispiel.

Auf die Frage, wen er verdächtige, antwortet der Detektiv in The Thin Man: “Mimi, Jorgensen, Wynant, Nunheim, Gilbert, Dorothy, Aunt Alice, Morelli, you, me, or Guild. Maybe Studsy did it. How about shaking up a drink?”[1] Das sieht nach Spott über die Frage aus, denn die Liste enthält Personen, die hier gar nicht in Frage kommen. Und doch gibt die Antwort einen Hinweis auf den Verdächtigten: Er ist die einzige Romanperson, die in der Aufzählung fehlt.

Darüber stolpert man nicht. Das heißt: wenn man mitbekommen will, was fehlt (und ob etwas fehlt), benötigt man eine andere Art von Aufmerksamkeit als in Fällen, in denen man nur das Stolpern vermeiden will.

[1] Dashiell Hammett, The Thin Man. New York, 1942. Chapter 17. - Es fehlt der Anwalt (McCauley).

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