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Mit dem 21. Juni hat sich Gera wieder einen Namen als Kultur- und Sportstadt gemacht. Vormittags internationaler Sport mit dem Eintagesradrennen der Profi-Frauen. In der zweiten Tageshälfte machte die Fête de la Musique die Altstadt zur musikalischen Bühne. Beim Radrennen waren wir zu zweit für Gerda unterwegs und haben ganze 3000 Fotos gemacht. Geht leider schnell bei Sportauslöse. Weniger schnell geht das Aussortieren. Am Ende sind rund 160 Bilder in einer schönen Fotostory gelandet.
Trotz des vielen Materials vom Vormittag war noch Zeit für die Fête. So schön solche Feste sind, so ganz privat kann man sie als Lokaljournalist nicht genießen. Da macht man dann doch noch ein paar Fotos, trifft Leserschaft und Gesprächspartner, mit denen man quatscht. Bei der Fete traf ich zum Beispiel zufällig die beiden frischgewählten Ortsteilbürgermeister*innen Kerstin Paulick (Bieblach/Tinz) und Luis Schäfer (Innenstadt), die ich direkt porträtieren und befragen konnte. Gerade die Innenstadt ist besonders interessant, da sich dieser Ortsteil am meisten bewegt und am häufigsten in der Berichterstattung auftaucht. Das sieht man auch wieder in dieser Newsletter-Ausgabe. Von Schäfer habe ich mir zudem erzählen lassen, wie er als eigentlicher Außenseiter die Wahl für sich entscheiden konnte. Seine Methode: Haustürwahlkampf. Er sprach davon, bei rund 4000 Haushalten gewesen zu sein, wo er mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch kam. Und tatsächlich hat es geholfen. Ich habe von Bewohner*innen der Innenstadt die Rückmeldung bekommen, dass sie Schäfer gewählt haben, weil sie ihn als einzigen Kandidaten kannten.
Die offizielle Vereidigung findet am 1. Juli um 16 Uhr im Rathaus, kurz vor der Stadtratssitzung, statt. Dort kann man die Ortsteilbürgermeister*innen auch noch einmal kennenlernen, falls sie ausgerechnet bei euch nicht geklingelt haben. Und die Stadtratssitzung verspricht auch spannend zu werden. Das Baudezernat hat einen Großteil der Vorlagen eingebracht.
Bis dahin viel Spaß beim Erkunden dieses Newsletters.
Euer Jacob von Gerda
Nachdem keiner der antretenden Kandidaten die eindeutige Mehrheit geholt hatte, war für das Ortsteilbürgermeisteramt Innenstadt eine Stichwahl notwendig. Nachdem Einzelkandidat Luis Schäfer im ersten Wahlgang mit 959 Stimmen bereits fast 40 % geholt hatte, konnte er sich mit 943 Stimmen den Sieg im zweiten Wahlgang holen. Mitbewerber Ingo Süß vom Bündnis Gera kam nur auf 497 Stimmen (zuvor 770 Stimmen). Süß konnte jedoch in den Ortsteilrat einziehen und wird in dieser Position der Innenstadt dienen. Die Wahlbeteiligung war sehr gering, von 11.669 Wahlberechtigten gingen lediglich 1.453 Menschen an die Wahlurne.
Auch im Ortsteil Bieblach-Tinz war eine Stichwahl notwendig. Nachdem AfD-Stadtrat Frank Morgenroth (AfD) noch im ersten Wahlgang mit 381 Stimmen führte, überholte ihn die Gästeführerin Kerstin Paulick. Sie holte zuvor 335 Stimmen und kam nun auf 595 abgegebene Zustimmungen. Morgenroth verlor Stimmen. Bei ihm waren es im zweiten Wahlgang nur 249 Stimmen. Die anderen beiden Kandidaten Michael Kinder (CDU) und Nicole Hanelt hatten Paulick in der Stichwahl unterstützt. Morgenroth, der stattdessen einen Sitz im Ortsteilrat übernimmt, bekam vor allem Unterstützung von seinem Parteikollegen Stephan Brandner.
Im Anschluss an das Sportprogramm gab es am 21. Juni Kulturprogramm in der Altstadt. An verschiedenen Ecken lockten vielfältige Musik und vielfältiges Essen tausende Menschen in die Stadt zur Fête de la Musique. Besonders belebt zeigte sich der Steinweg. Neben Live-Musik und diversen Versorgungsangeboten wurde die Gasse mit einer langen Tafel gefüllt. Auch auf dem Kornmarkt gab es eine schöne Wohnzimmer-Atmosphäre vor dem Röstkollektiv. Hier spielte die Musik an dem Tag am längsten.
Einige unerlaubt angebrachte Plakate sorgten am Morgen des 19. Juni für Aufregung. Entlang der Straßenbahnlinien 1 und 3 haben Unbekannte rund zwei Dutzend bundeswehrkritische Plakate in die Schaufensterkästen gehängt. So gab es zwei unterschiedliche Motive: „Unser Geschäft: Mord“ und „Heute endlich mal fürs Vaterland 'ne Drohne fangen“, beide im Design von Plakaten, die die Bundeswehr sonst für eigene Werbeauftritte verwendet. Die Stadt Gera fühlte sich durch die Plakate veranlasst, ein Statement zu veröffentlichen. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von solchen Aktionen, die in keinem Zusammenhang mit der Stadt Gera stehen“, heißt es darin. Außerdem wurde in Absprache mit der Landespolizeiinspektion Gera (LPI-G) Strafanzeige erstattet. Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, wurden je ein Exemplar pro Motiv von der Polizei beschlagnahmt und der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Die prüft derzeit, ob es sich um ein Vergehen nach §109d StGB (Stör-Propaganda gegen die Bundeswehr) handelt. Den Rest der Plakate haben die GVB entfernt.
Ein Jahr zuvor gab es bereits eine ähnliche Aktion mit Plakaten, die eine Nähe des Veteranentages der Bundeswehr zu „Nazipreppern“ kritisierten. Die Aktion damals war Teil einer bundesweiten Kampagne des Antimilitaristischen Netzwerks. Auf der Plattform Indymedia, die vor allem von autonomen und anarchistischen Linken für Bekennerschreiben, Szeneaustausch und Nazi-Outings verwendet wird, tauchte am 25. Juni ein Schreiben auf, in dem sich die „Lose PlakatInitiative Gera (LPI-G)“ zu den neuen Plakaten bekannte. In dem Schreiben amüsierte man sich über die Panik, die ausgelöst worden war. „Dass die Stadt Gera sich explizit von den Inhalten der Plakate distanziert, kann nur als Realsatire bezeichnet werden“, erklärt deren Sprecher*in Millie Tans „Will die Stadt etwa leugnen, dass Armeen hauptsächlich mit Krieg, Töten und Sterben zu tun haben? Letztlich distanziert sich die Stadtverwaltung damit von der Bundeswehr, ohne es selbst zu merken. Für diese Ehrlichkeit können wir uns nur bedanken; genau deshalb haben wir die Aktion durchgeführt!“. Im Schreiben wird auch kritisiert, dass das Luftwaffenmusikkorps der Bundeswehr Erfurt das Eröffnungskonzert der Fête de la Musique in Gera bespielte. Im Kern der Aktion wird vor allem die Verharmlosung von Krieg und Militär kritisiert.
In ihrem Schreiben betont die Lose PlakatInitiative Gera, dass „die Polizei uns gleich in der ersten Pressemitteilung attestiert, weder Sachbeschädigung noch Diebstahl begangen zu haben. Wir nehmen das Lob dankend an und freuen uns auf die baldige Einstellung der eingeleiteten Verfahren!“ Vergleichbare Aktionen sind juristisch in den vergangenen Jahren meist mit Freispruch oder Einstellung ausgegangen. Im Netz, unter anderem auf Indymedia, finden sich Anleitungen, wie man solche Werbevitrinen beschädigungsfrei öffnet, um Sachbeschädigung und Diebstahl zu vermeiden. Die Aktivist*innen kritisierten auch, dass wohl durch die Polizeibeamten eine Vitrine in Tinz beschädigt wurde.
Nach zwei Wochen Untermhaus führte die Route der Rechten diesmal wieder durch die Innenstadt. Als speziellen Gast hatte man diesmal Björn Winter alias Björn Banane da. Der in Gera geborene Winter machte sich einst einen Namen als Malle-Partysänger. Mit der Corona-Pandemie orientierte er sich um und bespielt seitdem rechtes und verschwörungsideologisches Publikum. Wenn er nicht gerade für die AfD in Brandenburg arbeitet, gibt er sich als unabhängiger Reporter. So auch in Gera. Dabei schmückt er sich mit einem Presseausweis vom Deutschen Verband der Pressejournalisten (DVPJ). Diesen bekommt man gegen einmalige Aufnahmegebühr im Internet. „Keine diskriminierende Offenlegung von Verdienst- oder Arbeitsnachweisen“, wirbt der DVPJ auf seiner Webseite und stellt damit klar, dass keine journalistische Tätigkeit notwendig ist, um diesen zu bekommen. Tatsächlich gehört der DVPJ nicht zu den Ausstellern, die von Presserat und Innenministerkonferenz anerkannt sind.
Abgesehen davon, dass Winter zu Beginn beim Gegenprotest provozierte und später lange mit dem Versammlungsleiter vom Gegenprotest sprach, blieb es an jenem Tag ruhig. Bei der Kulturkundgebung „Gutes für Gera“ gab es Musik von Alehlokapi aus Leipzig. Die junge Künstlerin bewegt sich musikalisch in den Genres Neo-Soul, Contemporary R&B und Alternative Pop.
Text: Paul Kurz
Während bei der Kulturkundgebung „Gutes für Gera“ am Theater über den geplanten Protest vom Aktionsnetzwerk Widersetzen gegen den Bundesparteitag der AfD in Erfurt am 4. Juli informiert wurde und der Posaunenchor Gera für musikalische Untermalung sorgte, zogen die Rechten durch die Innenstadt. Auf der neuen Mitte hielten sie wie üblich Reden. Erst sprach Versammlungsleiter Siegmar S. aus dem Landkreis Greiz über Steuern, Benzinpreise und darüber, dass die Leute heutzutage von Polizei, Vollzugsbeamten, Gerichtsvollziehern und staatlichen Behörden ausgeraubt werden. Anschließend las ein langjähriger Teilnehmer aus Gera aus einem Brief vor, den er über die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner an Parlamentarier geschickt hat. Darin sprach er zu Wirtschaftsthemen und kritisierte den „werten Westen“, die Aufrüstung und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er nannte die Ukraine ein Waffentestgelände und forderte einen Stopp von Waffenlieferungen. In Russland sah er keinen Feind, sondern einen Wirtschaftspartner. Beim Gegenprotest von „Gutes für Gera“ gegen die rechte Demo gab es keine besonderen Vorkommnisse.
Text: Paul Kurz
Damit die Nutzung des öffentlichen Raumes in Gera angenehmer wird, plant die Stadt Gera den Ausbau von öffentlichen Toiletten. Bislang gibt es in der Innenstadt lediglich im Rathaus und im KuK freizugängliche Toiletten. In dem ehemaligen Schlüsseldienst-/Schuhmacher-Gebäude an der Haltestelle Sorge/Markt soll bis Ende 2026 eine weitere hinzukommen. 2027 soll es zudem eine Toilette im Eingangsbereich Martinsgrund am Tierpark geben. Mit der zusätzlichen Beschaffung von Sanitärcontainern möchte die Stadt die Bedarfe, gerade bei Veranstaltungen, decken. Außerdem übernimmt die Stadt Gera mit dem Pilotprojekt „FerienMobil“ die Hälfte der Kosten für das Schüler-Ferienticket Thüringen 2026. So kostet es nur 16 Euro statt 32 Euro. Davon profitieren rund 9000 Schüler*innen. Das Ticket bekommt man am Serviceschalter der GVB im H35. Der Aktion war ein Impuls der Fraktion DIE LINKE vorangegangen. Gefördert wird es mit Mitteln des Landesprogramms „Solidarisches Zusammenleben der Generationen In der ersten Ferienwoche (06. Juli bis 12. Juli 2026) dürfen Schüler*innen (mit gültigem Schülerausweis) kostenlos in das
Die Landespolizeiinspektion Gera ist der Feuerwehr Gera nachgezogen und betreibt seit kurzem auch einen WhatsApp-Kanal. Dort wollen sie nicht nur ihre Polizeimeldungen teilen, sondern diesen Kanal auch für Fahndungen, Verkehrseinschränkungen und Warnhinweise nutzen. Auch die sieben anderen LPIs in Thüringen sowie die Thüringer Autobahnpolizei sind jetzt auf WhatsApp vertreten.
Das Mediennetzwerk Thüringen, kurz MENT, plante schon länger einen Vernetzungsabend in Gera. Mitte Juni fand dieser in Zusammenarbeit mit Partnern im COMMA statt. Von #StayinGera und #StayinThüringen kamen Jeremias, Lorant und Fabio. Dazu Philipp Körner, Geschäftsführer von SPS - Smart Property Services, die einst StayinGera initiiert hatten. Das gemeinsame Podium komplettierte Hanno von der Bildungsinitiative GermanDream.
Unter dem Motto „Gen Z in Thüringen: Jetzt redet ihr!“ ging es um Wünsche und Bedürfnisse von Jugendlichen in Gera. Zuerst stellten sich die Akteure vor. Dann durften sich die rund 40 Gäste selbst einbringen. An fünf Tischen gab es zu fünf verschiedenen Themen je zwei große Notizblätter, auf denen zum einen der Status quo zum jeweiligen Thema und zum anderen der Status Zukunft gesammelt wurde. In moderierten Runden wurden Ideen und Gedanken gesammelt. Diese wurden anschließend vorgestellt und diskutiert. Im Garten von der Heinrichs Bar wurde der Abend ausgeklungen. Hier die wichtigsten Wünsche und Feststellungen des Abends:
Kultur
Rave & Run hat es bis in die Tagesschau geschafft
In den typischen Clubs ist die Musik seit Jahren die gleiche
Alltagskultur wie Straßenmusik und Cafés fehlt (Innenstadtbelebung)
Theater musste auf Social Media präsenter sein
Bibliothek musste sich mehr an studentischen Bedürfnissen orientieren (WLAN-Zugang, 3D-Druck, längere/spätere Öffnungszeiten)
Politik & Partizipation
Offene Räume für Jugendliche schaffen
Es herrscht viel Polarisation und Schwarz-Weiß-Denken
Ehrenamt weiter fördern
bessere Öffi-Anbindung an Jena und Leipzig gewünscht
Vorurteile durch Kennenlernen und Perspektivwechsel nehmen
Medien
Medienvielfalt fördern
Region ist (positiv) medial unterrepräsentiert
Instagram wichtigste Plattform für Informationen
Verbesserungen für Gera-App gewünscht, z. B. Import von Veranstaltungen in Kalender
SMARTcity und andere innovative Projekte mehr zeigen
Jugend
Veranstaltungen mehr an Jugend anpassen (abends, sonntags,...)
Menschen müssen mehr auf die Straße gehen, damit diese Orte sicherer werden
Großstadtgefühl fehlt
an mieser Grundstimmung arbeiten
Angebote draußen erhöhen
Jugendlichen Möglichkeiten zum Selbermachen geben oder heranführen (z. B. eigenes Café oder eigene Veranstaltungen)
Straßenlicht wärmer machen
Wirtschaft
Kleinunternehmer fehlen bzw. halten sich nicht
In der Grundlage von Bildung ist alles da, aber Ausbildungen fehlen
Mittelstand sichtbarer und zukunftssicher machen
mehr und jüngere Unternehmernetzwerke gewünscht
Sportstandort Gera mit Branche/Industrie zusammenbringen (z. B. Radrennbahn als Teststrecke für Fahrradhersteller)
Stadt muss bei Innovationen abstrakter denken
Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Gera weist darauf hin, dass es am 6. Juli von 10:00 Uhr bis voraussichtlich 15:00 Uhr Tests und Projektabnahmen inklusive Sprachdurchsagen an verschiedenen Sirenen im Stadtgebiet Gera durchführen wird. Das Amt bittet um Verständnis und erklärt, dass für die Bevölkerung kein Grund zur Verunsicherung besteht.
Ab dem Schuljahr 2026/27 kann man sich an der Staatlichen Berufsbildenden Schule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik Gera (SBBS Gesuso) als Notfallsanitäter*in ausbilden lassen. Das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hatte nun einen Antrag von Oberbürgermeister Kurt Dannenberg bestätigt. „Die Ausbildung startet planmäßig am 01. September 2026 – gut vorbereitet, mit einem engagierten Team und modernen pädagogischen Konzepten“, erklärte Saskia Nörenberg, Schulleiterin der SBBS Gesuso. Die Ausbildung findet dabei in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Gera statt. An einem praxisnahen Ausbildungsstandort sollen die Azubis auch gezielt auf komplexe Einsatzlagen vorbereitet werden, wo es auf eine enge Abstimmung zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Katastrophenschutz ankommt. Gera festigt sich damit als Zentrum der notfallmedizinischen Versorgung in Ostthüringen. Nicht nur sitzt in Gera die Rettungsleitstelle, bei der alle 112-Anrufe aus Gera und den Landkreisen Greiz, Saale-Orla und Altenburger Land eingehen. Auch mit dem geplanten Neubau der Zentralen Leitstelle als Teil eines Gefahrenabwehrzentrums wird die Versorgung weiter ausgebaut und verbessert.
In der Galerie Mieze Südlich in der Häselburg werden aktuell Werke der beiden Berliner Künstler*innen DAG und Harriet Groß gezeigt. Mit einer Vernissage, die der Köstritzer DJ Jetpilot musikalisch begleitete, wurde die Ausstellung „NAH DISTANZ“ am 18. Juni eröffnet. Die Galerie ist die Homebase und das Atelier des Geraer Künstlers Thomas Prochnow. Er kennt Dag Przybilla alias DAG schon lange und wurde von ihm schon oft zu Ausstellungen eingeladen. „Jetzt hat es mal andersherum geklappt“, freute sich Prochnow. „Warum ne Solo-Show machen, wenn mich hier in Gera keiner kennt“, erklärt DAG den Grund, warum er zusammen mit Harriet Groß ausstellt. Während DAG filigrane Zeichnungen und Gemälde präsentiert, zeigt Groß Werke aus Draht und anderen Materialien, die meist in Gitterform angeordnet sind. Beide Künstler*innen ergänzen sich gut mit ihren geometrischen Formen.
„Wunderbar das Miteinander zu sehen, wie sich der Raum entwickelt“, staunte Prochnow zur Eröffnung. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Juli zu sehen.
Passend zu den beiden Sonderausstellungen über den Filmstandort Gera sucht das Stadtmuseum Gera Kurzfilme von Kindern. Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren können im Zeitraum vom 4. Juli bis 16. August 2026 unter dem Motto „Filmstar Gera. Jetzt bist du dran!“ Kurzfilme einreichen. Gesucht wird die ganz eigene Sicht auf die Stadt, kreativ und mit persönlicher Note umgesetzt. Spannende Geschichten und persönliche Lieblingsorte sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Der Cloud-Link zur Einreichung sowie weitere Hinweise und das für die Teilnahme notwendige Formular für die Erziehungsberechtigten, finden sich auf der Website des Stadtmuseums. Die besten Beiträge werden nach Auszeichnung von einer Jury im Rahmen der Museumsnacht am Samstag, den 22. August 2026, ausgezeichnet und präsentiert.
29.06.
1876: 150 Jahre ist es her, dass die Privatbahn Weimar–Gera eröffnet wurde. Im Zuge der Industrialisierung wurde Gera von mehreren Seiten aus an das wachsende Schienennetz angebunden. Die Strecke nach Weimar war 67,93 km lang. Einige Jahre zuvor, 1865, wurde bereits die Privatbahn Gera–Gößnitz eröffnet, die zum einen die Steinkohleversorgung der Geraer Industrie antrieb und Gera an die Verbindung Leipzig–Hof anschloss. Beide Verbindungen wurden 1895 von Preußen übernommen und verstaatlicht.
07.07.
1306: Vor 720 Jahren verkauft die Äbtissin Bertradis von Quedlinburg die noch bestehenden landesherrschaftlichen Rechte an den Vogt von Gera. Verkaufspreis sind 750 Mark Freiberger Silber. Kaiser Otto III. schenkte dem Frauenstift Quedlinburg am 26. April 999 das Gebiet Gera. Seine Schwester Adelheid war dort Äbtissin (Vorsteherin des Klosters). Ab 1209 waren die Vögte von Weida, aus denen die Fürstenfamilie Reuß hervorging, mit der Kontrolle über Gera betraut.
11.07.
1901: Vor 125 Jahren wurde Willy Diener in Gera geboren. Der gelernte Schlosser kommt zur KPD und schlägt 1920 den Kapp-Putsch nieder. Auch später ist er aktiv, als Teil des antifaschistischen Widerstands gegen das NS-Regime. Er kommt mehrfach in Haft, überlebt und taucht 1930 auf einer Passagierliste eines Emigrationsschiffes nach Buenos Aires auf. Ab 1945 beteiligt sich Schlossergeselle Diener am Aufbau der DDR.
Sommer-Akademie
Von: Kunstschule Gera e.V.
Ort: Kunstschule, Häselburg
Zeit: 6.7. bis 10.7., 10.00-16.00 Uhr
Workshops:
Malen mit Ölfarben, Live Zeichnen mit Modellen, Ich-im-Bild-Fotografie, Gestalten durch Nähen, Urban Sketching – Aquaria
Montag bis Freitag jeweils zwischen 10 und 16 Uhr.
Ticket Akademie-Woche 125 Euro, ermäßigt 75 Euro
Anmeldung über: kontakt@kunstschule-gera.de
Von: CSD Gera
Ort: Altes Wannenbad, Häselburg
Zeit: 02.07.2026, 17.00 Uhr
Konzert mit Barabbas, du förtappade (Schweden), Soastasphrenas (Berlin) und xhumilityx (Leipzig)
Von: Burn Burn Booking
Ort: Altes Wannenbad, Häselburg
Zeit: 09.07.2026, 20:00 Uhr
Eintritt: 5-10€
Vernissage: Ausstellung // Nah Distanz // DAG und Harriet Groß
Ort: Galerie Mieze Südlich, Häselburg
Zeit: 18.06.2026, 18:00 Uhr
Eintritt: frei
Ort: Marktplatz
Zeit: 04.07.2026, 10-18:00 Uhr
Eintritt: Frei
18. Liebhaber-Pflanzenbörse
Von: Museum für Naturkunde/Botanischer Garten Gera
Ort: Botanischer Garten Gera
Zeit: 12.07.2026, 10-17:00 Uhr
Mehr Informationen zu Programm und Attraktionen wie fleischfressenden Pflanzen und Tombola hier.
Bürgerberatung zur Stasi-Akteneinsicht
Von: Bundesarchiv-Stasi-Unterlagen-Archiv
Ort: Gera Arcaden
Zeit: 09.07.2025, 11-15:00 Uhr
Eintritt: Frei
Lesung: „Gedenken neu denken“ mit Susanne Siegert (@keine.erinnerungskultur)
Von: ev. Jugendhaus Shalom & Omas gegen Rechts Gera
Ort: Jugendhaus Shalom, Julias-Sturm-Str. 3
Zeit: 08.07.2026; 19:00 Uhr
Eintritt: Frei
Letzte Stadtratssitzung vor der Sommerpause
Von: Stadt Gera
Ort: Rathaussaal
Zeit: 01.07.2026; 17:00 Uhr
Eintritt: Frei
Scrapbook-Workshop
Von: Museum für Angewandte Kunst
Ort: Musak Gera, Greizer Straße 37
Zeit: 17.07.2026, 15:00 Uhr
Teilnahme mit gültigem Museumsticket kostenfrei
Voranmeldung via buechel.elena@gera.de
Erste Schwimmbäder verbieten Smartglasses. Das hat einen guten Grund. Übergriffige Männer nutzen diese, um heimlich Frauen aufzuzeichnen. Den Umfang hat kürzlich die Doku „Heimlich gefilmt – online gedemütigt: Warum Du jetzt nirgends mehr sicher bist“ von team.recherche/SWR aufgezeigt. Ob beim Flirten auf offener Straße, in geschützten Räumen wie Thermen oder Saunen oder bei intimen Treffen: Frauen landen ungefragt und unbemerkt als Content im Internet. Die Gesetzeslage ist noch nicht angepasst.
Auflösung Bild GG53: Man hat es sich fast denken können, dass das gesuchte Motiv vom letzten Rätsel, ein Kronleuchter samt Stuckdecke, zu einem der ehemals fürstlichen Häuser der Stadt gehört. Und tatsächlich, der gezeigte Raum befindet sich in der Orangerie, dem ehemaligen spätbarocken fürstlichen Gewächshaus am Küchengarten. Das entstand in den Jahren 1729 bis 1732. Architekt war der Landesbaumeister Gottfried Heinrich Krohne. Die Orangerie bestand ursprünglich aus einer Zweiflügelanlage mit vier mehrgeschossigen Pavillons. Erst 1746/48 kam der Mittelbau dazu. Über die Jahre wurde die Orangerie unter anderem als Lazarett, Pferdestall, Kaffeehaus, Turnhalle und Standort des Kunstvereins genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer getroffen. 1955 erfolgte der Wiederaufbau. 1972 zog die Kunstsammlung Gera in die Räume. Der Kronleuchter spendet derzeit Licht für die Ausstellung „Bravo, Gera!“ über die Ballettpionierin Yvonne Georgi. Noch bis zum 30. August 2026 ist sie zu sehen.
Zusammengestellt von Paul Kurz:
Neonazi fällt Strommast für Feuerholz: Weil ein Mann aus Schmölln Feuerholz für seinen Feuerkorb benötigte, fällte er in der Straße Am Ziegengraben mit Axt und Säge einen Holzmasten. Dieser stürzte um und beschädigte den Gartenzaun eines Nachbarn. Als die Polizei eintraf, leistete er Widerstand gegen ihre Maßnahmen. Er war aggressiv, beleidigte die Beamten und rief lautstark „Heil Hitler“. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte, ist der Beschuldigte polizeibekannt und fiel unter anderem mit 86a-Delikten auf. Ob der 43-Jährige unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, ist nicht bekannt. Da der gefällte Mast als Straßenlaterne und zur Stromversorgung diente, kamen auch die Feuerwehr sowie Verantwortliche des Energieversorgers zum Einsatz.
Sommersonnenwende gefeiert: Am längsten Tag des Jahres, dem 21. Juni, finden in der rechtsextremen Szene zahlreiche sogenannte Sonnwendfeiern statt. Diese stammen aus der germanischen Mythologie und werden zur Brauchtumspflege herangezogen. Die Patrioten Ostthüringen veranstalten jedes Jahr eine solche Feier im Raum Ostthüringen. Diesmal fand sie am 20. Juni statt. Öffentlich gemacht wurde es durch die Gruppe Freie Greizer, die die meisten Aktionen der PO filmt oder fotografiert und auf deren Kanälen teilt, wobei sie es oft als „Netzfund“ deklarieren. Auch andernorts wurde die Sommersonnenwende von rechtsextremen Kreisen gefeiert. So gab es ein bundesweites Treffen der Jungen Nationalisten, an dem mindestens zwei Geraer teilgenommen haben. Die beiden JN-Kader S. und K. waren vorher in der Führungsriege der Gerschen Jugend unterwegs und scheinen jetzt eine neue Heimat bei der JN gefunden zu haben. K. ist schon länger dort aktiv und schwenkt auch bei den Geraer Montagsdemos die JN-Fahne. S., der aus der Wismut-Fanszene kommt, war zuletzt als Trommler bei JN-Veranstaltungen zu sehen.
Hakenkreuz in Fassade geritzt: Mit einem „H“ und einem Hakenkreuz haben sich Unbekannte in Auma-Weidatal am Markt in einer Fassade verewigt. Der Buchstabe und das verfassungsfeindliche Symbol wurden in den Putz gekratzt. Es entstand ein Sachschaden im vierstelligen Bereich. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugenhinweise.
Weitere Festnahme bei der L.V.W: Die Generalbundesanwaltschaft hat am 26. Juni die Festnahme von Joel F. und Elias F. in Gera und dem Altenburger Land zwei Tage zuvor bekannt gegeben. Beide sind laut GBA dringend verdächtig, „als Jugendliche mit Verantwortungsreife (§§ 1, 3 JGG) eine inländische terroristische Vereinigung (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Nr. 2, Abs. 5 StGB) unterstützt zu haben“. Der GBA wirft ihnen zudem versuchten Mord (§ 211 Abs. 2, §§ 22, 23 StGB), versuchte Brandstiftung mit Todesfolge (§ 306c, §§ 22, 23 StGB) und versuchte schwere Brandstiftung (§ 306a Abs. 1 Nr. 1 StGB) in Mittäterschaft (§ 25 Abs. 2 StGB) vor. Die beiden sollen als Teil der rechtsextremen Terrorgruppe Letzte Verteidigungswelle Claudio S. und Justin W. beim Brandanschlag auf ein bewohntes Asylheim im Januar 2025 in Schmölln begleitet haben. W. und S. sitzen derzeit mit anderen Mitgliedern der L.V.W vor dem OLG in Hamburg.
Hakenkreuze an Haltestelle: An die Haltestelle Grüner Weg haben Unbekannte mehrere Hakenkreuze gemalt. Die Polizei machte die Schmierereien unkenntlich und ermittelt nun wegen Sachbeschädigung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
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