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Kai Stührenberg · Mar 29, 2026

Klimapolitik

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Kai Stührenberg · Kai Stührenberg

Kein anderes Thema ist so ernst und wird gleichzeitig so erfolgreich verdrängt. Jeder gebildete Mensch und die die sich dafür halten ist für eine CO2 neutrale Welt. Angesichts der Veränderungen des Klimas und der daraus resultierenden Folgen auch nur logisch.

Natürlich gibt es eine unbelehrbare fossile Lobby und einige Spinner, die das Ganze nicht wahrhaben wollen. Das Paradoxon ist, dass man medial zwar schnell die schuldigen ausgemacht hat aber wir tatsächlich zum großen Teil mehr über Klimaschutz reden als dazu beizutragen. Es ist wohl kaum zu belegen, dass die junge Generation, deutlich weniger CO2 verbraucht als die sogenannten Boomer. Der Gebrauch von IT, Mobile Devices und jetzt KI sind nur ein Argument für diese These, wie auch der Umstand, dass gerade junge Leute heute mehr fliegen als je zuvor.

Wir sind also stark im postulieren aber schwach in der Umsetzung.

Auf der anderen Seite führte uns der ehemalige grüne Wirtschaftsminister in eine Klimapolitik, die auch eher von Kompromissen und Symbolen geprägt ist, als durch echte CO2 Einsparungen. Dazu werden die sozialen Auswirkungen komplett ignoriert. Zur Kasse gebeten werden die Bürger:Innen für Wärmepumpen, auch da wo sie keinen Sinn machen, durch höhere Preise für Energieträger und eine Wirtschaft, die nicht mehr funktioniert. Gute Ansätze, die leider alle schlecht in der Umsetzung sind, sorgen für das Gegenteil von Akzeptanz und erzeugen Widerstand gegen das im Grunde vernünftige Ziel. Das Ergebnis erleben wir heute mit einer übertriebenen Abkehr vom Klimaschutz und fossilen Exzessen der neuen Wirtschaftsministerin. Hier wieder ein klassischer Fall von gesellschaftlicher Reaktanz, die im Grunde so bedauerlich, wie auch vorhersehbar ist.

Machen wir uns bewusst, wie groß der Anteil von Deutschland an den weltweiten CO2 Emissionen ist, dann wird aber auch klar, dass wir maßvoll agieren müssen. Denn wenn wir als Wirtschaftsnation nicht mehr relevant sind, werden wir alles andere als ein Vorbild für andere Länder sein. Klimapolitik funktioniert nur, wenn es den Menschen gut geht. Ist das nicht der Fall treten solche Themen leider in den Hintergrund. Daher kann das nur Hand in Hand funktionieren.

Eine Politik, die Millionen zur „Vernunft“ zwingen will aber Luxusjachten, Container- und Kreuzfahrtschiffe oder Privatflieger:innen unangetastet lässt, wird niemals wirklich glaubwürdig agieren können, denn wir alle wissen, dass der reichste Teil der Menschheit den größten Teil der CO2-missionen verursacht.

Also braucht es einen Weg, der die Wirtschaft nicht gefährdet und die Mittelschicht nicht zu sehr belastet. Ohne Reduktion beim Konsum, nachhaltigere Produkte und etwas Degrowth insgesamt wird es nicht gehen, auch nicht ganz ohne persönliche Opfer. Diese müssen aber sichtbar gerecht verteilt werden und genau da hat die bisherige Klimapolitik, z.B. während der Ampel gehakt.

Autokratische Staaten, wie z.B,. China sind bei dem Thema besser, w il sie keinen gesellschaftlichen Diskurs führen müssen. Das kann nicht unser Ziel sein, wohl aber eine höhere Geschwindigkeit bei gleichzeitigem Augenmaß zur Vermeidung gesellschaftlicher Reaktanz.

Was neben Innovation und den Anstrengungen der Industrie benötigt wird, ist aber auch internationales Handeln. Regulieren wir z.B. die Emissionen von Schiffen auf Europäischer Ebene und sorgen wir dafür, dass die Länder, die Regenwald haben, finanziell dafür von der Weltgemeinschaft bezahlt werden, ihn nicht abzuholzen. Nur wenn wir hier global denken und auch agieren, ist ein Erfolg machbar. Überlässt man es den Nationen alleine, wird sich nichts ändern, weil das systemische, das vernünftige immer besiegen wird. Außer Deutschland wird kein anderes Land die eigenen wirtschaftlichen Interessen hinter dem Klimagedanken zurückstellen. Darin liegt für uns eine Gefahr.

Sorgen also wir für nachhaltige Energien und Klimabewusstsein aber tun wir das innerhalb einer prosperierenden Wirtschaft. Nur dann werden wir wirklich souverän und erfolgreich sein können.

Kurzgefasst: Beim Umbau zu mehr Klimaneutralität immer die Wettbewerbsfähigkeit im Auge behalten, die Folgen sozial gerecht verteilen, Härten abfedern und europäisch übergreifend agieren. Dabei aber immer die Entwicklungen im Ausland im Blick behalten, weil ohne Wohlstand wird es mit dem Klimaschutz nichts.

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