RSS Amplifier

Zukunftsforum Wienerwald · Nov 9, 2024

S-Link: Eine Abstimmung für die Zukunft unserer Kinder

0
Sign in to vote or save

Arno Aschauer · Zukunftsforum Wienerwald

Morgen wird in Salzburg, also der Stadt Salzburg, dem Flachau und dem Tennengau, über ein seit langem und sehr kontroversiell diskutiertes Projekt abgestimmt, den S-Link.

Ich schreibe hier darüber aus mehreren Gründen:

  • Einerseits weil ich im Tennengau aufgewachsen bin und mein Elternhaus sowie die Wiesen und Wälder, in denen ich als Kind gespielt habe, unmittelbar davon betroffen sind.

  • Andererseits, weil ich als Ökologe davon überzeugt bin, dass es neue Ansätze und Konzepte für eine nachhaltigere Form der Mobilität braucht, um aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen und unser zukünftiges Zusammenleben noch besser zu gestalten.

Zwischen dem Hauptbahnhof in Salzburg und Hallein soll zusätzlich zur bestehenden Bahntrasse der ÖBB eine weitere Trasse für eine Art “Regional-Stadt-Bahn” - für mich eine Mischung aus Straßenbahn und Schnellbahn - entstehen.

Geredet und diskutiert wird schon seit Langem darüber, derzeit wird der erste Abschnitt innerhalb der Stadt Salzburg verstärkt angegangen, der als eine Art U-Bahn umgebaut werden soll, um die Flächen an der Oberfläche vom Verkehr zu entlasten und anderen wichtigen Funktionen für die Bevölkerung zukommen zu lassen.

Die weiteren Strecken bis nach Hallein sind meines Wissens nach in einem Vorstadium der Umsetzung. Das heißt, dass zwar Informationsveranstaltungen und eine grobe Trassenplanung stattgefunden hat, es aber noch keine konkreten Unterlagen hinsichtlich einer Prüfung auf Umweltverträglichkeit etc. gibt und die damit verbundenen Verfahren noch nicht begonnen haben.

Seitens Grundeigentümer:innen, Anrainer:innen und anderen Interessensvertreter:innen gibt es verständlicherweise Unsicherheiten und damit verbundene Ängste um die Sicherheit ihres Eigentums und die mit dem Vorhaben verbundenen Veränderungen bisheriger Gewohnheiten.

Derzeit pendeln zigtausende Menschen mit ihren PKWs in die Stadt Salzburg oder aus ihr in den Süden bis nach Hallein. Die Folgen davon sind täglicher Stau, Stress, Umweltverschmutzung, Lärmbelastung und die damit verbundene Gefährdung unserer Gesundheit und Lebensqualität. Nicht zu vergessen ist der enorme Flächenverbrauch für Parkplätze und die damit verbundene Versiegelung, nur damit die Autos dann für rund acht Stunden auf einer anderen Fläche stehen, bis sie dann wieder nach Hause auf eine weitere versiegelte Fläche fahren dürfen und dort bis zum nächsten Tag wieder herumstehen.

Trotz jahrzehntelanger Diskussionen über das Projekt, den zahlreichen Informationsangeboten über notwendige Veränderungen unseres Lebensstils hin zu einer nachhaltigeren Form des Zusammenlebens und Wirtschaftens, haben es scheinbar weder Politik noch die dafür zuständigen Stellen nicht geschafft, die Kritiker:innen entsprechend abzuholen, ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen und von der Notwendigkeit zu überzeugen, einen ersten großen Schritt hin zu zukunftsweisenden Mobilitätswende im Salzburgerland gemeinsam zu gehen!

Viele Projekte in anderen Regionen und Städten der Welt zeigen, dass der attraktive Ausbau des öffentlichen Verkehrs einen großen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft darstellt und der Nutzen die Kosten bei weitem übersteigt (als eines von vielen Beispielen eine Studie des VCÖ)! Auch der VCÖ bezeichnet Regionalbahnen als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs, die unbedingt ausgebaut werden müssen!

Aus meiner Sicht wäre das eine Aufwertung des gesamten Wohn- und Wirtschaftsraumes zwischen Salzburg und Hallein und den angrenzenden Gebieten, die sicher auch davon profitieren werden!

Ich selbst und meine ganze Familie nutzen fast täglich öffentliche Verkehrsmittel und sehen, wie groß die Vorteile für uns aber auch für andere Menschen unterschiedlichsten Alters sind!

In vielen Diskussionen, auch mit Projekt-Gegner:innen, konnte mir noch niemand eine nachhaltigere Lösung erklären.

Dass diese zukunftsweisende Entscheidung - trotz bereits vorhandener politischer Beschlüsse - nun über eine Abstimmung wieder an die Bürger:innen, ohne ausreichende Information und Einbindung im Vorfeld, zurück delegiert wird, erscheint mir als Beobachter aus der Ferne als eher fragwürdig! Um langfristige Entscheidungen zum Wohle der Gesellschaft zu treffen, werden aus meiner Sicht Politiker:innen gewählt, die dann im Sinne einer Repräsentativen Demokratie entscheiden und dafür dann auch die Verantwortung übernehmen sollten.

Um aus der aktuell sicherlich nicht zufriedenstellenden Situation das Beste für unsere Zukunft zu machen, hoffe ich, dass der Großteil der zur Abstimmung aufgerufenen Salzburger:innen

  • für das Projekt stimmen wird,

  • sich dann bei der Weiterentwicklung und Konkretisierung der Umsetzung im Rahmen von Umweltverträglichkeitsprüfungen, weiteren Beteiligungsprozessen auf Gemeindeebene konstruktiv einbringen wird und

  • damit auch eine nachhaltige Weiterentwicklung im Sinne unserer Kinder möglich bleibt!

Keine Posts

Read the original on arnoaschauer.substack.com

Comments

Nothing yet. Say the first thing.

    Sign in to join the conversation.