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DOMRADIO.DE - Der gute Draht nach oben · Aug 20, 2026

Bischof entzieht Erlaubnis / Piusbruderschaft darf in Lourdes keine Messen mehr feiern

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Diese Entscheidung kommt noch vor dem Papstbesuch im November. Der Bischof von Lourdes hat der Piusbruderschaft Gottesdienste im Heiligtum untersagt. Dennoch sind Gläubige weiterhin im Wallfahrtsort willkommen.

Der Bischof von Lourdes hat der Piusbruderschaft die Erlaubnis entzogen, im Heiligtum des französischen Marienwallfahrtsorts Messen zu feiern und Sakramente zu spenden. 

Wie das konservative spanische Portal "Infovaticana" am Donnerstag berichtete, reagiert Jean-Marc Micas, Bischof von Tarbes und Lourdes, damit auf die Anfang Juli ohne päpstliche Erlaubnis erfolgten Bischofsweihen in Écône. Anschließend hatte der Vatikan alle Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Pius X. als schismatisch bezeichnet.

Wegen einer geplanten Wallfahrt der Piusbrüder nach Lourdes veröffentlichte Micas in der vergangenen Woche ein Informationsblatt, in dem er festhält, die Bischofsweihen vom 1. Juli schüfen eine neue Situation in den Beziehungen zwischen der Bruderschaft und der katholischen Kirche. Er verwies auf das anschließende Dekret des Heiligen Stuhls und erklärte, dass er "weder die Feier der Messe noch die der übrigen Sakramente, noch gar die öffentlichen Gebete der Bruderschaft St. Pius X. im Inneren des Heiligtums" genehmigen könne.

Papstbesuch für September geplant

Damit widerruft Micas die bisher geltende Genehmigung. Der Bischof schreibt, er sei sich "des Schmerzes und vielleicht auch des Unverständnisses" bewusst, den seine Entscheidung hervorrufen werde, und betont: "Wir sind zutiefst betrübt angesichts der Situation, in der das Gewand Christi zerrissen wird – eine Situation, die durch unsere Spaltungen verursacht wird." Gläubige der Piusbruderschaft dürfen weiterhin das Heiligtum betreten und privat dort beten.

Die Entscheidung in Lourdes fiel im Vorfeld des Papstbesuchs vor Ort: Leo XIV. wird Frankreich vom 25. bis 28. September besuchen. Nach einem Aufenthalt in Paris will der Papst am 27. September in Lourdes eine Freiluftmesse feiern und für den Frieden in der Welt beten.

Piusbruderschaft

Die traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet. Sie lehnt viele Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Die Konzilslehren hätten die Tradition der Kirche zerstört, so Lefebvre, der selbst als Ordensoberer am Konzil teilnahm. Die Piusbruderschaft sieht sich als Bewahrerin der Tradition der "Heiligen Römischen Kirche".

Quelle:

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