Viele Coaching-Gespräche beginnen mit einer ausführlichen Beschreibung des Problems. Was alles nicht funktioniert, warum etwas schwierig ist, wer beteiligt ist und weshalb bisherige Versuche gescheitert sind. Das kann entlastend sein – führt aber nicht automatisch zu Veränderung.
Das lösungsorientierte Kurz-Coaching setzt an einem anderen Punkt an. Es richtet den Blick früh auf das, was anders werden soll, statt das Problem weiter auszuleuchten. Nicht aus Ungeduld, sondern aus einer klaren Annahme heraus: Menschen verfügen bereits über Ressourcen, Erfahrungen und Kompetenzen, die sie für eine Lösung nutzen können.
Gerade in Situationen, in denen wenig Zeit zur Verfügung steht oder der Auftrag eher pragmatisch ist, entfaltet dieses Vorgehen seine Stärke. Statt lange Ursachen zu analysieren, wird gefragt:
Woran würden Sie merken, dass das Coaching hilfreich war?
Was wäre dann konkret anders?
Was funktioniert vielleicht schon ein wenig – trotz des Problems?
Das lösungsorientierte Kurz-Coaching eignet sich besonders für klare, begrenzte Anliegen, für Erstgespräche und kurze Coaching-Sequenzen sowie dann, wenn Coachees sich im Kreis drehen oder festgefahren wirken.
Weniger geeignet ist es dort, wo emotionale Verarbeitung, Trauerarbeit oder tiefgehende biografische Themen im Vordergrund stehen. Auch das gehört zur Professionalität: nicht jedes Tool überall einzusetzen.
Im folgenden Teil finden Sie die konkrete Vorgehensweise, typische Fragen sowie Hinweise für die Anwendung im Coaching-Alltag. Das PDF mit dem vollständigen Tool steht Ihnen zusätzlich als Download zur Verfügung und kann direkt im Coaching eingesetzt werden.

Comments
Nothing yet. Say the first thing.
Sign in to join the conversation.