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DOMRADIO.DE - Der gute Draht nach oben · Aug 21, 2026

"Einen guten Weg finden" / Bischof Wilmer zeigt sich zuversichtlich zu Reformdialog in Kirche

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Optimistisch hat sich der Münsteraner Bischof Heiner Wilmer zur Zukunft der Reformbemühungen in der Katholischen Kirche in Deutschland geäußert. Zwar könne die geplante Synodalkonferenz nicht wie geplant im November erstmals zusammentreffen, doch sei er "zuversichtlich, dass wir da weiterkommen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in einem am Freitag veröffentlichten "Kirche und Leben"-Interview. Von den Verantwortlichen in Rom wisse er, dass die Genehmigung der vorgelegten Satzung noch etwas Zeit brauche.

Angesichts der römischen Absage an die Laienpredigt zeigte sich Wilmer zuversichtlich, "dass die wunderbaren Seelsorgerinnen und Seelsorger in unserem Bistum einen guten Weg finden werden, um mit den Gegebenheiten gut umzugehen". Er betonte, er habe "großes Vertrauen in sie" und sei ihnen "für ihre großartige Arbeit und ihr Zeugnis" sehr dankbar. 

Bezüglich anderer drängender Reformthemen sagte Wilmer, diese seien keineswegs abgeräumt, sondern Teil der Weltsynode in Rom: "Was uns zutiefst prägt, beschenken, aber auch unglaublich verletzen kann, sind unsere menschlichen Beziehungen. Erst danach kommen strukturelle Fragen, so wichtig sie auch sind."

Gemeinsam unterwegs

Der Bischof von Münster erklärte, Kirche sei kein Selbstzweck: "Wir kommen nur weiter, wenn wir gemeinsam unterwegs sind." Darunter verstehe er den gemeinsamen Weg der getauften Menschen im Bistum Münster, aber auch international, ökumenisch und interreligiös.

Generell erfahre er aktuell, dass "der Faktor Religion wieder zurückgekehrt ist", sagte Wilmer. Der Bischof von Münster führte aus: "Der Zauber ist zurück." Die Zuwendung zu dem, was sich nicht exakt mit Logik und Grammatik fassen lasse, sei wieder da.

In einem ebenfalls am Freitag veröffentlichten Interview der "Westfälischen Nachrichten" bezeichnete Wilmer es als seine Hauptaufgabe, sowohl im Bistum Münster als auch in der Bischofskonferenz Brücken zu bauen: "Unsere Versuchung ist, Zentrifugalkräften nachzugeben – gesellschaftlich und auch innerhalb der Kirche. Schnell driften wir auseinander, schnell entstehen Lager. Die große Kunst ist, zusammenzubleiben. Wertschätzung, Respekt und persönliche Zuneigung machen das möglich."

Im Urlaub "inkognito" im Bistum Münster unterwegs

Einen Teil seines Urlaubs hat der neue katholische Münsteraner Bischof Heiner Wilmer nach eigenen Angaben für eine ausgedehnte Tour in seinem Bistum genutzt – "inkognito in Jeans, Poloshirt und Turnschuhen". Eine Woche habe er mit seinem Cousin und Weihbischof Rolf Lohmann eine Fahrradtour den Rhein hinunter gemacht, eine zweite Woche habe er den westfälischen Teil der Diözese besucht, sagte Wilmer dem Portal "Kirche und Leben". "Ich bin überrascht, wie viele Menschen mich erkannt und angesprochen haben."

So habe ihn in Herten ein Mann in der Fußgängerzone angesprochen und gesagt, dass er wie "ein perfekter Doppelgänger des neuen Bischofs" aussehe. "Da habe ich geantwortet: Sie sind tatsächlich nicht der Erste, der mir das sagt", so Wilmer und fügt hinzu: "Natürlich habe ich mich zu erkennen gegeben." In Recklinghausen hat der erklärte Kino-Liebhaber dann noch den Sommerblockbuster "Die Odyssee" gesehen. Zum Abschluss hat er noch eine Woche mit Freunden aus Bologna in Sterzing in Südtirol verbracht.

Ein "Team-Mensch"

Wilmer (65) ist seit dem 21. Juni Bischof von Münster, dem mit knapp 1,6 Millionen Katholiken derzeit mitgliederstärksten Bistum Deutschlands. Schon seit Februar ist er außerdem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Trotz dieser Doppelbelastung wolle er "so präsent wie möglich" in seinem Bistum sein, sagte Wilmer.

"Zugleich bitte ich um Nachsicht, wenn es Überschneidungen mit meinen Aufgaben als Vorsitzender der Bischofskonferenz gibt." Er sei aber zuversichtlich, dass sich beide Aufgaben bewältigen ließen. "Denn zum einen hilft mir der Glaube. Mich tragen Freunde und Freundschaften. Und ich bin ein Team-Mensch. Es gibt wunderbare Teams", erklärte der Bischof mit Blick auf seinen Stab in Münster und am Hauptsitz der Bischofskonferenz in Bonn.

Heiner Wilmer SCJ

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Nach seinem Abitur 1980 am Leoninum in Handrup, einem Gymnasium in Trägerschaft der Herz-Jesu-Priester, trat er ins Noviziat des Ordens in Freiburg ein.

Von 1981 bis 1986 studierte er Theologie in Freiburg sowie Romanistik in Paris. 1987 weihte ihn der Freiburger Erzbischof Oskar Saier zum Priester. Im Anschluss ging er nach Rom an die Päpstliche Universität Gregoriana, um dort Französische Philosophie zu studieren.

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